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Wirtschaft Rentenalter: Wo arbeiten die Europäer am längsten?

In der Schweiz gibt es nach wie vor keinen politischen und gesellschaftlichen Konsens, wenn es um die Reform der Altersvorsorge geht. Ein Ländervergleich zeigt: In einigen europäischen Ländern wird bereits länger gearbeitet – zumindest auf dem Papier.

Legende: Video Neue Rentenmodelle abspielen. Laufzeit 1:53 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.05.2016.

Die Lebenserwartung steigt – und das wird in vielen Ländern zur immer grösseren Belastung für die Rentensysteme. So auch in der Schweiz. Grund genug für den Zuger CVP-Ständerat Peter Hegglin, eine bereits schon mal von der BDP vorgeschlagene Idee wieder auf die politische Agenda zu bringen: Ein Rentenalter, das an die Lebenserwartung gekoppelt ist, sich also automatisch anpasst.

Seit Einführung der AHV im Jahr 1948 ist die Lebenserwartung stetig gestiegen, sie liegt heute bei durchschnittlich 83 Jahren. In Zukunft werden die Menschen noch länger leben. Bei einer Koppelung des Rentenalters an die Lebenserwartung würde sich das Rentenalter in Zukunft also automatisch nach oben anpassen.

Effektiv arbeiten Schweizer länger

Einige europäische OECD-Länder haben bereits ein gesetzliches Rentenalter eingeführt, das über demjenigen der Schweiz liegt. In nordeuropäischen Länder, wie etwa Norwegen und Island, gehen Männer wie Frauen erst mit 67 Jahren in Rente. Aber auch in südeuropäischen Ländern, wie Portugal und Italien, müssen zumindest die Männer länger arbeiten als in der Schweiz, so will es das Gesetz.

Allerdings: In allen Nachbarländern der Schweiz, also Frankreich, Deutschland, Österreich und Italien, hängen die Menschen ihre Jobs früher an den Nagel, als gesetzlich vorgesehen wäre. In Frankreich, wo das offizielle Rentenalter mit rund 61 Altersjahren vergleichsweise tief ist, gehen Männer wie Frauen im Durchschnitt schon vor dem 60. Geburtstag in Rente.

In der Schweiz liegt das effektive durchschnittliche Rentenalter – gemäss OECD und Bundesamt für Statistik (BfS) – bei Männern und Frauen über dem gesetzlichen Rentenalter.

Die Spitzenreiter unter den europäischen OECD-Ländern sind allerdings die Isländer: Frauen gehen durchschnittlich mit 68 Jahren, Männer sogar erst mit 69,5 Jahren in Rente.

Sendebezug: Tagesschau, 19:30 Uhr

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
    Es wird Zeit,dass wir umdenken & unsere Lebensarbeitszeit verlängern,wollen wir ein gesichertes Rentensystem beibehalten, Die Mär ein > 55-Jähriger würde keinen Job mehr finden,wird wunderschön «geköchelt» um dies als schlagendes Argument am Leben zu halten.Wer sich ein Leben lang um seine Ausbildung bemühte,ist bis ins hohe Alter gefragt.Wir haben einen so hohen Lebensstandard,dies hat seinen Preis.Leider sind viele nicht bereit diesen auch zu bezahlen.Schauen wir selbstbewusst in die Zukunft!
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Herr Bächler es gibt Firmen in der Schweiz, die nachweislich per Weisung keine neuen Mitarbeiter über 45 einstellen. Beachten Sie auch mal den Altersdurchschnitt und deren Entwicklung in bestimmten Unternehmungen. Es ist längst keine Mär, sondern real gelebte Tatsache. - Wie kommt es, das Sie sich als SVP-Hinterfrager mit einer typischen SVP-Argumentation äussern ??? (smile)
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    2. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Die letzten 3 Sätze Ihres Kommentars, Herr Bächler, kann ich voll unterstützen! Nur, Ihre Behauptung, Jobs der über 57-jährigen Angestellten und Berufsleuten seien immer möglich, ist und bleibt ein sehr grosses Problem! Nicht alle 57-Jährigen sind in der Lage, sich weiterhin weiter zu bilden oder neue PC-Programme schnell und klar zu verstehen! Dazu (das ist der Hauptgrund!), arbeiten junge Grenzgänger oder EU-Einwanderer weiterhin "billiger", als ein 58-jährigen "Meyer oder Müller"!
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Solange in den wirtschaftlich wichtigsten Staaten Europas die Leute mit 55 Jahren (oder Beamte noch früher!) in die Rente gehen, sind obige Vergleiche sehr unrealistisch zu sehen! Die Gewerkschaften haben in gewissen "Industrieländer" eine dermassen grosse "Macht", dass man dort endlich umdenken müsste. Wir "Schweizer" (dazu gehören auch sehr viele Migranten!) arbeiten auch mit immer noch wöchentlich langen Stundenzeiten und erst noch leistungsbereit! Mit 60 bekommt man übrigens keinen Job mehr!
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
      Und immer muss der Migrant noch erwähnt sein...
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    2. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Jawohl, Herr Bächler! Es geht im obigen Bericht um die Arbeits-Moral und all deren Fassetten in unserem Land. Es sind eben nicht nur Meier, Müller und Huber die jahrzehntelange chrampfen und dafür sorgen, dass wir in einem wohlhabenden und einigermassen sicheren Land leben dürfen! Es sind sehr viele integrierte und leistungsbereite Migranten, die ebenfalls täglich hart chrampfen! Genau diese Realität wollte ich erwähnen! Das Wort Migranten stach Ihnen bereits "sauer auf"! Einfach unglaublich!!
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  • Kommentar von Theresia Weber (Resi)
    @Peter Escher u. 321 mal Daumen hoch: Ihre Aussage gehört der Vergangenheit. Passt man die Lohnforderung seinen Lebensbedürfnissen an, also weniger als in jüngeren Jahren wenn man für die Familie aufkommen muss, findet man Arbeit u. sogar mit lockeren Bedingunen (Arbeitszeit, Präsenz, usw.). Das Weitergeben der langen Erfahrung an junge Mitarbeiter geniesst grosse Anerkennung seitens der Arbeitsgeber.
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