Virtual Reality Samsung Gear VR: Wer hat's erfunden?

Hat Samsung bei der Entwicklung seiner Gear-VR-Brille indirekt von der Technologie der Firma Zenimax profitiert? Das ist der Inhalt einer Klage, welche Zenimax gegen den südkoreanischen Elektronik-Riesen eingereicht hat. Aber auch gegen Zenimax selbst läuft ein Gerichtsverfahren.

Ein Mann mit einer Samsung-Gear-VR-Brille auf dem Kopf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In Samsungs Gear-VR-Brille soll Technologie stecken, die eigentlich der Firma Zenimax gehört. Keystone

  • Zenimax wirft Samsung vor, Virtual-Reality-Technologie abgekupfert zu haben.
  • Samsung soll deshalb die Technologie von Zenimax in der Gear-VR-Brille nicht mehr verwenden dürfen.
  • Zenimax hat bereits Anfang Jahr mit einer Klage gegen Facebook einen Teilerfolg erzielt.
  • John Carmack, ehemaliger Zenimax-Mitarbeiter und Virtual-Reality-Pionier, klagt seinerseits gegen den früheren Arbeitgeber.

Zenimax wirft Samsung die widerrechtliche Verwendung von Firmengeheimnissen, unlauteren Wettbewerb und ungerechtfertigte Bereicherung vor. Denn Samsung hat eine eigene Virtual-Reality-Brille entwickelt, die Gear-VR heisst. Zenimax geht davon aus, dass darin eine Technologie steckt, die Zenimax entwickelt habe. Bis heute konnte Samsung rund fünf Millionen Exemplare der Brille in die Läden bringen.

Zenimax stellt selber keine Virtual-Reality-Brille her. Die Firma ist eine Holdinggesellschaft, die vor allem als Muttergesellschaft der Game-Firma Bethesda bekannt ist.

Zenimax gibt aber an, in den vergangenen Jahren weit über 10 Millionen Dollar in die Entwicklung der Virtual Reality und ähnlicher Technologien gesteckt zu haben.

Teilerfolg gegen Facebook

Mit einer ähnlichen Klage gegen Facebook ist Zenimax bereits Anfang Jahr ein Teilerfolg gelungen. Damals ging es darum, dass die zu Facebook gehörende Firma Oculus VR bei der Entwicklung ihrer Oculus-Rift-Brille eine Technologie eingesetzt habe, die geistiges Eigentum von Zenimax sei.

John Carmack während einer Pressekonferenz im Jahr 2008. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Soll Technologie zu Oculus mitgenommen haben: John Carmack während einer Pressekonferenz im Jahr 2008. Imago

John Carmack, ein Pionier der Virtual Reality, habe sie bei seinem Wechsel von Zenimax zu Oculus mitgenommen. Carmack hat diesen Vorwurf stets bestritten. Es konnten ihm während des Verfahrens auch keine Verfehlungen nachgewiesen werden.

Doch die Richter urteilten, in der Sache sei es trotzdem zum Bruch eines Geheimhaltungsabkommens zwischen Carmack und dem Oculus-Gründer Palmer Luckey gekommen. Sie sprachen deshalb eine Busse von 500 Millionen Dollar aus. Die ursprüngliche Schadenersatzforderung hatte bei vier Milliarden Dollar gelegen.

Alle gegen alle

Der damalige Prozess sei so öffentlichkeitswirksam gewesen, dass Samsung von den Plagiats-Vorwürfen hätte wissen müssen, so Zenimax in der aktuellen Klage. Doch die Südkoreaner hätten ihre Gear-VR-Brille, die auf Oculus-Technologie beruht, trotzdem unverändert angeboten. Deshalb verlangt Zenimax nun Schadensersatz und will, dass seine VR-Technik in der Gear-VR-Brille nicht mehr verwendet werden darf.

Als ob die Sache nicht schon kompliziert genug wäre, klagt mittlerweile auch John Carmack gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Zenimax. Darin geht es um die Restsumme von 22,5 Millionen Dollar, die ihm Zenimax nach der 2009 erfolgten Übernahme seiner Game-Firma ID Software noch schuldig sei. Mit ID Software hatte Carmack unter anderem den Game-Klassiker «Doom» entwickelt.