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Sulzer streicht 90 Stellen
Aus Tagesschau vom 11.03.2016.
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Wirtschaft Sulzer schliesst letzte Fabrik in Winterthur: 90 Stellen weg

Der Industriekonzern Sulzer restrukturiert weiter und will nun auch die Produktion von Chemtech in Oberwinterthur schliessen. Davon betroffen sind 90 Mitarbeitende. Chemtech ist auf die Öl- und Gasindustrie ausgerichtet.

Sulzer Chemtech soll günstiger produzieren, weil das Marktumfeld im Öl- und Gasmarkt härter geworden sei. Deshalb will sich der Konzern weltweit auf weniger Produktionsstandorte konzentrieren.

Logo auf einer Häuserwand mit einer Feuerwehrleiter.
Legende: Sulzer baut um und baut 90 Stellen ab. Keystone

Erste Entlassungen in Oberwinterthur werden in diesem Jahr ausgesprochen und bis Mitte 2017 in Kraft treten, wie das Unternehmen mitteilt.

Der tiefe Ölpreis mache den Zulieferern dieses Industriezweigs schwer zu schaffen, erklärt Sulzer-Mediensprecher Matthias Hochuli gegenüber Radio SRF. Sulzer lebe stark vom Geschäft mit Kunden aus der Erdöl- und Erdgasbranche und müsse wie andere gleich ausgerichtete Unternehmen massiv Kosten sparen. Der Konzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2015 mehr als Hälfte seines Umsatzes mit Kunden aus der Erdöl- und Erdgasbranche.

«Eine umfassende Massnahme»

Am Standort Oberwinterthur produziert die Geschäftseinheit Trenntechnologie von Sulzer Chemtech Kolonnenböden, Kolonneneinbauten, statische Mischer und strukturierte Packungen für den Öl- und Gasmarkt.

Die Produktion soll an andere Standorte von Sulzer verlagert werden. Sonderprojekte und Projekte mit kurzen Lieferzeiten sollen von Partnerfirmen im EU-Raum übernommen werden.

Man sei sich bewusst, dass dies eine umfassende Massnahme sei, die eine grosse Anzahl der Mitarbeitenden in der Schweiz betreffe, schreibt Sulzer. Das Unternehmen habe sich dazu verpflichtet, die Standardverfahren gemäss Arbeitsrecht zu befolgen. Die Betroffenen würden dabei unterstützt, eine neue Stelle innerhalb oder ausserhalb von Sulzer zu finden.

Spekulationen in der «Handelszeitung», Link öffnet in einem neuen Fenster, wonach bei Sulzer noch in diesem Jahr 1200 Stellen verschwinden, wollte Sprecher Hochuli auf Anfrage nicht kommentieren.

Der Stadtpräsident bedauert – und blickt nach vorne

In der einstigen Industriehochburg Winterthur beschäftigt Sulzer mit dem beschlossenen Schritt nur noch 450 Angestellte - einst waren es deren 15'000. Produziert wird in Winterthur nichts mehr. Am Hauptsitz wird nur noch verwaltet, geforscht und entwickelt.

Der Winterthurer Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) bedauert dies: «Sulzer war und ist sehr eng mit Winterthur verbandelt. Die rauchenden Industriekamine gehörten zum Stadtbild.» Dennoch könne man sich dem Wandel nicht verschliessen, sagt er auf Anfrage von Radio SRF. «Moderne Technologien haben mittlerweile Einzug erhalten.» Die klassische Industrie habe sich über die Jahre aus Winterthur verabschiedet.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Das Tafelgeschirr ist ausverkauft die Zitrone ausgepresst. Alle Immobilien und Land verkauft, die Gewinne eingesteckt, jetzt hätte man mal etwas zeigen müssen, doch mit dem war ja zu rechnen. Kann schon sein, dass sich die Winterthurer Politiker anstrengen neue Jops zu schaffen, mit welchem Erfolg weiss ich eher nicht, was in Winterthur bestimmt wächst sind die Schulden von denen keiner genau weiss wie hoch die sind.
  • Kommentar von Beat Gurzeler  (B.Gurzeler)
    Vor Jahren als Sulzermitarbeiter ( Sulzer Rüti ) war die Firma am abbauen, was ich aber eine Frechheit finde ist das erst kürzlich die Dividende massiv erhört wurde, da hat der heutige CEO der Konzerns schon das Wahre Gesicht gezeigt. Dann träumt der Stadtrat noch von einem Aufbau von Arbeitsplätzen in den nächsten Jahren, die Bewohnerinnen von Winterthur müssen sich warm anziehen, zu denen gehöre ich auch, aber warum bin ich nicht überrascht, weil ich vorausschauen kann.
  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Der Büezer ist in der Tat nur noch eine Wirtschaftszahl, was nicht rentiert in der heutigen Weltwirtschaft wird ausgesondert, das sind die Schnellschüsse der heutigen Manager. Was interessiert diese Leute das Schicksal von Tausenden ohne Arbeit . Darum schreibe ich schon lange, bevor der Büezer nicht Mitaktionär wird, gehört er zum potentiellen Wegwerfmaterial. Da haben die klugen Köpfe der Gewerkschaften noch eine Marathonarbeit vor sich , denn nur dieser Weg führt aus dem Elend.