Sinkende Zinsen: Was Hauseigentümer und Mieterverband jetzt sagen

Der für die Mieten massgebende Referenzzinssatz ist um einen Viertelprozentpunkt gesunken und beträgt nur noch zwei Prozent. Der Hauseigentümerverband Schweiz (HEV) und der Mieterverband (MV) gehen davon aus, dass der Referenzzinssatz nun einige Zeit tief bleiben wird.

Was bedeutet das für die Mieter?

2:27 min, aus SRF 4 News aktuell vom 02.09.2013

«Wir gehen schon lange davon aus, dass der Referenzzinssatz sinken wird. Jetzt oder im Dezember», sagt Peter Macher vom Mieterverband. Mit einer weiteren Senkung rechnet Macher allerdings nicht.

Der Hauseigentümerverband Schweiz (HEV) hält es für möglich, dass der Referenzzinssatz 2014 wieder steigt. Aber: «Wir gehen davon aus, dass der Referenzzinssatz im Dezember noch bei 2 Prozent bleiben wird», sagt Monika Sommer vom HEV.

Zusatzinhalt überspringen

Mietsenkung fordern

Ist der Referenzzinssatz im Mietvertrag höher als der aktuelle, sollte der Mieter einen eingeschriebenen Brief an den Vermieter mit der Forderung schicken. Der Mieter muss innerhalb von 30 Tagen reagieren. Wird die Miete nicht oder zu wenig gesenkt, kann sich der Mieter innerhalb von 60 Tagen an die Schlichtungsstelle wenden.

Mieterverband fordert Automatismus

Der Mieterverband bemängelt, dass zu wenig Hauseigentümer die Mietpreise von sich aus senken. Deshalb fordert der Mieterverband, dass die Vermieter ihre Preise automatisch anpassen müssen, per Gesetz.

Was bedeutet das für die Hauseigentümer?

50 min, aus SRF 4 News aktuell vom 02.09.2013

Sommer vom HEV hält das nicht für eine gute Idee. «Ein Automatismus macht wenig Sinn.» Die Unterhalts- und Betriebskosten stiegen in den jeweiligen Mietverhältnissen unterschiedlich. Auch die Renditesituation sei überall anders. Die aktuelle Regelung sei im Übrigen auch im Interesse der Mieter. Im umgekehrten Fall, wenn die Zinsen wieder stiegen, würden diese nicht sofort an die Mieter weitergegeben werden.

Beide Verbände empfehlen Mietern und Vermietern, ihre Mietzinsen aufgrund der neuen Situation zu überprüfen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Die Mieten fallen

    Aus 10vor10 vom 2.9.2013

    Mieterinnen und Mieter können eine Senkung der Mietzinsen verlangen. Das Bundesamt für Wohnungswesen hat den Referenzzinssatz für Mieten auf 2 Prozent gesenkt. Dies ist ein neues Rekordtief. Doch die Neuigkeit hat auch eine Kehrseite: Mieter, die eine neue Wohnung beziehen, haben das Nachsehen.

  • Tiefer Referenz-Zinssatz

    Aus Tagesschau vom 2.9.2013

    Der Referenz-Zinssatz sinkt. Und weil die Mieten sich anhand des Referenz-Zinssatzes berechnen, könnten oder sollten auch die Mieten bald sinken. Könnten oder sollten – genau das ist der Streitpunkt zwischen dem Hauseigentümerverband und dem Mieterverband. Die sind sich in dieser Angelegenheit nicht einig.

  • Referenzzinssatz im Rekordtief

    Aus Tagesschau vom 2.9.2013

    Erfreuliche Nachrichten für Mieter: Das Bundesamt für Wohnungswesen hat den Referenzzinssatz von 2.25 Prozent auf ein Rekordtief von 2 Prozent gesenkt. Damit können viele Mieterinnen und Mieter mit einer Reduktion der Wohnungsmieten rechnen.