SNB-Chef Jordan: Werden bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv bleiben

Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), betont die Bereitschaft zu weiteren Devisenkäufen.

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Bildlegende: Jordan hat die Bereitschaft zu weiteren Devisenkäufen auch nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses bekräftigt. Keystone

Die SNB werde bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv bleiben, um die monetären Bedingungen zu beeinflussen, sagte Direktor Thomas Jordan an einer Rede an der Universität in Brüssel.

«Mindestkurs unhaltbar»

Zudem verteidigte Jordan den Entscheid zur Aufgabe des Mindestkurses gegenüber dem Euro. Die Kursuntergrenze noch länger aufrechtzuerhalten hätte zur Folge haben können, die Kontrolle über die Bilanz zu verlieren, sagte er.

Vor dem Hintergrund einer «substanziellen» Abschwächung des Euro gegenüber dem US-Dollar sei der Mindestkurs unhaltbar gewesen.
Auch wenn sich das «Überschiessen» des Marktes nach der überraschenden Aufhebung der Kursgrenze vor etwa einem Monat mittlerweile etwas korrigiert habe, werde der Franken aktuell immer noch auf einem «signifikant» überbewerteten Niveau gehandelt.

Grosses Lob für die Schweiz

Jordan reiste auf Einladung der Schweizer EU-Mission und der Universität nach Brüssel. Das Referat mit dem Titel «Die Schweiz im Herzen Europas: Zwischen Unabhängigkeit und Verflechtung» fand im Rahmen einer Veranstaltungsreihe statt, die der Imagepflege der Schweiz dienen soll.

Jordan strich denn auch die Vorteile und Eigenarten des Schweizer Politik- und Wirtschaftsmodells hervor. So weise die Schweiz eine lange Tradition der politischen Unabhängigkeit auf. Gleichzeitig sei die Schweizer Wirtschaft sehr stark international verflochten. Die Schweiz habe dieser ökonomischen Integration massgeblich ihren Wohlstand zu verdanken.

Die Kehrseite der Medaille sei jedoch, dass die Schweiz den Entwicklungen der Weltwirtschaft und den Finanzmärkten stark ausgesetzt sei. Dies habe auch die Finanzkrise samt ihren Folgen gezeigt. 2009 sei die Schweizer Wirtschaftsleistung massiv eingebrochen. Dennoch sei die Schweiz besser durch die Krise gekommen als die Länder der Eurozone.