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Strasse von Hormus Gesperrt, offen, gesperrt: Krieg um eine Meerenge

Die wichtige Wasserstrasse von Hormus ist seit Monaten das Zentrum von Handelskonflikten. Eine Übersicht.

Der Krieg im Nahen Osten hat in der Weltwirtschaft für Alarmstimmung gesorgt. Denn der Iran setzte die Meerenge von Hormus als Druckmittel ein. Fast vier Monate dauerte der Weg zur erneuten Öffnung – die Situation ist weiterhin fragil.

Wie sperrt man Dutzende Kilometer?

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Mehrere Boote auf dem Meer mit entfernt liegenden Hügeln im Hintergrund.
Legende: Die Strasse von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, der schliesslich in den Indischen Ozean führt. Imago / Xinhua

Die Strasse von Hormus ist auch an ihrer engsten Stelle noch 40 Kilometer breit. Die Sperrung ist keine rein physische Blockade, sondern wurde durch mehrere Mittel erreicht. Beispiele sind:

  • Legen von Seeminen
  • Drohungen über Funk
  • Patrouillenboote oder Kriegsschiffe, die die Schiffe anhalten oder umleiten
  • Drohung durch Raketen oder Drohnen (bis zum tatsächlichen Abschuss)
  • Beschlagnahmungen von Tankern

28. Februar: Der Kriegsbeginn

Als die USA und Israel den Iran am letzten Tag im Februar angreifen, reagiert das Regime fast unmittelbar mit einer Sperrung der Strasse von Hormus. Schiffe erhalten Funkmeldungen, die die Sperrung ankündigen. Der Schiffsverkehr kommt praktisch zum Erliegen. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich laut Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mindestens 150 Containerschiffe im Persisichen Golf. Hinzu kommen Hunderte Öltanker, Kreuzfahrtschiffe und andere Einheiten. Der Geschäftsführer der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) spricht von 20’000 betroffenen Seeleuten.

18. April: Mögliche Öffnung – und Rücknahme

Nach einer Ankündigung der Öffnung zieht Iran diese am 18. April 2026 wieder zurück und erklärt die Strasse von Hormus erneut für gesperrt. Die iranische Führung begründet dies mit der anhaltenden Blockade iranischer Häfen durch die USA. Es werden Schüsse auf Schiffe abgegeben. Verletzte gibt es nicht. US-Präsident Donald Trump behauptet dennoch, die Verhandlungen liefen gut. Die Blockade geht noch mehrere Monate weiter.

18. Juni: Abkommen nach 110 Tagen

Die Meerenge wird wieder für den Schiffsverkehr geöffnet. Dies, nachdem die USA und der Iran ein Friedensabkommen unterzeichnet haben. Die USA heben die Blockade des gesamten Schiffsverkehrs, der iranische Häfen anläuft oder verlässt, auf, belassen aber einige Kriegsschiffe in der Region, um die Einhaltung des Abkommens sicherzustellen.

20. Juni: Erneute Sperrung

Nur zwei Tage nach der erneuten Öffnung erklärt die Iranische Revolutionsgarde die Strasse von Hormus erneut für gesperrt und warnt Schiffe aller Art, sich der Meerenge zu nähern. Die Begründung: israelische Angriffe im Südlibanon, die eine Verletzung des mit den USA vereinbarten Rahmenabkommens darstellen. Der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Esmail Baghaei, weist auf die Bedingungen in Paragraf 1 der Absichtserklärung hin: «Die Beendigung des Krieges an allen Fronten, einschliesslich im Libanon.» Die israelische Armee und die proiranische Hisbollah-Miliz weisen sich gegenseitig die Schuld zu. Das US-Militär widerspricht und teilt mit, der Schiffsverkehr laufe weiter.

23. Juni: Schiffe fahren wieder

Nach den Verhandlungen auf dem Bürgenstock erklärt US-Vizepräsident JD Vance die Strasse von Hormus für geöffnet. Der iranische Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf sagt, dass sein Land eine Verwaltung der Meerenge anstrebe. Weiterhin sitzen nach einer Analyse der Allianz-Versicherung rund 1150 Schiffe fest mit Ladungen im Umfang von geschätzten 125 Milliarden US-Dollar. Eine Auflösung dieses Staus wird mehrere Wochen dauern. Die Gespräche waren eine erste Verhandlungsrunde: Eine dauerhafte Friedenslösung wollen die Parteien innerhalb von 60 Tagen finden.

Transparenz-Hinweis

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In einer ersten Version dieses Artikels hiess es, bei Kriegsbeginn hätten sich 150 Containerschiffe im Golf von Oman befunden. Gemeint ist aber hier der Persische Golf. Wir haben das entsprechend angepasst.

Tagesschau, 20.6.2026, 19:30 Uhr

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