Schweizer Uhren-Manager sehen schwarz

In der Schweizer Uhrenindustrie nimmt der Optimismus ab mit Blick auf die Entwicklung des Geschäfts in den kommenden Monaten. Der starke Franken ist für einmal aber nur einer der Gründe.

Uhrmacher von hinten fotografiert hält mit der linken Hand eine Uhr vor die Augen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Uhrenindustrie macht sich Sorgen über die Zukunft, nicht nur wegen des starken Frankens. Keystone

In den vergangenen Jahren ist die Schweizer Uhrenbranche vor allem dank starkem Wachstum in Asien von Rekord zu Rekord geeilt. Gemäss Statistik des Schweizer Uhrenverbandes (FH) sind die Uhrenexporte im Jahr 2014 um 1,8 Prozent auf einen Rekord von 21 Mrd. Franken geklettert. Doch bereits in der zweiten Jahreshälfte nahm die Wachstumsdynamik ab; und im ersten Halbjahr 2015 gab es mit 0,4 Prozent praktisch kein Wachstum mehr.

Smartwatches als Bedrohung?

Kein Wunder sind die Manager von Uhrenproduzenten pessimistisch: Vor allem der starke Frankens, die Konkurrenz der Smartwatch-Industrie und auch die gedämpfte Nachfrage nach Schweizer Uhren aus China drückt offenbar auf die Stimmung.

Das zeigt eine Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte. An dieser seien wichtige Branchenakteure wie die Swatch Group allerdings nicht beteiligt gewesen, teilt FH mit. Die Ergebnisse würden deshalb nur eine «partielle Vision» wiedergeben.

Gemäss den 51 von Deloitte befragten Uhrenmanagern dürfte sich das Wachstum der Branche weiter abschwächen. Lediglich 14 Prozent rechnen für die kommenden zwölf Monate noch mit mehr Exporten, während 41Prozent mit einem Rückgang rechnen. Damit hätten die «Pessimisten» erstmals seit der Einführung der Studie im Jahr 2012 gegenüber den «Optimisten» die Oberhand gewonnen, heisst es.

China und Hongkong bereiten Sorgen

Schwach dürfte sich die Exporttätigkeit in die wichtigen Märkte China und Hongkong entwickeln. Positiver gestimmt sind die befragten Manager mit Blick auf die USA, wo 91 Prozent von ihnen mit einem Wachstum rechnen. Und für Asien (ohne China und Hongkong) erwarten 62 Prozent mehr Ausfuhren. Prozentual gleich viele – also auch 62 Prozent – sind positiv gestimmt, was die Entwicklung in Europa angeht.