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Wirtschaft Schmiergeld und Irreführung: Novartis im Ausland unter Druck

Dunkle Wolken über dem Pharmakonzern Novartis. Das Unternehmen sieht sich in den USA und in Japan Vorwürfen der Manipulation und der Korruption ausgesetzt. Staatliche Behörden der Länder stellten Strafanzeige oder reichten Klagen ein.

Legende: Video Neue Vorwürfe gegen Novartis abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.01.2014.

In den USA ist Novartis mit einer Klage konfrontiert. Die Behörden werfen dem Unternehmen vor, Schmiergelder bezahlt zu haben, um den Absatz seines Medikamentes Exjade anzukurbeln. Dieses senkt den Eisengehalt im Blut.

Vorgänge seit 2007

Der Generalstaatsanwalt von Manhattan, Preet Bharara, und der Justizminister des Staates New York, Eric Schneiderman, erklärten, sie hätten jetzt gegen Novartis geklagt.

Der Konzern habe mit der Pharma-Gesellschaft BioScrip «ein System der gegenseitigen Begünstigung» unterhalten. Das Treiben habe 2007 begonnen. Damals habe die Novartis-Führung befürchtet, Patienten könnten die Einnahme von Exjade einstellen. Dies wegen möglicher gefährlicher Nebenwirkungen, wie Schneiderman verlauten liess.

Tausende Patienten angerufen

Demnach habe sich das Unternehmen mit BioScrip abgesprochen, um den Verkauf von Exjade anzukurbeln. Angestellte von BioScrip hätten «tausende Telefonanrufe getätigt» bei Patienten, die durch das Medicaid-Programm im Staat New York gedeckt waren. Diese seien ermuntert worden, Exjade weiterhin einzunehmen.

Im Gegenzug habe Novartis bei Patienten für BioScrip geworben und dem Unternehmen seine Medikamente zu tieferen Preisen verkauft.

Novartis dementiert

BioScrip liess sich auf ein Abkommen mit den Behörden ein, um einer Anklage zu entgehen. Es wird 15 Millionen Dollar bezahlen, um Mehrkosten abzugelten, die den Gesundheitssystemen Medicaid und Medicare entstanden.

Novartis «nimmt die Anschuldigungen zur Kenntnis und weiss sich entschlossen zu verteidigen», sagte eine Sprecherin. «Novartis hatte mit BioScrip zusammengearbeitet, um sich die nötigen Informationen zu sichern um Patienten zu kontaktieren», bestätigte die Sprecherin. Die Gesellschaft habe danach die Patienten aber «nach ihrem eigenen Vorgehen» kontaktiert.

Ungemach auch in Japan

Nach monatelangen Ermittlungen reichte auch das japanische Gesundheitsministerium Strafanzeige gegen die dortige Novartis-Tochter ein. Japan werfe dem Unternehmen Manipulation und irreführende Werbung vor, die per Gesetz verboten sei, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Novartis hatte bereits im September öffentlich um Entschuldigung für mutmassliche Manipulationen an Wirksamkeitsstudien für das blutdrucksenkende Medikament Diovan gebeten. Mehrere japanische Spitäler hatten aufgehört, das Mittel zu verschreiben.

Diovan, dessen Patentschutz in Japan 2013 auslief, ist ein wichtiger Umsatzträger für Novartis. Rund ein Viertel der Erlöse mit dem Mittel kamen zuletzt aus Japan.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von B.Knie, zürich
    Amerika braucht Geld sie schauen nicht mehr mit der Zipfelmütze aus dem Drecksloch. Nur eines muss ich sagen wie korrupt es in Amerika zugeht und wie dort gemutschelt und getuschelt wird geht unter keine Kuhhaut. Die Mafia sitzt überall von dem her sollten sie sich erst mal an die eigene Nase fassen als bei anderen Fehler zu suchen sie sind ja wie auf der Jagd. Und die Mafia sind ja nicht nur die Firmen sondern deren Aktienbesitzer, dass sind die grössten Geldkurbler Mafiabosse.
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Die Manipulation von Studien, Information usw. durch Pharmaunternehmen ist für Sie i.O. wenn es von CH-Firmen stammt? Übrigens ist hier auch von Japan die Rede. Mich beunruhigt viel mehr wie in der CH die Behörden der Pharmaindustrie gehörig sind...(Natürlich setzen die USA gerne gegen ausländische Unternehmen an und schützen die eigenen - wie z.B. Monsanto...).
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  • Kommentar von rené studer, zürich, thailand
    In," Augenöffner! Wurzeln der Machtübernahme durch Konzerne in der EU und weltweit." weist Dr. Rath darauf hin, dass die Krebs-Krankheit als Schlüssel des milliardenschweren Pharma-Betrugs. Toxische Nebenwirkungen des Chemo Gifts verursachen zahlreiche weitere Krankheiten. Jede dieser Nebenwirkungskrankheiten stellt einen weiteren Pharma Milliarden Markt dar. 42% aller verschreibungspflichtigen Pharma-Präparate sind potentiell krebserregend. Schreibt das National Institut of Health der USA!!!
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Die Pharmaindustrie ist zu einer viel zu mächtigen und wichtigen Geldmaschienerie geworden, als dass hier das Wohl der Menschen im Vordergrund stehen könnte. Die Gesundheit der Menschen ist hier höchstens Mittel zum Zweck, wenn überhaupt. Und die Politik ist machtlos gegenüber der Pharmaindustrie, das Wohl und die Interesse der Menschen, der Allgemeinheit durchzusetzen - siehe Deutschland und die Kapitulation der Politik gegenüber der Pharmaindustrie.
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  • Kommentar von M. Haener, Büsserach
    Wenn angefangen bei Vasella, über Bush, bis Rockefeller und alle unerwähnten ''Mafiabosse'' im ''Steinbruch'' arbeiten, könnten wir uns langsam aber sicher einig werden. Mit Bussen die eigenen Taschen zu füllen, doch selbst die grössten Dreckschleudern des Planeten zu sein, macht nicht wirklich Sinn.
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