Zum Inhalt springen

Header

Hand am mit Postcard am Bezahlterminal.
Legende: Datenschleuder: Wer mit der Karte bezahlt, hinterlässt wertvolle Angaben. PostFinance AG 2017, Alle Rechte vorbehalten
Inhalt

Neues Geschäftsfeld Postfinance steigt in den Handel mit Kundendaten ein

«Benefit» heisst das neue Angebot von Postfinance, das Mitte Juni starten wird. Wer dem Finanzdienstleister die Erlaubnis gibt, die Transaktionen seines Kontos zu analysieren, wird im Gegenzug über Spezialangebote informiert.

Wer konsequent mit der Karte bezahlt, hinterlässt eine riesige Datenspur. Die will Postfinance nun nutzen und mit dem Programm «Benefit» daraus Kapital schlagen. Über die Kontobewegungen lässt sich nämlich auf die Interessen der Kontoinhaber schliessen.

Der Finanzdienstleister stellt interessierten Händlern diese Einsichten auf einer Plattform zur Verfügung. So sollen Anbieter gezielt bestimmten Interessengruppen Sonderangebote unterbreiten können. Der Händler muss dabei den Rabatt auf das ganze Sortiment gewähren. Die Postfinance will so verhindern, dass ein Shop bloss die Ladenhüter über die Plattform loswerden will.

Steigt eine Kundin auf so ein Angebot ein, so bezahlt sie dem Händler erst einmal den vollen Preis. In einem zweiten Schritt bekommt sie dann von Postfinance den Rabatt auf ihr Konto gutgeschrieben.

So will der Finanzdienstleister verhindern, dass ein Händler sieht, welche Kunden ihm über Benefit vermittelt wurden. Postfinance will so den Datenschutz und das Bankgeheimnis wahren. Kundendaten sollen nie an Dritte weitergegeben werden.

Schnäppchenjagd ist freiwillig

Wer an vergünstigten Angeboten interessiert ist, muss zudem ausdrücklich einwilligen, dass seine Daten ausgewertet werden (opt-in). Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung Konsumentenschutz, begrüsst diesen Schritt: «Die Postfinance setzt damit eine unserer Forderungen an das zu revidierende Datenschutzgesetz um.»

Das könnte Signalwirkung haben. Denn neben Postfinance sind auch noch andere staatsnahe Betriebe am Handel mit Kundendaten interessiert – oder haben bereits damit begonnen. So ist Swisscom seit kurzem ins Geschäft mit Big-Data eingestiegen und verkauft über die Vermarktungsfirma Admeira (an der auch die SRG beteiligt ist) die Sehgewohnheiten seiner Fernsehzuschauer an Werbetreibende. Wer das nicht will, muss aktiv werden und seine Daten sperren – ein äusserst komplizierter und mühseliger Prozess, kritisiert Sarah Stalder.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Charles Halbeisen  (ch)
    Wenn die Quasi-Monopolisten könnten, würden sie ihre Kunden mit Haut und Haar auf dem Sklavenmarkt verkaufen. Ich meinte, Missbrauch von Kundendaten ist kein Kavaliersdelikt und sollte mit Gefängnis gestraft werden. Haben unsere Datenschutz-Gesetze zu wenig Biss?
  • Kommentar von Henriette Rub  (ehb)
    Frau Stalder: ich muss der Swisscom ein Kränzchen winden. Man kann Alles was man nicht wünscht selber sperren. Auf der Rückseite der neuen Datenschutz Bedingungen ist der notwendige Link aufgedruckt. Kompliziert ist anders!
    1. Antwort von Hans Fürer  (Hans F.)
      Da habe ich aber schon anderes gehört und gelesen ...
    2. Antwort von Charles Halbeisen  (ch)
      Die Vertragsänderung, an alle Kunden geschickt, gibt der Swisscom das Recht, Kundendaten zu verkaufen. Und zwar inklusive Namen. Wer dagegen ist, muss ein schikanöses Formular ausfüllen, was 30 Minuten dauert. (zur Abschreckung) Auf Anraten des Kundenmagazins SALDO habe ich die Vertragsänderung per eingeschriebenen Brief abgelehnt.
  • Kommentar von rosi gantenbein  (lara croft)
    Der Überwachungsstaat schreitet unerbittlich voran, da nützen alle Datenschutz-Lobhudeleien gar nichts mehr....