Mit der Seilbahn bergauf – aber bitte mit Action

Wenn Nebel die berühmten Gipfel verhüllt, muss Sommertouristen Neues geboten werden. Welch ein Glück, wenn James Bond schon einmal in der Gegend war. Die Schweizer Bergbahnen setzen vermehrt auf Spektakel in luftiger Höhe.

Schilthornbahn im Berner Oberland auf der Fahrt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nicht jede Bergbahn kann einen britischen Agenten aufbieten. Doch auch die Konkurrenz sorgt vermehrt für Action. Keystone

In der Gondel der Schilthornbahn stehen die Gäste dicht an dicht. Die meisten kommen aus Asien. Oben, auf fast 3000 Metern Höhe über Meer, haben sie dann aber nichts von der erhabenen Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Die Plattform steckt an diesem Tag leider im dichten Nebel.

Doch das stört die Gäste aus Fernost wenig. Denn bereits in der Gondel haben sie musikalisch untermalt erfahren: Es gibt ja noch die neue, interaktive Ausstellung zu James Bond.

Agent 007 ist Gold wert

Blick aus dem Drehrestaurant Piz Gloria auf dem Schilthorn. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Vor 44 Jahren kämpfte Agent 007 auf dem Schilthorn. Der Blick vom Drehrestaurant Piz Gloria beweist es. Keystone

Agent 007 hatte im Streifen von 1969 «Im Geheimdienst Ihrer Majestät» den Auftrag erhalten, auf dem Schilthorn dem Bösewicht Stavro Blofeld das Handwerk legen. Die Ausstellung nimmt Schlüssel-Szenen spielerisch auf: Auf dem Original-Bob sitzen oder am Bildschirm einen Eiskanal hinuntersausen – wie einst der Titelheld.

«Die Bond-World ist mit unserem Berg so stark verbunden, dass wir die Chance packen mussten und das Thema zum zweiten Mal aufnahmen» berichtet Schilthornbahn-Direktor Christoph Egger. Die Resonanz auf die Ende Juni eröffnete Ausstellung sei gut. Die Zahl der chinesischen Gäste habe sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht.

Egger schliesst nicht aus, dass «Bond World» auch noch ein drittes und viertes Mal ziehen wird. Und er erinnert sich, wie einst die Dreharbeiten mithalfen, die Anlage auf dem Gipfel fertigzustellen.

Wettbewerb belebt das Sommergeschäft

Die Sommer-Offensive auf dem Schilthorn funktioniert also. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht. Landesweit versuchen Bergbahnen, das Sommergeschäft zu stärken. Denn der Winter allein bringt zu wenig ein.

In unmittelbarer Nähe zum Schilthorn locken die Jungfraubahnen mit einem spektakulären Angebot. Sie bringen jährlich Hundertausende aufs Jungfraujoch. Die Bergbahnen in der Zentralschweiz strengen sich im Geschäft mit Ausflugstouristen ebenfalls an. Das Stanserhorn beispielsweise lancierte letztes Jahr als Weltneuheit eine Cabrio-Gondel.

Den verschärften Wettbewerb am Berg registriert auch der Direktor von Schweiz Tourismus, Jürg Schmid: «Es gibt nirgends so viele Top-Spektakel-Bahnen auf engem Raum», sagt er und schwärmt ebenfalls von der neuen Bond-Welt auf dem Schilthorn.

Auch wenn die Action sicher nicht alle gleich erfreut – bei den asiatischen Gästen kommt sie an.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel