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Wirtschaft Silvio Denz: Millionen mit Villen, Wein und Parfum

Der Schweizer saniert Villen in London, betreibt mehrere Weingüter in Südfrankreich und baut die einst serbelnde Kristallwarenfabrik Lalique zu einem Luxusbrand auf. Mit Erfolg. Silvio Denz hat sich so gemäss der «Bilanz»-Reichstenliste ein Vermögen von fast 300 Millionen Franken erarbeitet.

Silvio Denz' Gesicht hinter Glas.
Legende: Silvio Denz' Credo: «Geld ist zum Investieren da.» SRF

Sein erstes Geld verdiente Silvio Denz als Junge mit Mäusefangen, wie er im Gespräch mit «ECO» erzählt. Denz wuchs im Fricktal auf, absolvierte in Basel eine Banklehre, machte einen kurzen Abstecher in den Devisenhandel – bevor er den kleinen Parfum-Handel der Familie übernahm. Er entwickelte den 8-Mann-Betrieb zur grössten Parfumkette der Schweiz mit rund 800 Angestellten.

Im Jahr 2000 verkaufte er «Alrodo» an den französischen Parfum-Giganten Marionnaud. «Eigentlich wollte ich gar nicht verkaufen, als ich angefragt wurde. Deshalb nannte ich extra einen hohen Preis – und Marionnaud war bereit, den Preis zu zahlen. Da zögerte ich nicht lange», sagt Silvio Denz. Über die Summe wurde Stillschweigen vereinbart. Brancheninsider schätzen, dass Denz damit rund 150 Millionen Franken verdient hat.

In der Folge investierte er unter anderem in Rebberge. Im Saint-Emilion-Gebiet in Südwestfrankreich produziert Silvio Denz Qualitäts-Wein. Inzwischen verlangt er pro Flasche bis zu 120 Euro.

Ich kam zu einer Kristallwarenfabrik wie die Jungfrau zum Kinde.
Autor: Silvio Denz

Silvio Denz ist ein Mann, der gerne schnell entscheidet. Mit Intuition. «Ich höre auf mein Bauchgefühl. Wenn es mir sagt, dass ein Objekt oder eine Idee Potenzial hat, dann kann alles sehr schnell gehen.» So war es auch 2008, als er sich für die Parfum-Sparte der Kristallmanufaktur Lalique interessierte. Silvio Denz wusste, dass Lalique in finanziellen Schwierigkeiten steckte und die bisherigen Eigentümer Käufer suchten. Plötzlich stand er vor der Wahl, Lalique ganz zu übernehmen oder gar nicht. «Ich zögerte nicht lange – und kaufte alles. So kam ich zu einer Kristallwarenfabrik wie die Jungfrau zum Kinde.»

Denz verordnete Lalique ein rigoroses Sanierungsprogramm, schloss unrentable Boutiquen, baute im Vertrieb und in der Administration 200 Stellen ab, professionalisierte das Marketing und lädt heute namhafte Künstler ein, für ihn Kristall-Objekte zu entwerfen – um so die einst serbelnde Marke als Luxus- und Lifestyle-Brand neu zu positionieren. Mit Erfolg. Lalique schreibt seit 2010 wieder schwarze Zahlen.

Millionen mit Umbau von Villen

Gutes Geld verdient Silvio Denz auch im Immobilienbereich. Er kauft in London sanierungsbedürftige Villen, baut sie um und verkauft sie so schnell wie möglich weiter. Damit macht er meist mehrere Millionen Gewinn. «Mit Investitionen in Grund und Boden kann man nicht falsch liegen», sagt Denz. «Geld-Anlagen in Immobilien überstehen Krisen, ja sogar Kriege. Das sieht man seit Jahrhunderten.»

Das erste Geld

Das erste Geld

Lange bevor Silvio Denz zu den 300 Reichsten der Schweiz aufgestiegen ist, gab es den Moment, da hat er sein allererstes Geld verdient. Womit? Das Video dazu im «ECO»-Jugendprojekt «Mint».

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Griesinger, Heidelberg, Deutschland
    Über die journalistische Qualität bin ich entsetzt. Eine reine Werbeveranstaltung! Von kritischer Distanz keine Rede, im Gegenteil: Dass in London Immobilien an Ausländer verkauft werden ist nicht neu. Aber: da die Schweizer sog. "Masseneinwanderungsinitiative" eine solche Zuwanderung stoppen möchte hätte man ja mal nachfragen können, warum Schweizer in der EU für Zuzug sorgen? 1 Million Gewinn ist wichtiger. "und alles hat mit Mäusen angefangen..." Es war schon nahe an einer Groteske. Peinlich!
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  • Kommentar von D. Becker, Gebenstorf
    Ich respektiere die unternehmerische Leistung von Herrn Denz. Da steckt sicher sehr viel Arbeit dahinter, auch wenn er ein nettes Startkapital hatte. Herr Denz bietet ganz sicher hochwertige Produkte an, schafft Arbeitsplätze etc. Wenn man aber bei der ganzen Geschichte etwas kritisch hinterfragen kann, ist, wie die Kunden von Herrn Denz soviel Geld zusammenraffen können, um sich solche Luxusgüter zu leisten. Das geht immer auch auf Kosten der eigenen Angestellten. Werden die gerecht entlöhnt?
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  • Kommentar von Marcell Reich, Antwerpen
    Respekt! Doch Mäusefangen...führen Sie Ihre Leser nicht an der Nase herum. Alrodo gehörte seinem Vater und seinem Onkel. Denz hatte ein hohes Startkapital aus seiner Familie bekommen. Kein Start up mit NULL Franken. «Geld ist zum Investieren da», das rechne ich Ihm sehr hoch an. 150 aus 100 würden das Geld geniessen und verprassen. Deshalb ist Denz umso wertvoller, als die selbsternannten Moralapostel aus der Bankenszene. Die Welt wäre entspannter mit mehr Investoren im Format von Silvio Denz.
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