Orange Schweiz wird nach Frankreich verkauft

Der Telekommunikationsanbieter Orange geht an den französischen Unternehmer Xavier Niel. Dieser kauft die Firma für 2,8 Milliarden Franken. Die Nachricht hat die Swisscom-Aktie auf Talfahrt geschickt.

Ladengeschäft mit Orange-Logo. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Orange Schweiz wird Anfang 2015 französisch. Keystone

Die Telekom-Gesellschaft Orange Schweiz geht an einen neuen Inhaber: Die britische Beteiligungsgesellschaft Apax verkauft Orange an den französischen Telekomunternehmer Xavier Niel. Dieser besitzt in Frankreich den Anbieter Iliad.

Niel legt dafür 2,8 Milliarden Franken auf den Tisch. Mit dem Verkauf erziele Apax eine starke Rendite, teilte Orange mit. In der Tat machen die Briten Kasse: Bei der Übernahme im Jahre 2012 hatte Apax 2 Milliarden Franken für den Schweizer Mobilfunker bezahlt. Mit dem jetzigen Deal erhält Apax also ein Weihnachtsgeschenk in Höhe von 800 Millionen Franken. Die Behörden müssen dem Deal allerdings noch zustimmen.

Stellen abgebaut, Gewinn gesteigert

Seit der Übernahme im Jahr 2012 habe Orange zahlreiche Massnahmen ergriffen, die das Unternehmen fitter für die Zukunft machten, heisst es in einer Mitteilung. Auch dank eines Stellenabbaus von 140 Leuten wurde der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen deutlich gesteigert. Überdies wurde das Mobilfunknetz auf die neueste Generation 4G aufgerüstet.

Dennoch ist der Schweizer Telekommarkt ziemlich festgefahren. Es dominiert die Swisscom den Mobilfunk mit einem Marktanteil von rund 60 Prozent, während die beiden kleineren Orange und Sunrise sich je um 20 Prozent balgen.

Darüber, wie sich der Verkauf auf Orange konkret auswirke, hielt sich der Chef von Orange Schweiz, Johan Andsjö, bedeckt. Auf die Frage nach Synergien sagte Andsjö: «Wir haben darüber noch keine Gespräche geführt.» Er sei aber sicher, dass man innovative Ideen austauschen könne.

Swisscom-Aktie auf Talfahrt

Die Finanzgemeinde glaubt derweil bereits an ein Aufflammen des Wettbewerbs im Telekommarkt durch den Einstieg von Niel bei Orange. Der Kurs der Swisscom-Aktie sackte bis gegen 14.30 Uhr um 5,5 Prozent ab.

Händler Laurent Bakhtiari vom Broker IG betonte, dass Niel in Frankreich die Telekomlandschaft bereits umgekrempelt habe. Jedes Mal, wenn er mit seinem Anbieter Free ein neues Produkt auf den Markt gebracht habe, seien die Preise der Konkurrenz in den Keller getrieben worden.

Derzeit habe die Swisscom eine sehr starke Stellung auf dem Schweizer Markt. Daher dürfte der Eigentümerwechsel bei Orange Schweiz eine ziemlich schlechte Nachricht für den «Blauen Riesen» sein. Es sei mit hoher Sicherheit anzunehmen, dass Niel einen ähnlichen Schock auf dem Schweizer Markt auslösen werde wie in Frankreich.