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Axpo-Kühlturm
Legende: Trübe Aussichten für die Aktionäre des Energiekonzerns Axpo. Keystone
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Wirtschaft Stromkonzern Axpo elektrisiert Kantone

730 Millionen Franken Minus schreibt der Energiekonzern Axpo für das vergangene Geschäftsjahr. Die tiefroten Zahlen sind vor allem für die Besitzer von Axpo, für die Nordostschweizer Kantone und ihre Elektrizitätswerke eine schlechte Nachricht.

Denn die Anteilseigner bekommen erstmals seit Jahrzehnten keine Dividende. Und die Axpo-Beteiligung bleibt für die Kantone wohl über Jahre mehr Last als Lust.

Unternehmenschef Andrew Walo bedauert, dass sein Konzern für das vergangene Geschäftsjahr keine Dividende zahlt, aber: «Wenn man die Grosswetterlage anschaut, dann sehen wir leider die nächsten fünf bis sieben Jahre, dass das Umfeld sehr anspruchsvoll bleiben wird». Sprich: die Strompreise bleiben tief, die Stromproduktion tendenziell wenig rentabel.

Audio
Tiefrote Zahlen bei der Axpo
30:53 min, aus Rendez-vous vom 19.12.2014.
abspielen. Laufzeit 30:53 Minuten.

Überraschung im Aargau

Der Ausfall der Dividende trifft die Aktionäre überraschend, die Aktionäre das sind die Kantone Zürich, Aargau, Schaffhausen, Glarus und Zug sowie verschiedene Kantonale Elektrizitätswerke. Sie alle trifft die Ankündigung mehr oder weniger aus heiterem Himmel.

Peter Reimann, Leiter Finanzen im Aargauer Finanzdepartement: «Wir haben für das Budget des nächsten Jahres 5,2 Millionen budgetiert, das stellt eine Halbierung gegenüber dem laufenden Jahr dar. In dem Sinn sind wir überrascht, da unsere Annahme nicht eintrifft. Aber wir waren uns immer bewusst, dass die Aussichten nicht gut sind.»

Schuld teilweise bei den Kantonen

Auch die anderen Aktionäre haben mit einer kleineren, aber nicht mit gar keiner Ausschüttung gerechnet. Die einstelligen Millionenbeträge sind bei den Budgets von mehreren Milliarden Franken in Kantonen Zürich und Aargau allerdings verkraftbar.

Die Kantone sind jedoch über ihre kantonalen Elektrizitätswerke zu mindestens teilweise mitschuld an der Misere der Axpo. AEW im Aargau und EKZ in Zürich beziehen von der Axpo Strom – fordern diesen jedoch zu Marktpreisen. Weil dieser Marktpreis häufig unter den Gestehungskosten liegt, zu denen Axpo produziert, schreiben verschiedene Axpo-Kraftwerke derzeit Verluste. Was früher der grosse Trumpf der Axpo war, die eigenen Gross-Wasser- und Kernkraftwerke, das ist heute ihre Hypothek.

Video
Axpo rutscht tief in rote Zahlen
Aus Tagesschau vom 19.12.2014.
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Hoffnung auf bessere Zeiten

Trotzdem: Lukrativ sind die Beteiligungen am Energiekonzern Axpo für die Kantone zurzeit überhaupt nicht. Der Kanton Zürich will deshalb nächstes Jahr über die Neuausrichtung seiner Eigentümerstrategie bei Axpo informieren.

Abstossen können Zürich und die anderen Kantone ihre Beteiligung aber wohl kaum – das wäre ein grosses Verlustgeschäft und Käufer wohl schwer zu finden. Da bleibt nur die Hoffnung auf bessere Zeiten – wobei Axpo selbst mit einer Durststrecke von bis zu zehn Jahren rechnet.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von A. Moser , Interlaken
    Etwas verstehe ich nicht: Die Stromrechnung fällt von Jahr zu Jahr höher aus - und doch schreiben die Strommultis rote Zahlen. Wo versickert denn dieses Geld? Brauchen die auf einmal dermassen viel mehr Manager und Boni? Oder wo liegt der Hund begraben?
    1. Antwort von C.Delfosse , Brugg
      Herr Moser: Unsere Strompreise in der CH sind konstant tief. Der internationale Marktpreis hingegen ist in den Keller gestürzt (wegen den Erneuerbaren Energien). Unsere Stromkonzerne haben viele echte Probleme am Hals, was früher oder später die Steuerzahler berappen werden. Schon alleine die AKW's zu entsorgen inkl. derem Müll.
  • Kommentar von H. Wach , Luzern
    @W. Stamberger. Die Energiewende kommt so oder so, aber: Es braucht einen Paradigmenwechsel auf physikalischer, technologischer, ökonomischer, ökologischer & politischer Ebene. Stichwort Versorgungssicherheit: Die Strom-Versorgungsicherheit war bisher nur gewährleistet, weil aus thermophysikalischen Gründen AKW und Kohle-KW zu 100% laufen müssen! So werden bis zu 70% überschüssiger Kohle- & Atomstrom nachts in Stau- & Speicherseen gespeichert. Die Speicherung von EE ist die 1. Priorität!
  • Kommentar von H. Wach , Luzern
    Hoffentlich kommt nun auch die Axpo als grösster CH-Stromproduzent zur Weitsicht, sich wie der grösster deutscher Stromkonzern E.ON mit einer hohen Schuldenlast von 30 Mrd. €, auch neu zu strukturieren. Er konzentriert sich auf Erneuerbare Energien, Energienetze und entsprechende Kundenlösungen! Neu wird man sich von Kernkraft & Kohlekraft trennen! Somit sind die Netze von Atom- & Kohlestrom befreit und können für den billigen Wind- & Solarstrom auch bis in die Speicherseen genutzt werden.
    1. Antwort von Walter Starnberger , Therwil
      H. Wach, Luzern, die Netze sind doch nicht vom Atom- und Kohlestrom befreit nur weil die Werke in eine separate Firma ausgegliedert werden ! Die Atomkraft wird demnächst abgeschaltet, ja, aber die giftigen Kohlekraftwerke liefern 45% der Stromproduktion Deutschlands und werden noch lange laufen ! E.ON will sich lediglich von dem finanziellen Risiken der AKW's trennen, damit sie im Falle eines Falles nicht Pleite gehen.