Strengere Auflagen für grosse Versicherungen gefordert

Grosse und weltweit vernetzte Versicherungskonzerne sollen künftig mehr Kapital halten. Dies fordert der Finanzstabilitätsrat (FSB) der G20-Staaten. Dieser hat eine Liste mit neun systemrelevanten Versicherern vorgestellt. Schweizer sind keine dabei.

Vorerst müssen neun Versicherungsgesellschaften damit rechnen, dass die Aufseher ihnen strengere Eigenkapitalvorschriften machen als bisher. Denn nach Auffassung des Finanzstabilitätsrates könnten die Firmen bei Problemen das ganze Finanzsystem ins Wanken bringen.

Auf der Liste stehen die deutsche Allianz, die US-amerikanischen Versicherer AIG, MetLife und Prudential Financial , die italienische Generali, die britischen Versicherer Aviva und Prudential, die französische Axa sowie die chinesische Ping An.

Bei ihnen ist den Aufsehern weniger die Grösse des angestammten Versicherungsgeschäfts ein Dorn im Auge, sondern der Umfang des Geschäfts, das sie ausserhalb des Kerngeschäfts betreiben. Wenn sie in eine Schieflage geraten, könnte das Schockwellen an den Finanzmärkten auslösen.

Keine systemrelevanten Konzerne

Die Liste soll künftig jedes Jahr aktualisiert werden. Ob auch Rückversicherungskonzerne wie zum Beispiel Swiss Re systemrelevant sein können, will der FSB erst in einem Jahr entscheiden.

Die Frage, ob die grossen Schweizer Versicherungskonzerne auf nationaler Ebene systemrelevant sein könnten, sei von der «Too big too fail»-Expertenkommission vor zweieinhalb Jahren durchaus diskutiert worden, so ein Sprecher der Eidg. Finanzmarktaufsicht (Finma). Dabei wurde keine Versicherung als systemrelevant eingestuft. Er räumte jedoch ein, aus internationaler Perspektive könnte dies anders beurteilt werden.

Die Finma sieht aber keinen Handlungsbedarf für die Schweiz. Es bestünden hierzulande bereits genügend Kontrollinstrumente für die Branche.