SNB warnt vor Immobilienblase

Niedrige Zinsen machen es möglich: Der Bau und Kauf von Häusern boomt. Die SNB aber gibt den Mahner. Sie warnt vor einer Immobilienblase. Die Banken sollen deshalb die Eigenmittel für Hypotheken aufstocken – und vorsichtig handeln.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat vor wachsenden Risiken auf dem Hypothekenmarkt gewarnt. Sie ermahnte die Banken zu grösserer Vorsicht bei der Hypothekenvergabe.

Sollten die Gefahren auf den Schweizer Hypothekar- und Immobilienmärkten wachsen, könnten zusätzliche regulatorische Massnahmen erforderlich werden, erklärte die SNB in ihrem Jahresbericht zur Finanzmarktstabilität.

Das Platzen der Immobilienblase in den USA hatte Ende des vergangenen Jahrzehnts die grosse Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelöst. Dabei waren auch Schweizer Grossbanken wie die UBS an den Rand des Abgrunds geraten.

Angesichts niedriger Zinsen erlebt die Schweiz derzeit einen Boom beim Bau und Kauf von Häusern mit immer weiter steigenden Preisen.

«Ein Rückgang der Immobilienpreise in dem Masse, wie man ihn in den 90er-Jahren erlebte, würde für die auf das Inland fokussierten Banken erhebliche Verluste bringen», heisst es in dem SNB-Bericht. Der Preisrückgang könne zum Beispiel durch einen starken Anstieg der Zinsen erfolgen. Die Folgen für die Realwirtschaft wären entsprechend negativ.

Es gebe Anzeichen, dass die Immobilienpreise ein Niveau erreicht hätten, das nicht nachhaltig sei. Zudem sollten sich die Banken vor Augen halten, dass die Hypothekenzinsen schnell deutlich steigen und Kreditnehmer dann in Schwierigkeiten geraten könnten.

Die SNB werde regelmässig prüfen, ob der antizyklische Kapitalpuffer der Banken erhöht werden solle. Auf Antrag der Nationalbank hatte die Schweizer Regierung bereits zum 30. September verfügt, dass Banken zusätzliche Eigenmittel für Hypotheken von 1 Prozent zurücklegen müssen. Dieser Puffer könnte auf bis zu 2,5 Prozent erhöht werden.

Die SNB will zudem prüfen, ob es weitere regulatorische Massnahmen braucht, um den Risikoappetit der Banken zu dämpfen.

UBS und CS: Erhöhung der Kapitalstärke

Den beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse bescheinigte die SNB im internationalen Vergleich gute Fortschritte bei der Erhöhung der Kapitalstärke.

Im ersten Quartal 2013 habe die UBS ihre risikogewichtete Kapitalquote im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 7,5 auf 10,8 Prozent erhöht, die Credit Suisse verdoppelte sie nahezu von 5,2 auf 10 Prozent.