Die Frau hinter dem Firmengründer von Digitec

Simone Dobler ist die Frau von Digitec-Mitinhaber und Gründer Marcel Dobler. Sie erlebte den Aufbau und das rasante Wachstum von Digitec von Beginn weg mit. Wie stark beeinflussen Frauen ihre Männer, wenn es um seine Firma geht? Eine Begegnung am SEF.

Es ist Partneranlass am SEF. Das Programm an diesem Nachmittag ist eigens für die Begleiter der Teilnehmer – offen für Männer und Frauen. Männer hat es keine unter den 87 Teilnehmerinnen, die Frauen sind unter sich. Im Publikum sitzt auch Simone Dobler, 29 Jahre jung, Anwältin.

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Bildlegende: Die Frau von Digitec-Gründer Marcel Dobler: «Ich würde es nie wagen, ihm bei der Firma etwas vozuschreiben.» SRF/Christa Gall

Dolber ist heute die Frau von Digitec-Gründer Marcel Dobler. Hier am SEF geht es um ihren Mann. 2008 gewann dessen Firma den SEF-Award – der Preis für herausragende, junge Firmen. Seither kommen sie beide regelmässig hierher, knüpfen Kontakte, tauschen sich aus.

Jeder steht für sich

Die Anwältin ist heute ganz Frau von Beruf. Das stört sie nicht. Sie kennt diese Komplexe nicht. Warum auch. Sie vergleicht sich nicht mit ihrem Partner, ging stets ihren eigenen Weg, so wie er seinen.

Sie haben sich jung kennen gelernt. Sie war noch im Gymnasium, er am Technikum. Dann gründete er mit drei anderen jungen Computer-Nerds die Online-Verkaufsfirma Digitec, 21 Jahre alt war er da. «Wir haben beide viel gearbeitet, überlegten nicht gross, was wir machten», sagt sie. Irgendwann ging Digitec richtig ab, sie machte parallel das Anwaltspatent. Zwei Hochseiltänzer, beide ehrgeizig.

Unterschiedliche Charakteren, gleiche Ziele

Bei so viel Einsatz im Beruf muss es zuhause wie am Schnürchen klappen, Platz für grosse Streitereien gibt’s wenig. «Wir müssen eigentlich nie gross diskutieren, wir haben die gleichen Werte, die gleichen Lebensziele.» Obwohl – verschieden seien sie schon. Sie, der Kopfmensch. Er, der Kreative, der Intuitive.

2011 verkauften die drei Digitec-Gründer einen 30-Prozent-Anteil an die Migros. Das machte Marcel Dobler reich. Wie reich, darüber spekulierten die Medien. Sie boten Millionen herum. Simone Dobler mag nicht darüber sprechen, findet diese Erfahrung mit den Medien aber lehrreich. «Die Journalisten haben einfach irgendetwas geschrieben.»

Gute Fragen im richtigen Moment

Fest steht: Der Entscheid war für Digitec ein Meilenstein. Hat er seine Frau um Rat gefragt? «Wir haben sicher darüber gesprochen. Ich würde aber nie wagen, ihm hinsichtlich seiner Firma etwas vorzuschreiben. Digitec ist sein Baby, die Firma hat er mit seinen zwei Freunden aufgebaut.» Sie schmunzelt. Er frage sie manchmal um Rat. «Ich höre ihm dann zu, stelle Fragen.» Etwa die, ob er sich das gut überlegt habe. Oder ob er sich wohl dabei fühle.

Manchmal, verrät sie, wisse sie gar schon im Augenblick, in dem er die Frage stelle, wie er entscheiden werde.

Krieg mit Kunden vermeiden

Auch ihre juristischen Kenntnisse mag sie ihm nicht auf die Nase binden. Lieber unabhängig bleiben, Privates und die Berufliches trennen. Klar, manchmal komme es vor, dass sie ihm da und dort Auskunft gebe. Grundsätzlich findet sie: «Am besten ist immer, wenn man keinen Juristen braucht. Eine Linie der Kulanz fahren, sage ich ihm jeweils, und das machen die drei auch.»

Auch wenn Simone Dobler sich zurückhält – ein Entscheid, den sie fällte, wird ihn und seine Arbeit bei Digitec massgeblich beeinflussen: Vor etwas mehr als einem Jahr sagte sie Ja zu einem gemeinsamen Kind. Und da sind ihre Erwartungen klar: Sobald sie ihren Mutterschaftsurlaub beendet, wird er mindestens einen Tag die Woche zuhause sein. Schön, dass er auch da gleicher Meinung ist.