Mitsubishi hat Auto-Tests gefälscht

Bei Tests zum Benzinverbrauch hat Misubishi Prüfmethoden angewendet, die nicht den japanischen Vorschriften entsprechen. Von den Manipulationen sind insgesamt 625'000 Autos betroffen – davon alleine 468'000 bei Nissan, die von Mitsubishi produziert wurden.

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Bildlegende: Der Manipulations-Skandal weckt Erinnerungen an die gefälschten Abgas-Tests von Volkswagen. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • 625'000 Autos für den japanischen Markt sind betroffen
  • Davon 468'000 Autos, produziert für Nissan
  • Unabhängige Expertenkommission eingesetzt
  • Verkauf der betroffenen Modelle gestoppt
  • Aktienkurs von Mitsubishi bricht ein

Der japanische Autohersteller Mitsubishi hat ein Fehlverhalten bei den Angaben zum Treibstoffverbrauch zugegeben. Es seien Prüfmethoden eingesetzt
worden, die nicht den japanischen Vorschriften entsprächen.

Er setzt nun eine unabhängige Expertenkommission ein, um die Vorgänge aufzuklären. Das kündigte Konzernchef Tetsuro Aikawa auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz an.

Aktie bricht ein

Betroffen sind den Angaben zufolge 625'000 Autos für den japanischen Markt. Darunter sind 468'000 Autos, die für den heimischen Konkurrenten Nissan gebaut wurden. Der Verkauf der vier betroffenen Modelle wurde gestoppt. Der Vorgang kam bei einer internen Überprüfung ans Licht.

Die Mitsubishi-Aktie war zuvor bei Bekanntwerden möglicher Betrügereien um 15,2 Prozent eingebrochen, so stark wie seit fast zwölf Jahren nicht mehr innerhalb eines Tages. Der Marktwert des Unternehmens schmolz damit auf einen Schlag um 1,2 Milliarden Dollar zusammen.

Erinnerung an VW-Skandal

Erst im September hatte der Autohersteller VW zugegeben, millionenfach Diesel-Abgaswerte manipuliert zu haben. Angesichts der drohenden Strafen und Schadensersatzforderungen muss der Volkswagen-Konzern Milliardensummen zur Seite legen und kräftig sparen.

Der Fall bei Mitsubishi erinnert aber auch an jenen von Hyundai und Kia im Jahr 2014. Die beiden südkoreanischen Autohersteller mussten damals 100 Millionen Dollar Strafe bezahlen. Die US-Umweltbehörde EPA hatte 2012 bei Tests herausgefunden, dass einzelne Modelle beider Autokonzerne mehr Benzin verbrauchten als angegeben worden war.