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Wirtschaft Schweizer reisen weiterhin

Kriege, Flüchtlinge und Terror; es scheinen keine lukrativen Zeiten für Touristen zu sein. Dennoch macht jeder Schweizer im Schnitt 2,6 Reisen pro Jahr, mit jeweils mindestens drei Übernachtungen. Dabei sind die Krisenregionen nicht zwingend unbeliebt.

Legende: Video «Bilanz der Schweizer Reiselust» abspielen. Laufzeit 1:10 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 10.09.2015.

Laut dem Schweizer Reise-Verband hat der durchschnittliche Umsatz eines Schweizer Reisebüros nur marginal von CHF 3,279 auf 3,259 Mio abgenommen. Zudem reisen die Schweizer weiterhin viel und unternehmen im Schnitt 2,6 Reisen pro Jahr. Der leichte Umsatzrückgang ist Folge der Frankenstärke und der Aufhebung des Euro-Mindestkurses der Schweizer Nationalbank.

Die Konsequenzen der politischen Situation im Mittelmeerraum sind laut Walter Kunz, Geschäftsführer vom Reise-Verband, noch nicht zum Vorschein gekommen: «Die Flüchtlingsströme nach Griechenland hatten praktisch keine Auswirkungen, Rhodos und Kreta beispielsweise gehören zu den Spitzenreitern.»

Legende: Video ««Es gibt keine Kundenbeschwerden»» abspielen. Laufzeit 2:39 Minuten.
Vom 10.09.2015.

Tunesien hingegen sei nach dem Terroranschlag von Sousse Ende Juni schon eingebrochen. Allerdings dürfe man sich insbesondere wegen der Flüchtlingsthematik nicht täuschen lassen, da diese erst in den letzten Wochen zum Vorschein kam.

Hohe Erwartungen für Herbstferien

Wie Mediensprecher Roland Schmid gegenüber SRF bestätigte, liegen die Buchungen für den Oktober rund 5 Prozent über dem Vorjahresstand. Zwar ist Mallorca an der Spitze der Herbstferienziele, allerdings sind auch die griechischen Inseln beliebt. Einen Zuwachs zum letzten Sommer und Winter kann auch Ägypten verzeichnen.

Schmid erklärt, dass einige Touristen vor den Reisen Fragen an die Reisebüros hätten. «Vor Ort haben wir jedoch nie etwas von einem negativen Zwischenfall gehört.» Im Gegenteil: Viele Touristen würden sogar bewusst an die Orte der Flüchtlinge fahren und sie mit Lebensmitteln versorgen.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    "Tunesien hingegen sei nach dem Terroranschlag von Sousse Ende Juni schon eingebrochen." Diese Anschläge sind einfach nur beschissen. Dann denke ich sarkastisch: Hoffentlich gibt es bald weltweit dermassen viele Ferienziele, dass diesen Attentats-Typen und dem IS nur noch schwindelig wird. Das sind natürlich auch Machtfantasien, sich vorzustellen, dass "sie" dann einfach frustriert aufgeben angesichts so einer Übermacht. Ihre Twitter- oder anderen Accounts würden geflutet von Ferienzielen.
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    1. Antwort von M. Roe (M. Roe)
      Ich hoffe nicht, dass sich zu viele Menschen so einfache Lösungen für dieses Problem schon nur "träumen". Sie sind aber nicht die einzige, die gerne einfache Lösungen hätten. So wirken sich auch wahrnehmungsverändernde Drogen (auch Medikamente) auf die Meinungsbildung der Bevölkerung aus. Dass heute bereits fast die Hälfte der Bevölkerung unter dem Einfluss von solchen Mitteln steht, auch in wichtigen Positionen, ist auch ein Grund, dass die heutigen Probleme nicht ernst genug genommen werden.
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