Gegenangriff lanciert Nestlé kauft eigene Aktien für 20 Milliarden

Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat ein gross angelegtes Aktienrückkaufprogramm angekündigt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Aktienrückkaufprogramm könnte eine Reaktion auf den neuen Nestlé-Investor Daniel Loeb sein, der genau das vom Konzern gefordert hatte.
  • Loeb hatte vom Nestlé-Management unter anderem den Verkauf der L'Oréal-Beteiligung und die damit verbundenen grossangelegten Aktienrückkäufe gefordert.
  • Es soll am 4. Juli 2017 beginnen und bis Juni 2020 abgeschlossen sein. Ein grosser Teil der Transaktionen dürfte allerdings auf die Jahre 2019 und 2020 fallen.
  • Die Nestlé-Aktie reagierte positiv auf das Rückkaufprogramm.

Erst vor zwei Tagen hatte der US-Investor Daniel Loeb das Nestlé-Management aufgefordert, die Rendite zu verbessern. In anderen Worten: Mehr Gewinn für seine Investoren zu generieren. Investoren wie Loeb, der sich mit seinem Hedge-Fonds «Third Point» gerade einen Anteil von gut einem Prozent am grössten Nahrungsmittelkonzern der Welt gesichert hat.

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L'Oréal verkauft The Body Shop

Der Konsumgüterkonzern L'Oréal hat The Body Shop an Natura Cosmesticos veräussert. Gemäss früheren Angaben bot Natura Cosmesticos für das Geschäft inklusive Schulden rund 1 Milliarde Euro. L'Oréal rechnet noch im Jahr 2017 mit einem Abschluss des Deals. Nestlé hält eine Beteiligung von 23 Prozent an L'Oréal.

Loeb forderte von Nestlé unter anderem den Verkauf der Beteiligung am Schönheitskonzern L'Oréal und grossangelegte Aktienrückkäufe.

Nun hat Nestlé tatsächlich ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt, im Umfang von bis zu 20 Milliarden Franken. Es soll im Juli starten. Nestlé schafft sich damit die Möglichkeit, grössere Firmen-Zukäufe mit eigenen Mitteln, eigenen Aktien, zu finanzieren.

Führungsposition soll gestärkt werden

Das Management kündigte auch an, wo der Konzern künftig investieren will: In Frage kämen ausschliesslich Firmen, die attraktive Renditen erzielen und dazu beitragen könnten, Nestlés Führungsposition in schnell wachsenden Konsumgüterbereichen wie Kaffee, Babynahrung, Wasser- oder Haustierprodukte zu stärken. Andere Bereiche, die weniger abwerfen, wie die US-Süsswarensparte, werden dagegen verkauft.

Der neue Investor dürfte zufrieden sein. Der Preis sind allerdings höhere Schulden.