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Wirtschaft Rückschlag für Autopilot von Tesla

Ein tödlicher Unfall mit einem Tesla ruft die US-Verkehrssicherheitsbehörde auf den Plan. Grund: Die Elektro-Limousine war auf Autopilot gestellt und «übersah» einen Lastwagen. Die Ursache ist noch offen. Möglicherweise vertraute der Fahrer wider besseren Wissens blindlings auf den Computer.

Blick durch die Frontscheibe eines fahnrenden Teslas, der Lenker gestikuliert und hat die Hände nicht am Steuer
Legende: Tesla-Fahrzeuge legten schon mehr als 200 Millionen Kilometer unfallfrei mit dem Autopiloten zurück. Reuters

Ins Auto sitzen und das Auto fährt automatisch ins Büro, der Fahrer checkt E-mails oder rasiert sich – solchen selbstfahrenden Autos soll die Zukunft gehören. Doch nun gibt es in der Entwicklung einen Rückschlag, nachdem im letzten Mai in den USA der Fahrer eines Tesla Modell S tödlich verunfallte.

Ob die Technologie versagt hat, wir zurzeit von den Verkehrssicherheitsbehörden geprüft. Bereits klar ist gemäss Tesla, dass das selbstfahrende Auto einen von rechts kommenden Lastwagen nicht erkannt und entsprechend nicht gebremst hatte. Das Unternehmen vermutet, dass der Autopilot die weiss gestrichene Seite des Lastwagens nicht von dem taghellen Himmel unterscheiden konnte.

Tesla: Technik noch in Testphase

Es war bekannt, dass selbstfahrende Autos noch Probleme haben, beispielsweise mit Regen oder Schnee und nun offensichtlich auch mit Licht, wie SRF-Wirtschaftsredaktorin Susanne Giger erklärt. Experten seien sich einig, dass es bis zum vollständig selbstfahrenden Auto wohl noch zehn Jahre dauern dürfte.

Tesla betont denn auch, dass es sich beim Autopiloten um eine neue Technologie in einer Art Testphase handle. Die Funktion sei in der Grundeinstellung ausgeschaltet. Falls ein Fahrer das Programm nutzen wolle, werde er mehrmals ausdrücklich aufgefordert, die Hände niemals vom Steuer zu nehmen und die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten. Diese Anweisung habe der Fahrer möglicherweise nicht befolgt.

Bisher 200 Mio. Kilometer ohne Unfall

Der kalifornische Tesla-Konzern des Milliardärs Elon Musk gilt als Vorreiter nicht nur bei Elektroautos, sondern auch bei Innovationen und auch bei der Sicherheit. Der tödliche Unfall sei sicher ein Dämpfer, die Aktie habe nachbörslich leicht nachgegeben, sagt Giger. Und es sei wohl auch so, dass Konkurrenten den Erfolg von Tesla fürchteten. Entsprechend würden solche Fälle gern herangezogen, um einen starken Mitbewerber etwas zu bremsen.

Tesla zeigte sich bestürzt über den Unfall und sprach den Angehörigen des Opfers das Beileid aus. Der Konzern relativierte aber auch ein wenig: So hätten Tesla-Fahrzeuge bereits über 200 Millionen Kilometer ohne einen tödlichen Unfall auf Autopilot zurückgelegt. Im US-Strassenverkehr kommt ein tödlicher Unfall pro 100 Millionen gefahrener Kilometer.

Die Verkehrssicherheitsbehörde muss nun herausfinden, ob der Autopilot planmässig funktioniert oder versagt hat. Nun werden 25'000 Tesla vom Model S mit Jahrgang 2015 überprüft. Nach einer Rückrufaktion sieht es aber zurzeit nicht aus. Die Behörden dürften künftig aber grundsätzlich wieder etwas kritischer hinschauen bei der Zulassung von selbstfahrender Software.

Auch Google-System in einen Unfall verwickelt

Bei Google gab es in diesem Jahr ebenfalls den ersten Unfall mit einem selbstfahrenden Auto, das vom Computer gesteuert wurde. Einer der Wagen kam bei niedriger Geschwindigkeit einem Bus in die Quere. Es blieb beim Blechschaden.

22 Kommentare

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  • Kommentar von Felix Piringer (Miles Davis)
    Bezüglich selbstfahrenden Autos wird George Hotz (geohot, der als erster das iPhone gehackt hat) wohl bald auf der Überholspur sein. Im Unterschied zu Tesla will er teure Sensoren und Technik nur in ein Fahrzeug einbauen, dem das Autofahren "beigebracht" wird. Danach sollen Autos mit einfachen Smartphone Kameras und seinem intelligenten Algorithmus fahren können. Über den preislichen Vorteil muss man da kaum noch diskutieren.
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  • Kommentar von Mike Steiner (M. Steiner)
    Warum Tesla überall seine Fahrzeuge mit dem Argument "Autopilot" anpreisen kann, obwohl es gesetzlich nicht über ein Assistenzsystem hinauskommt (vgl. www.teslamotors.com), ist mir schleierhaft. Auch hierzulande sind da offenbar die wirtschaftsmachtverängstigten Bürkraten im ASTRA nicht bereit, Klartext zu reden... ;-)
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Tja, dann gibt es einfach ein weiteres Gesetz zur Ausstattung aller Autos mit einem Meldesystem, einem Signal, das für alle automatisch gelenkten Autos erkennbar ist. Dann sind Farbe, etc., egal. Manchmal sollte man bei der Technik dort ansetzen, wo einfache und günstige Möglichkeiten bestehen.
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