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Wirtschaft SBB will Pensionsalter 65 aufweichen

Die SBB hat Mühe, in der Schweiz genügend qualifiziertes Personal zu finden. Jetzt will das Unternehmen stärker auf ältere Mitarbeiter setzen: Wer das Pensionsalter erreicht, soll länger bleiben dürfen. Das sagt der Personalchef gegenüber «ECO».

SBB-Chef
Legende: Traum Zuglenken? Die offenen Zugbegleiter-Stellen besetzen sich schon lange nicht mehr von selbst. SBB CFF FFS

Es wäre die Abschaffung der sogenannten «Altersguillotine». Im Interview mit «ECO» sagt SBB-Personalchef Markus Jordi, man solle das Pensum vor 65 reduzieren können, dafür länger arbeiten – «und das zum gleichen Lohn». Die Pensionsaltersgrenze von 65 ist kein Tabu mehr. Derzeit sucht die SBB das Gespräch mit den Sozialpartnern. «Wir denken, dass das gut getragen wird», so Markus Jordi.

Der Grund für diese Massnahme: Die SBB spürt den Mangel an Fachkräften in der Schweiz. Mehr als 250 Stellen sind derzeit unbesetzt. Unter anderem können Zugbegleiter kaum mehr in erforderlicher Zahl akquiriert werden.

Um das Arbeitskräfte-Reservoir in der Schweiz besser zu nutzen, hat die SBB weitere Massnahmen ergriffen. Dazu zählen:

  • eine gezieltere Anstellung von Frauen
  • eine verstärkte Anstellung von Personen über 50
  • ein ausgebautes Angebot von Teilzeit-Stellen
  • eine berufsbegleitende Ausbildung

Jede fünfte Stelle: Personal aus dem Ausland

Die SBB geht aber auch den Weg, den viele Schweizer Unternehmen einschlagen: Sie sucht ihr Personal jenseits der Grenze. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren jeweils mindestens 20 Prozent seiner offenen Stellen mit Arbeitnehmern aus dem Ausland besetzt.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Ich bringe dieser SBB sofort 250 schweizer Fachkräfte! Aber dann müssen die auch schweizer Löhne dafür zahlen! Arbeitswillige, gut ausgebildete Leute, ja sogar sehr motivierte IV Rentner die sehr gut arbeiten, hätten wir hierzulande. Das ist sicher nicht das Problem. Liest man aber die Stellenanforderung, z.B. die eines Zugbegleiters, muss der ja schon einen fast UNI Abschluss vorweisen. Der Lohn bewegt sich dann aber auf Handlanger Niveau! Schweiz, einen Komödie ohne Ende!
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    1. Antwort von ed dante, zürich
      @Tom Duran, Basel, der Schweizer ist nicht erwünscht auf dem CH Arbeitsmarkt darum stellt man lieber Ausländer ein mit billig Abitur und so ist auch das Gehalt. Wir sind aber auch selber Schuld, wir haben an der Urne mit JA gestimmt und somit den Ast abgesägt auf dem wir sitzen.
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  • Kommentar von A. Planta, Chur
    Der SBB geht es in erster Linie um die Sanierung ihrer Pensionskasse. Tatsächlich wollen die Betriebe junge, dynamische Leute, die schnell lernen, bei einem Arbeitsortwechsel viel flexibler sind und weniger Gebrechen und Krankheiten haben als Ältere. Der Erfahrungswert spielt heute eine kleinere Rolle bei den ständig wechselnden Anforderungen.
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Dazu würde eigentlich auch zählen: 1.) eine gezieltere Anstellung von Frauen 2.) eine verstärkte Anstellung von Personen über 50 3.) ein ausgebautes Angebot von Teilzeit-Stellen 4.) eine berufsbegleitende Ausbildung Aber die Wirtschaft macht ja genau das Gegenteil. Mehr noch die Wirtschaft wirft Leute über 50 sogar über Bord oder ekelt und mobbet sie raus ! - Politiker aller Parteien schämt euch !
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