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Wirtschaft SNB schliesst Negativzinsen für die Schweiz nicht aus

Wie erwartet bleibt der Mindestkurs zum Euro bei 1.20 Franken. Damit ändert sich nichts an der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank. Man werde den Mindestkurs mit aller Konsequenz durchsetzen, sagt SNB-Präsident Thomas Jordan im Interview mit SRF.

Legende: Video Thomas Jordan über Mindestkurs, Negativzins und Immobilienmarkt abspielen. Laufzeit 06:31 Minuten.
Aus News-Clip vom 18.09.2014.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält ungeachtet der weit offenen Geldschleusen in der Euro-Zone an ihrer bisherigen Geldpolitik fest. «Wir werden den Mindestkurs mit aller Konsequenz durchsetzen», sagte SNB-Präsident Thomas Jordan im Interview mit SRF. Bei Bedarf würden auch weitere Massnahmen ergriffen. «Wir haben insbesondere auch die Einführung von Negativzinsen nicht ausgeschlossen», sagte Jordan weiter.

Im Euroraum gelten bereits seit Juni Negativzinsen. Sie sind eines der selten genutzten geldpolitischen Instrumente von Zentralbanken. Konkret bedeuten sie, dass Banken Strafzinsen bezahlen müssen, wenn sie ihr überschüssiges Geld bei der Zentralbank zwischenparken. Im Euroraum gilt derzeit ein Negativzins von 0,2 Prozent.

Schlechtere Wirtschaftsaussichten

Den Leitzins liess die SNB unverändert. Das Zielband für den Dreimonats-Libor bleibt bei null bis 0,25 Prozent.

Die Wirtschaftsaussichten für die Schweiz schätzen die Währungshüter schlechter ein als bei ihrer letzten Prognose. Die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) im laufenden Jahr wird von rund 2 Prozent auf knapp 1,5 Prozent gesenkt, wie die SNB mitteilte.

Tiefere Inflation erwartet

Ihre Inflationserwartungen für das nächste und das übernächste Jahr nahm die SNB leicht zurück. 2016 wird noch mit einer Teuerung von 0,5 Prozent nach bisher 0,9 Prozent gerechnet.

Der Franken hat nach der geldpolitischen Lagebeurteilung der SNB gegenüber Euro und Dollar angezogen. Der Euro schwächte sich auf Kurse von 1.2107 auf 1.2080 Franken ab und der Dollar gab von 0.9403 auf 0.9380 Franken nach. Nach der Verkündigung der SNB gab der Swiss Market Index (SMI) an der Börse etwas nach.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Negativzinsen führen zu einer Verlagerung der Investitionen in den Immobilienmarkt (problem der kapitalisierte Grundrenten!). Boden als Geldanlage ist ohnehin die Hauptursache für die ökonomische und soziale Schieflage der Industrieländer. Boden als Geldanlage führt zur Kaufkraftentwertung, Spekulationsblasen, Machtkonzentration/Umverteilung nach Oben usw. -> Gesellschaftlich & Ökonomisch wohl die Schadenursache Nr.1.
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Negativzinsen auf Liquidität sind ein logisch zwingend notwendiges Instrument einer nachhaltigen, marktwirtschaftlichen (!) Geldpolitik. Wenn mehr gespart wird, als Unternehmen aufnehmen können, müssen die Zinsen sinken können, bis ein Gleichgewicht erreicht wird. Wenn für Liquiditätshaltung ein Mindestzins von 0% garantiert wird, lohnt sich die Ausleihe an Unternehmen ab ca. 2% nicht mehr ->Geldhortung, Spekulation usw. -> Zins für Liquidität sollte n. Bedarf bis auf ca. -5% sinken können.
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  • Kommentar von M. Keller, Thurgau
    Die Frage muss erlaubt sein: Wie kommt es eigentlich, das GrossBritannien, das ebenfalls vom Import und Export lebt, weder 0-Zinsen noch Negativzinsen einführen muss/musste, und - trotz starker Import- UND Export-Unternehmen - ohne Euro-Bindung ausgekommen ist? Wie kommt es, dass die Schweiz das einzige europäische Land ausserhalb Euro-Raum ist, das sich an den Euro koppeln musste? Ich hätte eine Theorie, aber ... dann wird der Beitrag nicht veröffentlicht ;)
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