Rekord-Aktiensturz bei Glencore

Der Aktienkurs des Bergbaukonzerns und Rohstoffhändlers mit Hauptsitz in Zug sanken im Laufe des Montags um über 25 Prozent gegenüber dem letzten Handelstag – so stark wie noch nie.

Der Aktienkurs von Glencore vom Montag bis 13.00 Uhr. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nach dem Mittag ging es nochmals steil bergab: Der Aktienkurs fiel zwischenzeitlich um über 25 Prozent. Swissquote

Die Aktien Glencore brachen in London am Montag um über 25 Prozent ein – das entspricht einem Rekordsturz. Die Gründe für den Ausverkauf der Aktien des Bergbaukonzerns und Rohstoffhändlers? Analysten machen Zweifel an den Erfolgsaussichten des bisherigen Sanierungskurses verantwortlich.

Die hohe Verschuldung könnte zu einem existenzbedrohenden Problem werden, wenn sich die Rohstoffpreise nicht erholten und der Konzern nicht umfassend umgebaut werde, warnten die Analysten von Investec in einem Kommentar. Der weltgrösste Rohstoffhändler sitzt auf Verbindlichkeiten im Volumen von etwa 30 Milliarden Dollar.

Immer tiefere Preise für Kupfer und Kohle

Im Sog von Glencore rutschten die übrigen Minenwerte ebenfalls ab. Kupfer hat sich seit April um etwa 20 Prozent auf derzeit rund 5000 Dollar je Tonne verbilligt. Der Preis für gleiche Menge Kohle fiel am Montag auf bis zu 49,15 Dollar und erreichte damit den dritten Tag in Folge ein Zwölf-Jahres-Tief.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Glencore tritt auf die Schuldenbremse

    Aus Tagesschau vom 7.9.2015

    Der Wert von Rohstoffen ist zum Teil massiv eingebrochen. Das macht dem Rohstoffhändler Glencore das Leben schwer. Höchste Zeit zu reagieren.

  • Glencore und das Gift

    Aus Rundschau vom 22.10.2014

    Die Kupferfabrik von Glencore verpestet in Sambia die Luft. Anwohner sterben an Asthmaanfällen, Ernten verdorren auf den Feldern. Darüber berichtete die Rundschau im März. Die Schweizer Rohstofffirma versprach Besserung und nahm eine neue Abgasanlage in Betrieb. Doch sind damit die Probleme gelöst? Die Rundschau-Recherche vor Ort.