Switcher ist bankrott

Es ist so gekommen, wie es die meisten erwartet haben: Der Kleiderproduzent Switcher ist konkurs. Das hat das zuständige Kreisgericht in Lausanne entschieden. Wars das nun mit der Schweizer Marke, die sich Ökologie und Fairness auf die Fahne geschrieben hat?

Ein traditionsreiches Unternehmen muss aufgeben. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die einstige Vorzeigefirma mit dem Wal im Logo muss aufgeben. Keystone

Defizite in den Jahren 2013, 2014 und 2015 und weitere neun Millionen Franken Verluste in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres; 40 Mitarbeiter, die seit März keine Löhne mehr erhalten haben, und kein neues Geld in Aussicht – die Situation des Kleiderunternehmens Switcher ist so desolat, dass der zuständige Richter keine andere Wahl hatte, als das Textilunternehmen in den Konkurs zu schicken.

Switcher muss Konkurs anmelden

2:21 min, aus Rendez-vous vom 26.05.2016

Wie konnte es mit dem ehemaligen Vorzeigeunternehmen soweit kommen? Die Frage geht an den Mann, der Switcher 1981 gegründet und damit insbesondere zu Beginn des Jahrtausends gutes Geld verdient hat, an Robin Cornelius: «Die Werte sind meiner Meinung nach nicht mehr da, die Säulen von Switcher.»

Total intransparent sei Switcher geworden, sagt Cornelius, der die Mehrheit des Unternehmens vor ein paar Jahren an frühere Geschäftspartner aus Indien, selbst Textilproduzenten, verkauft hat. Im vergangenen Jahr hat er, der noch 14 Prozent der Aktien hält, selbst das Konkursverfahren gegen Switcher in Gang gebracht. Er betont aber, dass er nur einer von vielen sei, die Switcher betrieben haben.

Lieferanten könnten Rekurs anstreben

Innert zehn Tagen kann gegen den Konkursentscheid rekurriert werden. Möglich ist, dass dies zum Beispiel portugiesische Lieferanten von Switcher tun werden, weil sie fürchten, auf vielen unbezahlten Rechnungen sitzen zu bleiben. Ob die Marke Switcher wiederbelebt werden kann, ist offen. Weder die indischen Mehrheitsbesitzer noch das Switcher-Management waren für SRF erreichbar.

«  Das kann innerhalb von Wochen weitergehen, kein Problem! »

Robin Cornelius
Switcher-Gründer und ehemaliger Besitzer

Die 40 Switcher-Mitarbeiter werden laut Westschweizer Medien entlassen, der Firmensitz geschlossen. Trotzdem hofft Gründer Cornelius, dass Switcher wieder aufersteht: «Der Wert von Switcher, das sind die Leute, das Netzwerk, die Verkäufer, die Drucker, Boutiquen und Lieferanten. Alle sind bereit. Das kann innerhalb von Wochen weitergehen, kein Problem!»

Er selbst biete gerne Hand zu einem Neuanfang und stehe mit Rat und Tat bereit. Geld zum Investieren habe er aber keines.