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Wirtschaft Ölpreis auf 13-Jahres-Tief

Kein Ende des Preisverfalls beim Öl in Sicht. Der beigelegte Atomstreit mit Teheran, der dem Iran den Zugang zum Öl-Markt wieder eröffnet, hat für weitere Abschläge gesorgt. Im frühen Handel wurde ein neues 13-jähriges Rekordtief erreicht.

Aktien-Händler in New York
Legende: Bereits am Freitag hatte der weiter fallende Ölpreis für Stress auf dem New Yorker Börsenparkett gesorgt. Reuters

Nach der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen das wichtige Förderland Iran hat sich die Talfahrt der Ölpreise fortgesetzt. Sie sind auf den tiefsten Stand seit rund 13 Jahren.

Abwärtsdruck durch Iran

Der Preis für Öl der führenden Nordseesorte Brent fiel zeitweise mehr als zwei Prozent auf 27,67 Dollar je Barrel (rund 159 Liter) und war damit so billig wie seit 2003 nicht mehr. US-Öl gab bis auf 28,36 Dollar pro Fass nach.

Da mit der Aufhebung der Sanktionen der Iran wieder mehr Öl am Weltmarkt verkaufen könne, erhöhe dies den Abwärtsdruck auf die Preise, sagten Analysten.

Preisverfall um 75 Prozent seit 2014

Die Ölpreise sind seit Mitte 2014 um 75 Prozent eingebrochen, seit Anfang 2016 um über 25 Prozent. Grund sind ein Überangebot und eine zugleich maue Nachfrage wegen trüber Konjunkturaussichten.

Verschiedene Analysten gehen darum davon aus, dass der Ölpreis noch weiter sinken wird. Am weitesten gehen die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs: Sie behaupten, der Rohölpreis könnte 2016 sogar unter 20 Dollar fallen.

Am Markt herrschte zuletzt die Sorge, dass die Rückkehr des Iran den Preisverfall vorantreiben könnte. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte am Samstag dem Iran bescheinigt, alle Verpflichtungen des Atom-Abkommens vom vergangenen Juli erfüllt zu haben. Die USA und die Europäische Union heben daher ihre Finanz- und Wirtschaftssanktionen auf.

Auch die Rohstoffmacht Russland spürt den Ölpreis-Einbruch stark: Russland muss das Staatsbudget rasch anpassen. Regierungschef Dmitri Medwedew kündigte am Montag in Moskau dringende Massnahmen an, um die Einnahmen zu erhöhen. Das Finanzministerium hatte zuvor eine Teilprivatisierung des Energiekonzerns Rosneft ins Spiel gebracht.

4 Kommentare

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  • Kommentar von u. Felber (Keule)
    Wenn das so weiter geht, kann der Iran nicht mal ansatzweise seine Investitionen leisten.
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    1. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      Wir könnten ja einen Teil unserer ohne Not abgeschöpften und wegen Bevölkerungswachstum bzw. Klimazielverfehlung nie versiegende CO2-Abgaben als FairTrade-Zustupf an Länder wie den Iran weiterreichen? Würde Ihnen das gefallen? :-)
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Ein Preiszerfall in einem Bereich wo eigentlich eher eine Schonung dieser Ressourcen ein nachhaltiger Ansatz für die Zukunft wäre. Daran sollte man tunlichst eben auch denken. Dieser Preiszerfall schafft nun wieder Anreize verschwenderischer mit diesem Rohstoff umzugehen. Eigentlich wäre ein globales Umdenken erforderlich um künftig die Probleme in den Griff zu bekommen. Genau da versagt aber die liberale, frei Weltwirtschaft kläglich.
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Sie hat daran kein Interesse. Wer diese lenkt, denkt kurzfristig. Es reicht jedem der freiwilligen Mitspieler, sich selber und den direkten Nachkommen ein hohes Konto zu sichern. Daran, dass dieses einst nichts mehr wert sein könnte, denken und glauben solche Leute nicht.
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