Openairs: Es braucht wenig, um viel Geld zu verlieren

Das Openair St. Gallen hat die Saison der grossen Musikfestivals in der Schweiz eröffnet. In keinem anderen Land ist die Openair-Dichte so gross. Doch das Geschäft ist mit hohen Risiken verbunden.

Besucher des Festivals St. Gallen waten durch Morast. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auch dieses Jahr gibts wieder eine Schlammschlacht: Das Openair St. Gallen hat begonnen. Keystone

Das Openair St. Gallen ist zum dritten Mal hintereinander ausverkauft – das heisst, 30‘000 Tickets pro Tag sind weg. Auch bei den anderen Festivals, etwa auf dem Gurten, in Gampel, Frauenfeld oder Nyon läuft das Geschäft, trotz unsicheren wirtschaftlichen Aussichten.

«Die Festivals stehen absolut im Trend», bestätigt Christoph Huber gegenüber SRF. Er ist Geschäftsführer des Openairs St. Gallen und des europäischen Branchenverbands Yourope. Laut Huber gibt es zwei Gründe, weshalb Festivals derzeit so gefragt sind. Zum einen verreisten im Sommer immer weniger Leute in die Ferien. Zum andern besuchten heute nicht mehr nur junge Leute die Festivals, sondern verschiedene Generationen.

Hohe Fixkosten, wenig gesicherte Einnahmen

Trotz des grossen Ansturms, schreiben die Openairs aber nicht immer schwarze Zahlen. 2010 etwa geriet die Rechnung wegen einem schwachen Programm und dem schlechten Wetter in Schieflage. Es brauche manchmal wenig, bestätigt auch Philipp Cornu vom Gurten-Festival in Bern. Es komme immer wieder vor, dass ein Festival im Vorverkauf nicht gut laufe. «Und 1000 Tickets zu wenig, das ist viel Geld.»

Je nach Festival beträgt das Budget heute zwischen sieben und neun Millionen Franken. Ein grosser Teil der Kosten entsteht so oder so, ob 1 Zuschauer oder 100'000 kommen. Gagen der Bands machen rund einen Viertel des Budgets aus. Hinzu komme die Festivalinfrastruktur, die immer grösseren Anforderungen genügen müsse, erklärt Cornu. Einerseits müsse gut und sicher gebaut werden. Andererseits setze das Publikum «mittlerweile einen gewissen Komfort voraus, wie etwa warme Duschen und Bodenplatten, um trockenen Fusses von A nach B zu kommen.»

Bei den Einnahmen sind vor allem die Sponsorengelder sicher. Sie machen rund 10 bis 20 Prozent aus. Der Rest kommt aus dem Verkauf von Tickets sowie der Verpflegung, und der ist nur zum Teil berechenbar. Das Geschäft mit den Openairs ist also ein riskantes Geschäft. Deshalb lautet die Devise für die Organisatoren: In guten Zeiten Reserven bilden und jedes Jahr von neuem das Vertrauen der Besucher gewinnen.

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