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Sunrise verkauft ihre Handyantennen und mietet sie zurück
Aus Tagesschau vom 24.05.2017.
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Ungewöhnlicher Verkauf Sunrise verkauft mehr als 2200 Handymasten

Der Telekomanbieter will damit seine Schulden abbauen. Der Preis für die mehr als 2200 Masten: eine halbe Milliarde Franken.

  • Sunrise verkauft einen grossen Teil seiner Handyantennenmasten.
  • 2239 Mobilfunkmasten gehen für eine halbe Milliarde Franken an ein Konsortium der spanischen Cellnex, der Swiss Life und der Deutschen Telekom.
  • Das Geld will Sunrise vor allem für einen Schuldenabbau einsetzen, wie der zweitgrösste Telekomanbieter der Schweiz mitteilte.
  • Die gesamte aktive Infrastruktur des Mobilfunknetzes verbleibe bei Sunrise, hiess es weiter. Insgesamt hat das Unternehmen 3600 Handyantennen.

Sunrise hatte bereits im Januar bekannt gegeben, über eine Veräusserung nachzudenken. Die Sendemasten werden nach dem Verkauf von Sunrise zurückgemietet: Finanzielle Angaben dazu wurden nicht gemacht.

Präferenz liegt auf Schuldenabbau

Von der halben Milliarde Verkaufspreis will Sunrise 450 Millionen Franken für die Reduktion der Schulden einsetzen. 30 Millionen würden für die Beschleunigung des Netzausbaus, der Partnerschaften mit Glasfasernetzanbietern und des Ladennetzes verwendet. Der Rest des Verkaufspreises soll unter anderem Transaktionskosten decken.

Die Transaktion betrifft die passive Netzinfrastruktur, das heisst vorwiegend Stahl- und Betonkonstruktionen, während die gesamte aktive Infrastruktur des Mobilfunknetzes Sunrise verbleibt. Insgesamt hat Sunrise 3600 Handyantennen.

Kein Verkauf bei Swisscom und Salt

Mit der Transaktion betritt Sunrise Neuland in der Schweiz: Alle drei grossen Mobilfunkanbieter Swisscom, Sunrise und Salt besassen ihre Antennenmasten bislang selber. Bei Swisscom und Salt ist ein solcher Verkauf gemäss früheren Angaben kein Thema.

Einschätzung von SRF-Redaktorin Eveline Kobler

Was will Swiss Life mit Telefon-Antennen? Der Swiss-Life-Konzern ist als grosser Lebensversicherer stets auf der Suche nach Möglichkeiten, sein Geld möglichst langfristig und ertragsbringend anzulegen, um den Versicherten die versprochenen Zinsen zuverlässig bezahlen zu können. Das jüngste Abkommen mit Sunrise verspricht genau solche langfristigen, gut vorhersehbaren Einnahmen. Swiss Life kauft nämlich zusammen mit anderen Unternehmen über 2300 Antennenmasten von Sunrise und vermietet die sogleich wieder zurück an Sunrise. Dafür bekommt Swiss Life eine Art «Miete» ausbezahlt. Dieser Vertrag ist auf 20 Jahre angelegt und kann um weitere 20 Jahre verlängert werden. Swiss Life kauft einem Konzernsprecher zufolge erstmals Antennen in der Schweiz, ist aber bereits in andere Infrastrukturprojekte im In- und Ausland involviert. Dort geht es beispielsweise um Gasleitungen, Elektrizitätsnetzwerke oder Schienennetze.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Stephan Hirschi  (Stephan Hirschi)
    "Konsortium der spanischen Cellnex, der Swiss Life und der Deutschen Telekom". - Swiss Life? Der Lebensversicherer??
  • Kommentar von Hermann Zumstein  (Mänu49)
    Na jetzt haben es einige Leute verstanden! Es wäre bereits im 1998 bei der Liberalisierung des Telekom-Marktes sinnvoller gewesen ein Konsortium mit allen Providern zu bilden. Kleinere totalvernetzte Funkzellen mit geringerer Sendeleistung und dadurch weniger Elektrosmog hätten eine homogenere Abdeckung gebracht und hätten viel weniger gekostet.
    1. Antwort von Joel Busch  (Joel)
      Ich weiss nicht, denken Sie nicht wir wären Gefahr gelaufen, dass dieses einheitliche Funknetz wegen mangelndem Konkurrenzdruck viel langsamer auf neue Funkstandards ausgebaut worden wäre?