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Wirtschaft Stabile Jobs sind Mangelware

Drei Viertel aller Beschäftigten weltweit sind nur noch befristet angestellt – oder sie arbeiten ganz ohne Vertrag, und damit auch ohne Beschäftigungs-Garantie. Die Folgen sind wachsende Ungleichheit und Armut. Die UNO fordert darum politische Lösungen.

Eine Person auf Stellensuche streicht in einer Zeitung ein Inserat einer Textilreinigung für eine Stelle als Teilzeitmitarbeiterin rot an. (keystone)
Legende: Die ILO fordert vor allem Einkommenssicherheit für Menschen ohne Vollzeit-Jobs. Keystone

Die Zahl ungesicherter Beschäftigungsverhältnisse nimmt weltweit zu und birgt Gefahren für Wirtschaft und Gesellschaft. Nur noch ein Viertel der Arbeitnehmer hat ein stabiles Beschäftigungsverhältnis. Das sagt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), einer Sonderorganisation der UNO.

Drei Viertel aller Beschäftigten weltweit besässen gar keinen Arbeitsvertrag, seien selbstständig oder hätten einen befristeten Job. Die ILO fordert deshalb in ihrem Jahresbericht die Politik zum Handeln auf.

Soziale Gerechtigkeit nur mit Vollzeit-Job?

Die Regierungen müssten sich überlegen, wie auch Menschen eine Einkommenssicherheit erhielten, die keine Vollzeitstelle hätten, sagte ILO-Generaldirektor Guy Ryder. So etwa Teilzeit-Beschäftigte, Menschen mit neuen Beschäftigungsformen wie Mini-Jobs in Deutschland oder Verträgen auf Abruf in den Niederlanden.

Zudem habe die weltweite Finanzkrise die Zahl der Teilzeit-Beschäftigung vor allem bei Frauen ansteigen lassen. Die Regierungen müssten auf die Nachfrage nach Vollzeitstellen reagieren, mahnte Ryder. Es sei aber auch notwendig, grundsätzliche Fragen nach einem Wandel der Arbeit zu stellen. Möglicherweise könne soziale Gerechtigkeit in Zukunft nicht mehr durch unbefristete Verträge und eine Arbeit von 9.00 bis 17.00 Uhr wie in früheren Generationen sichergestellt werden, so Ryder.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Dürr, Schwarzenbach
    Die Zuwanderung in die Schweiz hat sich zu Jahresbeginn beschleunigt, wenn ich diese Medienmeldung vom 22.05.15 lese verstehe ich überhaupt nichts mehr. Welche Arbeitsstellen erhalten diese Menschen, Vollzeit, Teilzeit, auf Abruf, Befristet? Oder handelt es sich um Grossverdiener, die in die Schweiz geholt werden, weil man sie in der Schweiz NICHT findet. Haben wir diese Arbeitsplätze, gemäss der Jammerei der Wirtschaft nicht. Die bauen eher ab. Was wird uns da vorgegauckelt?
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  • Kommentar von Angela Keller, Sirnach
    Während der Trend weggeht vom dauerhaften Vollzeitjob zu befristeten Stellen oder weniger Stunden, müssen viele Arbitnehmer darum kämpfen, überhaupt halbwegs gut bezahlte Arbeit zu finden. Arbeit soll mehr sein als bloss das nackte Überleben sichern. Bei befristeten Stellen sowie Teilzeitstellen mit niederem Einkommen wird auch di PK umgangen. Arbeitnehmer werden um ihre Rente betrogen. Wohin das alles noch hinführt? Die Arbeitgeber müssen wieder mehr Soziales Denken an den Tag bringen.
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  • Kommentar von Angela Keller, Sirnach
    Nur jeder Vierte hat einen stabilen Job.Weltweit steigt die Arbeitslosigkeit. In den Industriestaaten geht nach Einschätzung der ILO der Trend weg vom dauerhaften, sozial ganz abgesicherten Vollzeitjob.Befristete Arbeitsplätze, Zeitarbeit, Teilzeit oder Werkverträge sind demnach auf dem Vormarsch. Welch Hohn! Arbeitnehmer werden von Konzernen und Firmen ausgebeutet. Es Zählt nur noch der Gewinn. Eingestellt nach Bedarf, entlassen, wenn der Bedarf nachlässt. Soziale Verantwortung? Keine!
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    1. Antwort von M.Kaiser, Rebstein
      Frau Keller, sie haben Recht, darum müssen die Arbeiter am Aktienkapital beteiligt werden oder der Staat verlangt von den Konzernen hohe Sozialabgaben um die Ausgesteuerten dieser Gewinnler-Unternehmen mit Geldern wie einen Lohn zu versorgen . Diese Firmen und Konzerne müssen endlich in die soziale Verantwortung genommen werden . Der Büezer hat eben keinen Manager er bleibt sich selbst überlassen- Mut ist notwendig - ab morgen sich Selbstständig erklären, 100 wichtige Fachleute sich zusammen tun
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