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Wirtschaft Switcher ist bankrott

Es ist so gekommen, wie es die meisten erwartet haben: Der Kleiderproduzent Switcher ist konkurs. Das hat das zuständige Kreisgericht in Lausanne entschieden. Wars das nun mit der Schweizer Marke, die sich Ökologie und Fairness auf die Fahne geschrieben hat?

Ein traditionsreiches Unternehmen muss aufgeben.
Legende: Die einstige Vorzeigefirma mit dem Wal im Logo muss aufgeben. Keystone

Defizite in den Jahren 2013, 2014 und 2015 und weitere neun Millionen Franken Verluste in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres; 40 Mitarbeiter, die seit März keine Löhne mehr erhalten haben, und kein neues Geld in Aussicht – die Situation des Kleiderunternehmens Switcher ist so desolat, dass der zuständige Richter keine andere Wahl hatte, als das Textilunternehmen in den Konkurs zu schicken.

Wie konnte es mit dem ehemaligen Vorzeigeunternehmen soweit kommen? Die Frage geht an den Mann, der Switcher 1981 gegründet und damit insbesondere zu Beginn des Jahrtausends gutes Geld verdient hat, an Robin Cornelius: «Die Werte sind meiner Meinung nach nicht mehr da, die Säulen von Switcher.»

Total intransparent sei Switcher geworden, sagt Cornelius, der die Mehrheit des Unternehmens vor ein paar Jahren an frühere Geschäftspartner aus Indien, selbst Textilproduzenten, verkauft hat. Im vergangenen Jahr hat er, der noch 14 Prozent der Aktien hält, selbst das Konkursverfahren gegen Switcher in Gang gebracht. Er betont aber, dass er nur einer von vielen sei, die Switcher betrieben haben.

Lieferanten könnten Rekurs anstreben

Innert zehn Tagen kann gegen den Konkursentscheid rekurriert werden. Möglich ist, dass dies zum Beispiel portugiesische Lieferanten von Switcher tun werden, weil sie fürchten, auf vielen unbezahlten Rechnungen sitzen zu bleiben. Ob die Marke Switcher wiederbelebt werden kann, ist offen. Weder die indischen Mehrheitsbesitzer noch das Switcher-Management waren für SRF erreichbar.

Das kann innerhalb von Wochen weitergehen, kein Problem!
Autor: Robin CorneliusSwitcher-Gründer und ehemaliger Besitzer

Die 40 Switcher-Mitarbeiter werden laut Westschweizer Medien entlassen, der Firmensitz geschlossen. Trotzdem hofft Gründer Cornelius, dass Switcher wieder aufersteht: «Der Wert von Switcher, das sind die Leute, das Netzwerk, die Verkäufer, die Drucker, Boutiquen und Lieferanten. Alle sind bereit. Das kann innerhalb von Wochen weitergehen, kein Problem!»

Er selbst biete gerne Hand zu einem Neuanfang und stehe mit Rat und Tat bereit. Geld zum Investieren habe er aber keines.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    Fragen sie doch mal den Fabtikanten Krupp in Deutschland (T-shirt) wie er es macht. Alles wird in Deutschland produziert, seit 48 Jahren, und nicht in Indien oder sonst einem anderen Billiglohnland!
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Das derzeitige Wirtschaftssystem ist einzig auf Wachstum und Schulden aufgebaut, die Schulden sind Gelder die unsere Nationalbank den Banken zinslos leiht um an die Netzwerke der Industrie zu pumpen, damit der Karren nicht an die Wand fährt. Doch der Markt ist gesättigt ! Der Kleinunternehmer wird in keiner Art und Weise unterstützt, weder durch Bankkredite noch vom Bürger im eigenen Land. Es bleibt nur der Konkurs . Wertvolles Know Hau geht den Bach hinab. Die Arbeitslosen bez. der Steuerzah.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Fakt ist, dass die Chinesen begannen, unsere Schweiz Textilindustrie nach und nach zu zerstören. Der Billigramsch aus Asien war und ist Gift für das Swissmade - Label. Erst recht bedauerlich, weil Switcher umweltfreundlich produzierte.
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    1. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Nun China hat unsere Textilindustrie nicht zerstoert sondern der Konsument der nicht unterscheiden kann ... auch bei UNS dasselbe.. Hemden made in SA waren TOP.. heute selbe Marke made in China.. Ramsch! Auswahl.. nein.. ALLES ist jetzt China, und die Arbeitslosen haben zugenommen.. der Konsument ist das Uebel.. ganz eindeutig!
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