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Wirtschaft Schweizer Skigebiete rüsten auf

Jahr für Jahr nimmt die Zahl von Wintersport-Gästen ab. Trotzdem – oder gerade deshalb – werden in der Schweiz jedes Jahr für bis zu 500 Millionen Franken in den Wintertourismus investiert. Deshalb steigen die Preise, aber auch die Gefahr weiter sinkender Gäste-Zahlen.

Säulendiagramm mit abnehmenden Skier-Days und darüber ein Liniendiagramm mit ansteigendem Preis für einen Tagespass.
Legende: Skifahrer-Zahlen sinken und Tagespass-Preise steigen: Während die Zahl der Skier-Days laufend zurückgeht, steigen die Preise für einen Tagespass jährlich im Mittel leicht an. SRF / Seilbahnen Schweiz

Die Schweizer Seilbahnen verzeichnen jeden Winter sinkende Gästezahlen. Trotzdem wird in den Schweizer Bergen mächtig investiert: Zwischen 300 und 500 Millionen Franken werden pro Jahr für Bahnen, Beschneiungsanlagen und Gastbetriebe investiert.

Legende: Video Skigebiete: Massnahmen gegen Gästerückgang abspielen. Laufzeit 8:15 Minuten.
Aus 10vor10 vom 20.10.2014.

So flossen 20 Millionen Franken in den Bau einer neuen Doppel-Pendelbahn zwischen den beiden Schneesportgebiete Lenzerheide und Arosa. Den Wintersportlern eröffnete sich damit im Januar 2014 das grösste zusammenhängende Skigebiet in Graubünden.

Auch die bislang getrennten Skigebiete Andermatt (UR) und Sedrun (GR) sollen zur Skiarena am Oberalp zusammengeschlossen werden. Für Seilbahnprojekte sind rund 100 Millionen Franken vorgesehen.

Selbst die bereits grosszügig erschlossene Destination Zermatt verpflichtet mit seiner «Strategie 2018» Gemeinde, Gewerbe und Bahnbetriebe, in den kommenden zehn Jahren insgesamt 1,2 Milliarden Franken in Infrastruktur und touristische Erlebnisse zu investieren.

Auch andere Destinationen rüsten auf. Dieses Jahr werden rund ein Dutzend neue Bahnen in Betrieb genommen. Gemäss der Projekt-Auflistung auf der Website bergbahnen.org befinden sich derzeit 9 Anlagen im Bau – von mehrsitzigen Sesselliften bis zu Personenkabinen-Bahnen. 13 Anlagen stehen vor einer wahrscheinlichen Realisierung.

Wintersportler erwarten steigende Preise

Aber wird das wachsende Angebot von den Wintersportgästen auch genutzt? In Davos Klosters muss die alte Jakobshorn-Bahn in der kommenden Wintersaison einer hochmodernen Pendelbahn weichen. Dank der Investition soll die Attraktivität der Destination gesteigert werden. «Gäste haben wieder Gründe, nach Davos oder in die Bergregion zu kommen», sagte Nuot Lietha, Mediensprecher der Destination Davos Klosters zu «10vor10».

Dennoch: Die Gäste kommen immer seltener. Die Zahl der Wintersportler hat in Davos Klosters in den letzten 5 Jahren um 17 Prozent abgenommen. Auch in der vergangenen Winter-Saison waren wieder fast 10'000 Skifahrer weniger auf der Piste als im Jahr zuvor. Trotzdem wird die Transportkapazität aufs Jakobshorn verdoppelt – eine Investition in der Höhe von 23 Millionen Franken.

Weniger Gäste, steigende Preise

Der Abwärtstrend bei den Wintersport-Gästen trifft fast alle Destinationen in der Schweiz (vgl. Grafik): Im Winter 2013/14 wurden in den Skigebieten gesamthaft nur noch 23,9 Millionen Tagesbesuche, so genannte Skier-Days, verzeichnet. In den vergangenen fünf Jahren hat die Gästezahl insgesamt um 18,5 Prozent abgenommen.

Die leichte Erholung im Winter 2012/13 hat sich gemäss den statistischen Branchendaten von Seilbahnen Schweiz nicht halten können. Im Vergleich zum letzten Winter 2013/14 sind die Skier-Days erneut um 6 Prozent zurückgegangen.

Eine Hand zieht eine Ski-Tageskarte aus einer Jackentasche.
Legende: Der durchschnittliche Preis einer Tageskarte für Erwachsene ist in den letzten 5 Jahren kontinuierlich gestiegen. Keystone

Hinzu kommt: Die Kosten der Schweizer Skiangebote sind jedes Jahr leicht gestiegen. Der durchschnittliche Preis für einen Tagespass für Erwachsene ist in den letzten 5 Jahren auf 58,41 Franken gestiegen, eine Zunahme um rund 8 Prozent.

Das Problem der sinkenden Gästezahlen bei steigenden Preisen ist dem Direktor von Seilbahnen Schweiz sehr wohl bewusst. «Neue Anlagen mit den erforderlichen Sicherheitsmassnahmen haben ihren Preis. Und ein Bahnunternehmen hat keine sehr grosse Freiheit, sondern steigert die Preise, um das Gesamtangebot finanzieren zu können», sagt Ueli Stückelberger.

Auch in dieser Wintersaison werden in der Schweiz wieder gut ein Dutzend neue Bahnen in Betrieb genommen. Eine davon in der Lenk im Simmental, wo die Gästezahl leicht, die Preise aber stark steigen: um rund 20 Prozent in den letzten 10 Jahren. Neben den Lenk-Bergbahnen erhöhen zwei Drittel der Schweizer Skigebiete ihre Ticketpreise in der bevorstehende Saison.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Müssen wir unsere kleine Schweiz mit Riesenskiarenen bestücken, nur weil die grossen Länder uns konkurrenzieren? Unsere Naturressourcen reichen nicht für noch mehr "Sawiris"-Anlagen. Denken wir auch an die Langläufer und Spaziergänger, weiche die herrliche, unberührte Winterlandschaften und die Ruhe geniessen wollen.
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  • Kommentar von Anita Dick, Scotland
    Ich wuerde gerne jedes Jahr eine Woche Skiferien in der Schweiz machen. Viel zu teuer von Grossbritannien da die meisten Reisebueros nur die grossen Orte wie Davos, Zermatt etc anbieten. Hotels sind auch immer die 3* oder mehr. Die Schweiz hat tolle Gebiete aber wie schon erwaehnt viele alte Installationen. So diesen Winter verpasse ich das. In 40 Jahren haben wir nur ein Mal Familien Skiferien gemacht und das war in Oestereich..... Schweiz kam gar nie in die Frage!
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  • Kommentar von Stephanie Bock, München
    Ich bin als Kind sehr gerne in der Schweiz Ski gefahren. Heute fahre ich nur noch in Österreich oder in den bayrischen Skigebieten. Die Schweizer Anlagen sind völlig veraltet, so gesehen begrüsse ich die Investitionen, die Preise waren jedoch schon bisher insbesondere für Nichtschweizer völlig überzogen. Von Freundlichkeit zudem meist keine Spur, man fühlt sich nicht willkommen. Schlimm nur, dass die eigenen Landsleute nun dem Land den Rücken kehren.
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    1. Antwort von M. Roe, Gwatt
      Früher konnte man noch gemütlich Skifahren. Heute sind viel zu viele Menschen auf den Pisten. Leider auch viele "Raser" + Unvorsichtige. Nun gehe ich nur noch an kleine Lifte. Das Volk das man aus lauter Verzweiflung anziehen will, sind ja wohl die Chinesen + Russen. Wir kämen weiter, wenn wir nur noch Geld zur Erneuerung der Anlagen + nicht zur Erweiterung investieren würden. Dann brauchen wir all die abartigen Touristen nicht + es würde den normalen Menschen wieder gefallen. Weniger ist mehr !
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