Zum Inhalt springen
Inhalt

Wirtschaft Roche muss Markt in China eigenhändig ankurbeln

Die wichtigsten Märkte für den Basler Pharmakonzern Roche sind nach wie vor die USA und Europa. Schwellenländer wie China werden zwar immer wichtiger. Aber teure Medikamente gegen Krebs lassen sich dort nur schwer verkaufen.

Zwei Packungen Tamiflu, eine auf Französisch und eine auf Chinesisch angeschrieben.
Legende: Das grosse Geld für Roche in China lässt noch auf sich warten. Keystone

Krebs ist auch in China eine der häufigsten Todesursachen. Krebsmedikamente von Roche seien dort deshalb grundsätzlich sehr gefragt, aber für die wachsende chinesische Mittelschicht schlicht zu teuer. Roche habe deshalb eine ganze Reihe von Projekten lanciert, um sich einen Markt zu schaffen.

Roche-Chef Severin Schwan: «Eines davon ist, dass wir mit Versicherungsgesellschaften zusammenarbeiten, um Patienten in diesen Entwicklungsländern den Zugang zu unseren teilweise sehr teuren Medikamenten zu ermöglichen.» Heute verfügen nur sechs Prozent der chinesischen Bevölkerung über eine Krankenversicherung, welche die Kosten einer Krebsbehandlung deckt.

Wichtiger Datenaustausch mit Rückversicherer

Deshalb arbeitet Roche seit zwei Jahren mit der Rückversicherung Swiss Re zusammen. Diese dürfe nicht selbst in China Krebsversicherungen anbieten. Man gehe aber auf chinesische Partner zu, sagt Robert Wiest, China-Chef bei Swiss Re in Peking. «Das heisst, wir sprechen mit ihnen, unterstützen sie in der Gestaltung der Versicherungsprodukte, in der Preisfindung, im Marketing, und auch in der Ausbildung der Agenten» – mit dem Ziel, Produkte an den Endverbraucher zu bringen.

Roche liefert Swiss Re Daten aus der Krebsforschung. Diese seien enorm wichtig, sagt Robert Wiest: «Um herauszufinden, wie ein Produkt geschaltet werden muss, ob es den Marktbedürfnissen wirklich entspricht und ob es der Bevölkerung im Bezugsfall eine Erleichterung des täglichen Lebens schafft.» Das sei die eine Dimension. Die andere sei mathematisch: «Die Daten dienen natürlich auch der Prämienfindung.»

Roche finanziert Spitäler, Labors und Ausbildungen

Nach einer längeren Anlaufphase komme das Geschäft nun ins Rollen, heisst es sowohl bei Roche als auch bei Swiss Re. Die Zahl der in China verkauften Krankenkassenpolicen, die Krebsbehandlungen decken, hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt, von 10 auf 20 Millionen. Bei einer Bevölkerungszahl von über 1,3 Milliarden ist das aber immer noch sehr wenig.

Kommt dazu, dass der Preis nicht die einzige Hürde ist für Roche in China. Um die hochspezialisierte Medizin an die Patienten zu bringen, investiert Roche auch in die Infrastruktur, die Spitäler, die Labors, in die Ausbildung des Personals und in die Information der Bevölkerung über die neuen Therapiemöglichkeiten – grosse Investitionen, die aus China langfristig den grossen Wachstumstreiber machen sollen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.