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Energie-Report 2035 Reich der Mitte steht unter Strom

Der Anteil der Erneuerbaren an der weltweiten Energieerzeugung wird bis 2035 enorm zunehmen, stellt der neue BP-Report fest. Allein die Zahl der Elektrofahrzeuge werde in den nächsten 20 Jahren rund um den Globus auf 100 Mio. Einheiten anwachsen.

Legende: Audio Öl-Produzenten fürchten die aufkommende Elektro-Mobilität – und fördern auf Teufel-komm-raus. abspielen. Laufzeit 1:07 Minuten.
1:07 min, aus HeuteMorgen vom 26.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bis 2035 wird der globale Energiebedarf um etwa 30 Prozent zunehmen, stellt der soeben vorgelegte BP-Report fest.
  • Anteil der Erneuerbaren an weltweiter Energieerzeugung soll sich bis 2035 vervierfachen. China werde dabei das grösste Wachstum in diesem Bereich aufweisen.
  • Zahl der Elektrofahrzeuge wird nach BP-Schätzungen binnen 20 Jahren von 1,2 Millionen weltweit auf fast 100 Millionen steigen.

Um etwa 30 Prozent wird der weltweite Energiebedarf bis zum Jahr 2035 zunehmen. Das stellt der britische Rohstoffriese BP in seinem neuen Energie-Bericht fest, der als Standardwerk in der Branche gilt.

Grund für den wachsenden Energiehunger sei vor allem der wachsende Wohlstand in den Entwicklungsländern, wie aus dem in London veröffentlichten Bericht hervorgeht. Teilweise werde der grössere Energiehunger durch Verbesserungen der Energieeffizienz ausgeglichen.

China als Treiber für erneuerbare Energien

«Der globale Energiemarkt wandelt sich», sagte BP-Vorstandschef Bob Dudley. Der Kohleverbrauch soll in knapp zehn Jahren seinen Höchststand erreichen. Hauptgrund dafür ist dem Report zufolge China: Das Land setze zunehmend saubere, CO2-ärmere Energieträger ein. Es werde in den nächsten 20 Jahren das grösste Wachstum bei den erneuerbaren Energien erzielen – und damit mehr Strom erzeugen als die Europäische Union und die USA zusammen.

Die erneuerbaren Energien wachsen weiterhin weltweit am schnellsten. Ihr Anteil wird sich laut BP über die nächsten 20 Jahre vervierfachen. Grund sei die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit von Wind- und Solarenergie. Die Nachfrage nach Erdgas werde zudem schneller steigen als bei Öl oder Kohle, berichten die BP-Experten weiter.

100 Mio. Elektrofahrzeuge in 20 Jahren

Die klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen (C02) werden sich dem Report zufolge im Durchschnitt um jährlich 0,6 Prozent erhöhen. In den vergangenen Jahren waren es im Schnitt 2,1 Prozent. CO2 entsteht bei vielen Verbrennungsvorgängen in Motoren und Kraftwerken.

Die Zahl der Elektrofahrzeuge wird nach BP-Schätzungen binnen 20 Jahren von 1,2 Millionen auf fast 100 Millionen steigen. Dies mache etwa fünf Prozent der weltweiten Fahrzeugflotte aus. Elektroautos, selbstfahrende Fahrzeuge, Carsharing und Fahrgemeinschaften gehörten zu den «grössten Unwägbarkeiten» für die Zukunftsaussichten der Ölbranche, sagte BP-Chefökonom Spencer Dale.

Auf Teufel-komm-raus fördern

Deutlich höhere Ölpreise erwartet der BP-Chefökonom trotz der stetig wachsenden Nachfrage nicht, berichtet SRF-Wirtschaftsredaktorin Maren Peters. Er rechnet eher damit, dass die Produzenten weiter auf Teufel-komm-raus fördern werden.

Schon aus der Angst heraus, dass irgendwann erneuerbare Energien wichtiger sein könnten als Öl – und sie dann auf ihren Reserven sitzen bleiben. Eine Rückkehr zu alten Rekordpreisen von 100 Dollar je Fass Öl hält man bei BP daher langfristig für unwahrscheinlich.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Benedikt Jorns (Benedikt Jorns)
    Anstatt Forschung und Entwicklung im gesamten Bereich der Nicht Fossilen Energiequellen zu fördern und jeweils im sinnvollen Moment schrittweise einzuführen, findet ein Glaubenskrieg zwischen Atomkraftgegnern und Befürwortern statt. Im Schatten dieser Auseinandersetzung wächst der Anteil der fossilen Energien noch immer und erreicht nun schon 87% der weltweiten Energieversorgung. Auch in der Schweiz nimmt als Folge des wachsenden Imports von Kohlestrom der Anteil der fossilen Stromproduktion zu
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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Die Erkenntisse von BP sind nicht neu; sie kommunizieren nun einfach in einer Studie (und auch für Politikerinnen und Politiker verständlich) das, was ihre ausgezeichneten jährlichen Energiestatistiken ("Statistical Review of World Energy") seit Jahren zeigen: das rasante Wachstum der Nutzung erneuerbarer Energien, oft mit jährlichen Wachstumsraten im deutlich zweistelligen Prozentbereich. Das sollten insbesondere "Fossil-und-Nuklear-Nostalgiker" zur Kenntnis nehmen!
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Der Artikel ist relativ schlecht recherchiert. Zumal derzeit nicht China, sondern wohl Indien den grössten Energiehunger hat. Dass die Elektrofahrzeuge derart zunehmen werden ist falsch. Für eine solche Zunahme fehlen ganz einfach die Ressourcen. Da BP wohl auch Brennstoffzellenfahrzeuge zu den Elektrofahrzeugen zählt, darf darauf hingewiesen werden, dass, egal ob H2 oder SOFC Technologie, der Bedarf an fossilen Brennstoffen auch hier vorhanden ist. Nicht unbedingt beim Öl, aber sicher Erdgas.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Hr. Ducrey, Ihre Aussage ist falsch. Sie suggeriert nämlich man wisse dass die Zunahme der Elektrofahrzeuge nicht so stark sein kann. Aber die Aussage im Artikel ist ja nicht dass es so sein wird, sondern dass es so sein könnte. Es ist also eine Prognose. Ihre Aussage ist auch eine Prognose, kommt aber als Behauptung daher. Deshalb ist sie falsch, sogar dann wenn Sie recht hätten.
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    2. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Hr. Ducrey, Sie liegen wohl noch mit einer anderen Aussage daneben: Ihre Vermutung dass Indien "den grössten Energiehunger" haben wird kann zwar sogar stimmen, ist aber beim Thema nicht wirklich relevant. Das Thema beschäftigt sich nämlich mit der Nachfrage und deren Deckung, und die ist nicht dasselbe wie der Hunger. D.h. auch wenn Indien den grössten "Energiehunger" hat kann es trotzdem sein dass die Aussage im Artikel, dass China in den kommenden Jahren das grösste Wachstum haben wird stimmt.
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    3. Antwort von Max Blatter (maxblatter)
      Wasserstoff oder Methan, als Energiequelle für die Brennsstoffzellen, können problemlos mittels Erneuerbarer Ressourcen gewonnen werden: Elektrolyse von Wasser mit Solar- oder Windstrom ergibt Wasserstoff; wenn gewünscht kann eine "Methanisierungs"-Stufe nachgeschaltet werden (für den Betrieb von Brennstoffzellen aber eher nicht sinnvoll). Das ist Stand der Technik, jedenfalls in Form von Pilotanlagen - ein Betrieb von Brennstoffzellen mit Erdgas wäre m.E. Unsinn.
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