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BAT kauft Reynolds Tobacco Neuer Tabakgigant drängt an die Spitze

Mehr Marktmacht gegen sinkende Raucherzahlen. British American Tobacco rüstet sich mit 50-Mrd.-Deal für die Zukunft.

Legende: Audio Tabakkonzern BAT übernimmt Konkurrenten Reynolds abspielen. Laufzeit 03:41 Minuten.
03:41 min, aus Rendez-vous vom 17.01.2017.

Knapp 50 Milliarden Dollar zahlt British American Tobacco (BAT) für den US-Konkurrenten R.J. Reynolds Tobacco Company. Aus dem Zusammenschluss von «Lucky Strike» und «Camel» entsteht der weltweit grösste Tabakkonzern. BAT erhofft sich davon ein «langfristiges und nachhaltiges Gewinnwachstum». Stimmen Aktionäre und Aufsichtsbehörden zu, sollte der Deal im zweiten Halbjahr abgeschlossen sein. Einschätzungen zur Mega-Fusion an SRF-Wirtschaftsredaktor Andi Lüscher.

SRF News: Warum übernimmt BAT den Konkurrenten Reynolds?

Andi Lüscher: BAT verspricht sich zum einen tiefere Kosten durch Synergien in Administration und Management. Zum anderen macht die Übernahme strategisch Sinn: Reynolds ist stark im US-Markt, was BAT einen besseren Zugang verschafft. Dazu kommen die hohen Anteile von Reynolds bei den E-Zigaretten, dem neuesten und vielversprechendsten Produkt der Branche. BAT kann sich hier entscheidend verstärken. Als künftig grösste börsenkotierte Tabakfirma der Welt wird BAT zudem viel Geld für Investitionen haben und die Wachstumsmärkte im Nahen Osten und in Afrika noch besser bearbeiten können.

Lässt sich künftig am meisten im Nahen Osten und Afrika verdienen?

Tabak ist weltweit noch immer ein sehr lukratives Geschäft. Doch das Wachstumspotenzial ist im Nahen Osten und in Afrika am grössten. Zu denken ist etwa an Länder wie Bahrain, Oman und Saudi-Arabien. Die Raucherquote in dieser Region wird laut WHO 2025 weltweit am höchsten sein, während die Lust auf Tabak in Europa sowie Nord- und Südamerika weiter abnehmen dürfte. Staatliche Regulierungen, Werbeverbote, Horrorbilder auf Packungen und höhere Steuern sind weitere Gründe für die Rückgänge im Westen.

Die britische BAT übernimmt den US-Marktführer Reynolds und löst damit Philip Morris an der Spitze ab.
Legende: Die britische BAT übernimmt den US-Marktführer Reynolds und löst damit Philip Morris an der Spitze ab. Keystone

Wie lukrativ ist der westliche Markt noch?

Mit Hunderten Millionen von Rauchern füllt der Westen die Kassen der Tabakmultis immer noch reichlich. So weist BAT für Amerika den zweithöchsten Umsatz hinter Asien aus. Doch die riesigen Märkte in den USA und Europa schrumpfen. Das fordert die Branche heraus. Sie will den Trend mit neuen Produkten aufhalten, etwa mit E-Zigaretten oder den zurzeit sehr beliebten Click-Zigaretten.

Drei Standorte in der Schweiz produzieren Zigaretten, einer davon für BAT. Ist das nicht zu teuer?

Die Produktionskosten in der Schweiz sind hoch. Von den 7000 Beschäftigten dürfte kaum jemand unter 4000 Franken im Monat verdienen. Doch die Schweiz bietet im Vergleich zur EU gesetzliche Vorteile. So dürfen hier auch starke Zigaretten produziert werden, die ausserhalb Europas sehr beliebt sind. Zudem tüfteln die Tabakforscher gerne hier nach innovativen Produkten und greifen gerne auf Schweizer Fachkräfte zurück.

Das Gespräch führte Ivana Pribakovic.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Es ist besser zu rauchen als zu kiffen. Nicht in Restaurants, aber sonst überall. Denn es ist alleweil besser wenn jemand raucht, als wenn er zum Kiffer wird. Dass das Kiffen den "Verstand" auch für längere Zeit ausschaltet und süchtig macht, weiss man heute und hofft trotzdem, dass Kiffer eben nur am Freitag abend einen Joint rauchen um am Montag wieder fast "klar" zu sein. Dass die Jungen nicht mehr so viel rauchen liegt daran dass sie jetzt kiffen +mit jedem Joint viele Zigaretten einsparen.
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  • Kommentar von Lutz Bernhardt (lb)
    Das kommt an wie eine Fratze des Kapitalismus. Gute Zigaretten, gute Zigarren aus der Karibik, guter Pfeifentabak - alles kein Problem. Neue Märkte für Tabak-Konsum "erschliessen"? Verbrecherisch, sorry. Ein anderes Phänomen ist das Paradoxon der Tabak-Werbung. Wo mehr Werbung gemacht wird, gibt es weniger "Neuraucher". Habe ich mal gelesen. Wie in der Ex-DDR. Wo mehr Westfernsehen empfangen wurde, gab es weniger Systemkritik. Insofern wundere ich mich über Stimmen gegen Tabakwerbung.
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  • Kommentar von Lutz Bernhardt (lb)
    Das kommt an wie eine Fratze des Kapitalismus. Gute Zigaretten, gute Zigarren aus der Karibik, guter Pfeifentabak - alles kein Problem. Neue Märkte für Tabak-Konsum "erschliessen"? Verbrecherisch, sorry. Ein anderes Phänomen ist das Paradoxon der Tabak-Werbung. Wo mehr Werbung gemacht wird, gibt es weniger "Neuraucher". Habe ich mal gelesen. Wie in der Ex-DDR. Wo mehr Westfernsehen empfangen wurde, gab es weniger Systemkritik. Insofern wundere ich mich über Stimmen gegen Tabakwerbung.
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