Steigende Aktienkurse beflügeln Pensionskassen

Die Pensionskassen stehen leicht besser da als noch vor einem Jahr. Grund ist der Aufwärtstrend an den Börsen. Vor allem private Vorsorgeeinrichtungen konnten zulegen. Bei den öffentlich-rechtlichen Kassen klafft derweil ein 35-Milliarden-Loch.

Die Finanzierungssituation der Schweizer Pensionskassen hat sich weiter gefestigt. Nahezu sämtliche Anlageklassen entwickelten sich seit Jahresbeginn positiv, wie eine Umfrage des Kantonalbanken-Gemeinschaftsunternehmens Swisscanto zeigt. An der Umfrage beteiligten sich 343 Vorsorgeeinrichtungen, die ein Vermögen von insgesamt 471 Milliarden Franken verwalten.

Interview mit Swisscanto-Chef Gérard Fischer

3:05 min, aus SRF 4 News aktuell vom 18.09.2013

Gesunde private Kassen

Per Ende August erreichte der Deckungsgrad der privatrechtlichen Pensionskassen im Durchschnitt einen Wert von 109,3 Prozent. 2012 hatte er 107,6 Prozent betragen. Die öffentlich-rechtlichen Kassen ohne Staatsgarantie verbesserten sich von 100,0 auf 101,4 Prozent. Die öffentlich-rechtlichen mit Staatsgarantie von 73,7 auf 75,2 Prozent.

«Die privaten Vorsorgeeinrichtungen sind eigentlich recht gesund», sagt Swisscanto-Chef Gérard Fischer gegenüber SRF. An den Finanzmärkten habe seit Jahresbeginn eine Rendite von drei bis sechs Prozent erzielt werden können. Während die Rendite bei den Aktien bei 10 bis 15 Prozent liege, habe jene der Obligationen abgenommen. Je mehr Aktien eine Pensionskasse deshalb habe, umso mehr sei ihr Deckungsgrad gestiegen.

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Mindestzinssätze

Fischer plädiert dafür, dass künftig nicht mehr die Politik Mindestverzinsung und Umwandlungssatz für Renten festsetzt. Mit dem jetzigen System der vorgeschriebenen Mindest-Zinssätze kämen jene Kassen in Probleme, die mit einer Unterdeckung kämpfen. Denn sie müssten Renten bezahlen, für die zu wenig Kapital vorhanden sei.

Es fehlen 35 Milliarden Franken

Dass die öffentlich-rechtlichen Pensionskassen wesentlich schlechter ausfinanziert seien, sei ein politischer Entscheid, so Fischer weiter. Insgesamt betrage der Fehlbetrag hier zurzeit rund 35 Milliarden Franken. Dabei seien die Unterschiede zwischen den einzelnen Kassen – von Kanton zu Kanton – sehr gross. Inzwischen seien Sanierungsbestrebungen im Gange, diese seien auf gutem Wege. Doch der Swisscanto-Chef betont: «Das ändert nichts daran, dass es teuer wird.»

An der Medienkonferenz in Zürich hielt Fischer weiter fest, dass die Pensionskassen weiterhin vor grossen Herausforderungen stehen: Längere Lebenserwartung, die im Verhältnis zur Zahl der Berufstätigen steigende Zahl von Rentnern und tiefe Kapitalmarkterträge aufgrund tiefer Zinsen.

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