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Schweizer Firmen Ist der chinesische Übernahme-Hunger gestillt?

Nach dem Rekordjahr 2016 kauften Chinesen im letzten Jahr deutlich weniger Schweizer Unternehmen.

Legende: Video Chinas Übernahmen in der Schweiz gebremst abspielen. Laufzeit 01:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.02.2018.

Im letzten Jahr beteiligten sich Investoren aus China in der Schweiz zum Beispiel am Seilbahn-Hersteller Bartholet, am Detailhändler Dufry oder am Technologie-Unternehmen Way Ray. Doch es waren weitaus weniger spektakuläre Deals als zum Beispiel die Syngenta-Übernahme 2016.

Auch in Europa nahm die Anzahl Beteiligungen und Übernahmen ab. «Gegenüber dem Renminbi haben die ausländischen Währungen verloren», begründet Wirtschaftsprofessor Yuan Ding die Abnahme. «Darum stoppte die Regierung viele irrationale Übernahmen zum Beispiel von Weingütern, Unterhaltungsunternehmen und Fussballclubs.»

Weniger Unterhaltung, mehr Technologie

Tatsächlich floss gerade in der Vergangenheit immer wieder Geld auch in Branchen, die mit Technologie wenig zu tun haben. Atletico Madrid, zum Beispiel, oder die beiden grossen Fussballclubs aus Mailand, AC und Inter, gingen in die Hände chinesischer Investoren. Und das war nicht im Sinne der Zentralregierung in Peking.

Legende:
Chinesische Übernahmen in der Schweiz Firmenübernahmen durch chinesische Unternehmen in der Schweiz EY-Studie

Diese Übernahmen entsprachen dagegen viel mehr den Interessen der Regierung: 2016 haben Chinas Unternehmen Technologie und Know-How einverleibt – in der Schweiz. Mit Syngenta, dem Trinkflaschen-Hersteller Sigg oder der ehemaligen Swissair-Tocher SR Technics.

Das sei das Ziel der Regierung in China und der Unternehmer, sagt Wirtschaftsprofessor Yuan Ding: «Staatliche und Private Firmen kommen nach Europa, um ihr Geschäft weiterzuentwickeln. In der Robotik gab es vor kurzem eine Übernahme in Europa. Aber auch bekannte Marken sind interessant oder Technologien, um die Produktion in China zu modernisieren.»

Legende:
Chinesische Übernahmen in Europa Studie EY

Chinesische Firmen sind an Technologie und Wissen stark interessiert. Und auch die Kassen seien voll, sagt Yuan Ding. So dürften die Anzahl Beteiligungen und Übernahmen aus China wohl bald wieder zunehmen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Welches gut gehende Unternehmen wird als Nächstes durch chinesische Investoren übernommen? Und soll die Schweiz weiter zuschauen? Droht ein Ausverkauf unserer Wirtschaft und unseres Knowhow's? Das Problem an der heutigen Situation ist die Einbahnstrasse. Chinesen können in der Schweiz ohne Restriktionen kaufen, Schweizer können dies in China nicht. Wir sollten Sorge tragen zu unseren guten Firmen und KMU's. Kein Ausverkauf nur des Profites wegen.
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    1. Antwort von Paul Soltermann (ps)
      Keine Einbahnstrasse Herr Keller, Schweizer (wie ich) und auch CH-Firmen koennen sehr wohl in China investieren, was aber wiederum negativ ausgelegt werden kann, weil dadurch in der CH AP verloren gehen ...
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  • Kommentar von Paul Soltermann (ps)
    Ein, oder vielleicht DAS Geheimnis des Erfolgs ist, dass die Volksrepublik noch regierbar ist, Regierbar in dem Sinne, dass es (man kann es glauben oder nicht) einen positiven Steuer Wettbewerb gibt. Jeder (Boss) will am Gemeinwesen moeglichst gross beteiligt sein. Derweil der Westen vor Zerstrittenheit am ersticken ist. Ich sage das mit Bedauern und ohne Schadenfreude.
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  • Kommentar von Fritz Frei (Fritz Frei)
    China kauft nur Technologie, in die es selbst keine hohe Priorität setzt. Syngenta z.B. soll einer Milliarde Bauern helfen. Im Hochtechnologie-Bereich ist China (mit) an der Spitze.
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