SBB will Pensionsalter 65 aufweichen

Die SBB hat Mühe, in der Schweiz genügend qualifiziertes Personal zu finden. Jetzt will das Unternehmen stärker auf ältere Mitarbeiter setzen: Wer das Pensionsalter erreicht, soll länger bleiben dürfen. Das sagt der Personalchef gegenüber «ECO».

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Bildlegende: Traum Zuglenken? Die offenen Zugbegleiter-Stellen besetzen sich schon lange nicht mehr von selbst. SBB CFF FFS

Es wäre die Abschaffung der sogenannten «Altersguillotine». Im Interview mit «ECO» sagt SBB-Personalchef Markus Jordi, man solle das Pensum vor 65 reduzieren können, dafür länger arbeiten – «und das zum gleichen Lohn». Die Pensionsaltersgrenze von 65 ist kein Tabu mehr. Derzeit sucht die SBB das Gespräch mit den Sozialpartnern. «Wir denken, dass das gut getragen wird», so Markus Jordi.

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3:14 min, aus SRF 4 News aktuell vom 22.04.2013

Der Grund für diese Massnahme: Die SBB spürt den Mangel an Fachkräften in der Schweiz. Mehr als 250 Stellen sind derzeit unbesetzt. Unter anderem können Zugbegleiter kaum mehr in erforderlicher Zahl akquiriert werden.

Um das Arbeitskräfte-Reservoir in der Schweiz besser zu nutzen, hat die SBB weitere Massnahmen ergriffen. Dazu zählen:

  • eine gezieltere Anstellung von Frauen
  • eine verstärkte Anstellung von Personen über 50
  • ein ausgebautes Angebot von Teilzeit-Stellen
  • eine berufsbegleitende Ausbildung

Jede fünfte Stelle: Personal aus dem Ausland

Die SBB geht aber auch den Weg, den viele Schweizer Unternehmen einschlagen: Sie sucht ihr Personal jenseits der Grenze. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren jeweils mindestens 20 Prozent seiner offenen Stellen mit Arbeitnehmern aus dem Ausland besetzt.