Gripen: Langzeit-Gegengeschäfte in Aussicht

Schweizer Firmen könnten langfristig an Aufträge kommen, sollte sich das Land definitiv für den Kampfjet Gripen entscheiden. Denn der Hersteller verpflichtet sich zu Gegengeschäften. Und diese könnten ausgedehnter ausfallen als angenommen, sagt dessen Hauptaktionär am Swiss Economic Forum.

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Marcus Wallenberg über Gegengeschäfte

2:54 min, vom 7.6.2013

«Wir suchen im Moment nach Schweizer Partnern, die mit uns während des gesamten Gripen-Projekts zusammenarbeiten», sagt Marcus Wallenberg im Interview am Swiss Economic Forum, «und wir wollen mit den Schweizer Partnern, die wir bereits haben, langfristig zusammenarbeiten.»

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Dynastie Wallenberg

Marcus Wallenberg gehört einer schwedischen Industriellen-Dynastie an, die weltweit an rund 140 Firmen beteiligt ist. Die Wallenbergs sind unter anderem Hauptaktionäre von Saab und ABB.

In den Genuss solcher Aufträge soll die Rüstungsfirma Ruag kommen. Reto Lipp fragt Marcus Wallenberg in Interlaken, ob es vorstellbar sei, dass das Schweizer Unternehmen künftig nicht nur Teile von Schweizer Gripen warten könnte, sondern auch von Modellen, die etwa in Schweden betrieben werden.

Wallenberg bestätigt entsprechende Gespräche mit Ruag über «eine ausgedehnte Zusammenarbeit über lange Zeit». Als Zeitrahmen stellt sich Marcus Wallenberg die gesamte Lebenszeit des Gripen vor, also bis zu 30 Jahre.

Zusätzlich zu Ruag spräche Saab mit zahlreichen weiteren Firmen in der Schweiz, um geeignete Partner zu finden.

Kompensationsgeschäfte sind üblich

Der Gripen-Hersteller Saab verpflichtet sich im Falle eines Zuschlags dazu, mit Schweizer Unternehmen Gegengeschäfte abzuschliessen. Diese müssen mindestens dem Preis der Kampfflugzeuge entsprechen.

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Kampfjets: Milliarden für die Schweizer Wirtschaft

9:27 min, aus ECO vom 26.10.2009