Schweden kaufen Schweizer IT-Firma

Das Schweizer KMU Safemine verdient Geld mit Sicherheits-Geräten für Rohstoff-Minen. Keine sechs Jahre nach der Gründung wird es jetzt ins Ausland verkauft. Erfolgreiche «Exits» von Schweizer Start-ups häufen sich.

Safemine-Gerät in Fahrzeug in Mine. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schweizer Technik: Licht- und Tonsignale sagen dem Fahrer eines Minen-Fahrzeuges, wenn sich andere Objekte nähern. SRF

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Safemine

Safemine

Safemine ist heute in 45 Minen in 15 Ländern präsent. Inzwischen hat es 16'000 Minen-Fahrzeuge mit seinen Geräten ausgestattet. Diese sollen verhindern, dass die mächtigen Fahrzeuge, die das Zehnfache eines Panzers wiegen, durch Zusammenstösse Schaden anrichten. So funktioniert die Technik

Hexagon heisst der neue Eigentümer des Baarer Unternehmens Safemine. Dessen 45 Angestellte sind seit letzter Woche Teil des 14'000-Mitarbeiter-Konzerns aus Schweden. Über den Kaufpreis schweigen beide Parteien. Nach eigenen Angaben sei er für Safemine auch «nicht der wichtigste Parameter» für die Entscheidung gewesen, sich unter die Fittiche eines Grossunternehmens zu begeben. «Sonst hätten wir uns irgendeinem Finanzinvestor an den Hals geworfen», sagt Safemine-Mitgründer Peter Stegmaier.

Safemine verspricht sich von dem schwedischen Messtechnik-Konzern einen schnellen Zugang zu weltweiten Märkten. «Das selbst aufzubauen, wäre sehr langwierig», so Peter Stegmaier. «Und die Zeit haben wir nicht.» Denn: Safemine hat vor einigen Jahren mit seinen Geräten zur Kollisionswarnung zwar eine Nische besetzt, begegnet in dieser aber zunehmend Konkurrenz.

«ECO» hatte bereits vor einem Jahr über Safemine berichtet. Das Unternehmen hatte damals den Schweizer Export-Preis von Switzerland Global Enterprise (ehemals Osec) erhalten. Im Nachgang dazu seien laut Unternehmen mehrere Anfragen von Investoren eingegangen. Dies habe bei den vier Gründern einen Denk-Prozess angeregt mit der Frage, wie das Unternehmen schnell zu seinem Vorteil wachsen könne.

Hexagon-Minen-Division in der Schweiz

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Hexagon

Hexagon ist ein in Schweden börsenkotiertes Unternehmen, in mehr als 40 Ländern präsent und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,4 Mrd. Euro.

Hexagon erweitert mit Safemine sein Portfolio und baut vor allem eine seiner drei Divisionen aus: Hexagon Geosystems. Diese ist aus der Übernahme von Leica Geosystems im Jahr 2005 hervorgegangen und wird vom st. gallischen Heerbrugg aus geführt. Safemine steht in einer Reihe mit vielen Unternehmen, die Hexagon gekauft hat.

«Wir haben sehr schnell festgestellt, dass wir kulturell sehr gut zusammenpassen und dass Safemine eine gute Vision hat, die sich auch mit unseren Visionen deckt», sagt Hexagon-Geosystems-Leiter Jürgen Dold. Über gemeinsame Kunden im Minengeschäft sei man aufeinander aufmerksam geworden. Zudem war Safemine-Verkaufschef Peter Stegmaier einst selbst bei Leica Geosystems tätig.

Verkäufe ins Ausland häufen sich

Jean-Pierre Vuilleumier beobachtet zurzeit vermehrt Übernahmen im Stile von Hexagon und Safemine. Als Chef von CTO Invest begleitet er Schweizer Hightech-Firmen bei ihren ersten Schritten. Während der Finanz- und Schuldenkrise hätten Konzerne ihre Innovation vernachlässigt, sagt er, nun seien die «Kriegskassen» grosser Firmen gefüllt. «Sie suchen jetzt sehr aktiv nach potenziellen Start-ups, die ihnen neue Technologie bringen, weil sie sie selbst verschlafen haben», so Vuilleumier.

In der Regel blieben die Mitarbeiter am bewährten Standort – und damit das Know-how in der Schweiz. Dies liegt allein in der Entscheidungsmacht des Käufers. Es gebe auch Beispiele wie wie jenes von Apple. Der IT-Riese hole jede Firma, die es akquiriere, an seinen Hauptsitz in die USA.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Safemine: Schweden kaufen Schweizer Hightech

    Aus ECO vom 17.3.2014

    Es ist eine rasante Entwicklung: 2008 gegründet, gehört das Schweizer Unternehmen Safemine nun einem schwedischen Technik-Konzern. Global war die Kundschaft schon von Beginn an: Am Standort Baar entwickeln und vertreiben zwei Dutzend Mitarbeiter eine Technik, die Zusammenstösse von Fahrzeugen in Rohstoff-Minen verhindern soll. «ECO» berichtete vor einem Jahr – und besucht die Firma jetzt wieder, mit der Frage: Was bedeutet die Übernahme für das Unternehmen und für den Schweizer Standort?