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Wirtschaft Prozess um die Erb-Pleite: Die wichtigsten Stationen

Sie hat Millionen gemacht, herrschte über ein riesiges Firmenimperium: Die Familie Erb. 2003 die Zäsur. Die Erb-Gruppe ging pleite. Es war der zweitgrösste Konkurs in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte. Rolf Erb, der letzte Firmenchef, musste vor Gericht. Die wichtigsten Ereignisse im Überblick.

Es war die zweitgrösste Firmenpleite in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte, übertroffen nur vom Zusammenbruch der Swissair: Der Konkurs der Erb-Gruppe im Jahr 2003. Knapp zehn Jahre später, im März 2012, wurde Firmenchef Rolf Erb wegen gefälschter Bilanzen und Täuschung der Gläubiger zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Der Prozess gegen Rolf Erb

Berufungsprozess nach Verzögerungen

Erb und auch die Staatsanwaltschaft zogen den Fall ans Obergericht weiter: Während Erb sämtliche Vorwürfe bestreitet, verlangte die Anklage in diesem «krassen Fall von Wirtschaftskriminalität» eine höhere unbedingte Freiheitsstrafe von zehn Jahren.

Am 23. September 2013 begann nach einer Verzögerung aus personellen Gründen der Staatsanwaltschaft der Berufungsprozess vor dem Zürcher Obergericht. Rolf Erb bestritt alle Vorwürfe.

Der Irak-Krieg habe den Autoverkauf zusammenbrechen lassen. Hinzu seien der Tod des Vaters und der Tod des langjährigen Revisors gekommen. Diese Faktoren hätten den Zusammenbruch ausgelöst.

Der Zusammenbruch und die Schadensbegrenzung

Die Erb-Gruppe – Firmenkonglomerat aus 80 Unternehmen

Vor dem Konkurs war die Erb-Gruppe ein weltweiter Konzern mit einem Umsatz von rund 4,5 Milliarden Franken und fast 5000 Beschäftigten.

Angefangen hatte alles im Autohandel, der 1920 in der Garage von Hugo Erbs Vater in Winterthur-Töss begonnen hatte. Die Erb-Gruppe bestand vor dem Zusammenbruch aus vier Holdinggesellschaften:

  • Herfina (Autohandel): Der Import der Automarken Mitsubishi, Suzuki, Hyundai und Tata erwirtschaftet 50 Prozent des Umsatzes der Erb-Gruppe.
  • Unifina (Kaffeehandel, Finanzdienstleistungen und Immobilien): Die Volcafé-Gruppe erreicht einen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Franken und einem Anteil am Weltmarkt von knapp 13,5 Prozent.
  • Uniwood (Baunebenbranche, Holzhandel): EgoKiefer als bedeutendster Hersteller von Fenstern und Türen und Bruno Piatti, dem grössten Küchenbauer der Schweiz erwirtschaften mit über 1600 Angestellten einen Umsatz von rund 570 Millionen Franken.
  • Uniinvest (Beteiligungsgesellschaft): Faule Beteiligungen an der CBB Holding AG in Deutschland und der EBC Asset Management Ltd. in London.

Eine konsolidierte Bilanz der Gesellschaften wurde nie erstellt. Der Geldfluss zwischen den Holdinggesellschaften verunmöglichte eine genaue Bezifferung der gegenseitigen Verbindlichkeiten. Hauptgrund für die Pleite war der Abschreibungsbedarf von 2,5 Milliarden Franken bei der Beteiligungsgesellschaft Uniinvest.

Nach dem Zusammenbruch forderten Gläubiger insgesamt 6,5 Milliarden Franken. Darin sind auch die Forderungen enthalten, die sich die Holdings gegenseitig schulden.

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