Rohre bringen Georg Fischer voran

Der Industriekonzern Georg Fischer hat im letzten Jahr Umsatz und Auftragseingang leicht erhöhen können. Der Gewinn legte überproportional zu. Für die Aktionäre gibt es mehr Geld.

GF-Mitarbeiter misst mit einer Schublehre ein Rohrstück aus Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Rohrleitungssysteme sind die profitabelste Sparte von Georg Fischer. Keystone

Für den Schaffhauser Georg-Fischer-Konzern (GF) zahlte sich 2014 aus, dass das Unternehmen die Sparte Piping Systems ausgebaut hat: Zum ersten Mal ist diese mit einem Umsatzanteil von 39 Prozent der grösste Geschäftsbereich von GF. Dieser stellt Rohre aus Kunststoff und Metall her für Wasser, Gas und andere Flüssigkeiten in Industrie und in der Haustechnik.

Weniger von Zyklen abhängig

Das Wachstum dieser profitabelsten GF-Sparte um 3 Prozent im letzten Jahr trug wesentlich zum guten Resultat des Konzerns bei. Dank Piping Systems könne der Konzern seine Abhängigkeit von wirtschaftlichen Zyklen verringern und seine Gesamtprofitabilität steigern, schreibt das Unternehmen.

Und das sind die wichtigsten Kennzahlen für das vergangene Geschäftsjahr:

  • Der Umsatz erhöhte sich um 1 Prozent auf 3,8 Mrd. Franken.
  • Der Auftragseingang legte gleich stark auf 3,84 Mrd. Franken zu.
  • Der Reingewinn dagegen stieg überproportional um 34 Prozent auf 195 Mio. Franken. GF begründet dies unter anderem mit dem Verkauf einer nicht betriebsnotwendigen Liegenschaft.

Auch operativ verbesserte sich der Konzern, weil er nach eigenen Angaben viel produktiver gearbeitet hat: Damit erhöhte sich der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 274 Mio. Franken (+ 9 Prozent). Die Dividende soll auf 17 Franken je Aktie steigen (bisher 16 Franken).

Arbeitszeiten erhöht

GF blickt verhalten optimistisch in die Zukunft. Im laufenden Jahr soll der Konzern trotz Frankenstärke noch profitabler werden. Auf die Aufwertung des Frankens hat Georg Fischer bereits reagiert und die wöchentliche Arbeitszeit in den Schweizer Werken auf durchschnittlich 44 Stunden erhöht.

Frankeneffekte begrenzt

Der Währungseffekt sei vor allem in den Sparten Piping Systems und Machining Solutions (Elektroerosionsmaschinen, Fräsmaschinen und Maschinen für die 3D-Laserverdampfung) spürbar. Für die zweitgrösste Division Automotive (Getriebeteile aus Leichtmetall und Eisen für die Fahrzeugindustrie) dagegen habe die Frankenaufwertung keinen Einfluss. Sie hat keine Werke in der Schweiz.

Der Fankeneffekt sei ohnehin nicht sehr gross, da GF die Währungen abgesichert habe. Alle drei Divisionen hätten zudem neben den Massnahmen zur Effizienzsteigerung die Einkäufe in (günstiger gewordenen) Euro erhöht.