Rotstift bei SBB Cargo

SBB Cargo streicht bis Ende Jahr 70 Stellen in der Verwaltung. Grund dafür sind die roten Zahlen, die das Gütertransportunternehmen für 2015 ausweisen musste.

Güterzug von SBB Cargo. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Geschäft mit dem Güterverkehr gerät ins Stocken. Keystone

Das Geschäft mit dem Güterverkehr rollt schlecht. «SBB Cargo ist defizitär und muss bei den strukturellen und den administrativen Kosten sparen», sagte SBB-Sprecher Jean-Philippe Schmidt. Er bestätigte damit Meldungen in «La Liberté», «Le Nouvelliste» und Arcinfo.ch.

Diese Kosten machten aktuell 28 Prozent der Gesamtausgaben aus. Sie müssten jedoch auf 20 Prozent gesenkt werden, um denjenigen der Branche und der Konkurrenz zu entsprechen, sagte Schmidt. Entlassungen werde es deswegen aber keine geben. Das SBB-Personalbüro werde den betroffenen Angestellten dabei helfen, innerhalb oder ausserhalb des Unternehmens eine neue Stelle zu finden.

22 Millionen Verlust

SBB Cargo schrieb nach zwei positiven Jahren 2015 wieder rote Zahlen, obwohl mehr Güter transportiert wurden und auch die Nettotonnen-Kilometer und der alpenquerende Güterverkehr gegenüber 2014 um mehr als 4 Prozent zunahmen.

Der Verlust betrug 22 Millionen Franken. Als Gründe nannte die SBB-Spitze neben dem starken Franken die konjunkturelle Abschwächung sowie die zunehmende Deindustrialisierung.

Auch der SBB-Konzerngewinn war wegen Mehrausgaben in der Infrastruktur sowie tieferen Immobilienverkäufen 2015 um über ein Drittel eingebrochen. Die SBB-Spitze hält deshalb am angekündigten Millionen-Sparprogramm «RailFit20/30» fest. In den nächsten Jahren sollen rund 900 Stellen gestrichen werden.