Novartis leidet unter verlorenem Patentschutz

Dem Pharmakonzern Novartis macht die Konkurrenz durch Generika bei einem seiner Blockbuster zu schaffen. Das Leukämiemedikament Glivec hat in den USA den Patentschutz verloren, weshalb die Einnahmen damit zurückgehen.

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Novartis will in der Krebsmedizin hoch hinaus

2:06 min, aus Tagesschau am Mittag vom 19.7.2016

Der Pharmakonzern Novartis hat im zweiten Quartal wie erwartet bei Umsatz und Gewinn leichte Rückgänge verbucht. Dem Pharmakonzern Novartis macht die Konkurrenz durch Generika bei einem seiner Blockbuster, dem Leukämiemedikament Glivec, zu schaffen.

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Selbstsicherer Konzernchef

Jimenez

Keystone

Zweifel an seiner Strategie hat Novartis-Chef Jimenez nicht. Vor Journalisten sagte er, dass sich die angekündigten höheren Ausgaben im zweiten Halbjahr auszahlen werden. Dass das die Gewinnentwicklung bremsen könnte, ist dabei eher nebensächlich. Die Umsätze mit dem Hoffnungsträger Entresto will Novartis mit höheren Investitionen ankurbeln.

Das Medikament hat in den USA den Patentschutz verloren, weshalb die Einnahmen damit zurückgehen. Die Wachstumsprodukte hätten die Einbussen aber kompensieren können, schreibt Novartis.

Weniger Umsatz ...

Wachsende Einnahmen erzielte Novartis unter anderem mit dem Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya und mit Cosentyx gegen Schuppenflechte. Der Umsatz sank dadurch im zweiten Quartal nur leicht, von 12,69 Milliarden Dollar in der Vorjahresperiode auf 12,47 Milliarden Dollar.

Wachstum wurde bei der Generika-Sparte Sandoz verbucht, während die Bereiche Innovative Medicines und die Augensparte Alcon schrumpften.

... und Gewinn

Der Reingewinn sank von 1,86 Milliarden Dollar auf 1,81 Milliarden Dollar. Auch das Betriebsergebnis ging leicht zurück, von 2,28 Milliarden Dollar auf 2,09 Milliarden Dollar.

Bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal hatte Konzernchef Joseph Jimenez erklärt, dass der Konzern mit dem ersten Halbjahr 2016 seinen Tiefpunkt erreicht haben dürfte. Die wichtigsten Kennzahlen sind nun etwas besser ausgefallen, als es der Pharmakonzern und die Analysten erwartet hatten. Trotzdem gab die Novartis-Aktie bis kurz vor Mittag um fast 1 Prozent nach.

Fragezeichen hinter Gewinnprognose

Jimenez spricht in der Mitteilung von einer «soliden Performance», obwohl sich die verlorene Marktexlusivität für Glivec in den USA während eines ganzen Quartals ausgewirkt habe.

Wegen der Kosten für die Markteinführung des Herzmedikaments Entresto und der Umsatzeinbussen beim wichtigen Blutkrebsmittel Glivec senkt Novartis aber seine Gewinnprognose für das laufende Jahr.

Der Konzern schliesst nicht mehr aus, dass der um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsgewinn dieses Jahr unter Ausschluss von Wechselkursschwankungen um einen niedrigen einstelligen Prozentbetrag sinkt. Bisher wurde ein in etwa stabiler Gewinn in Aussicht gestellt.

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