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Wirtschaft Syngenta-Übernahme verzögert sich

Weil verschiedene Aufsichtsbehörden – unter anderem diejenige der EU – noch weitere Informationen fordern, verzögert sich die Übernahme des Basler Agrochemiekonzerns durch den chinesischen Chemieriesen ChemChina. Beide Seiten sind aber weiterhin zuversichtlich.

Legende: Video «Mega-Deal ist nicht gefährdet» abspielen. Laufzeit 1:50 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.10.2016.

Die Übernahme des Basler Agrochemiekonzerns Syngenta durch den chinesischen Staatskonzern ChemChina verzögert sich. Statt wie geplant bis Ende Jahr soll sich die Zulassung nun bis ins erste Quartal 2017 hinziehen, teilte Syngenta mit.

Das Unternehmen rechnet mit einer vertieften EU-Überprüfung der geplanten Übernahme. «Das ist wahrscheinlich und wir erwarten das, aber es ist nicht sicher», sagte Syngenta-Chef Erik Fyrwald. «Wann genau der Deal abgeschlossen wird, ist aus heutiger Sicht aber schwer abzuschätzen», sagte der Konzernlenker.

Abschluss der Untersuchungen im Frühling möglich

Eine Phase zwei der Untersuchungen durch die EU-Kommission würde am 28. Oktober starten und bis zu 90 Tage in Anspruch nehmen. Ein Abschluss der Transaktion bis zum Ende des ersten Quartals 2017 sei daher immer noch möglich, sagte Fyrwald.

Am Vortag war bekannt geworden, dass ChemChina bisher keine Zugeständnisse gemacht habe, um die Bedenken der EU-Wettbewerbshüter zu zerstreuen.

Viel mehr Fragen

Angesichts der Fusionswelle in der Chemiebranche, insbesondere seit der Ankündigung der Riesenübernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto durch den deutschen Chemiekonzern Bayer für knapp 66 Mrd. Dollar, würden die Wettbewerbsbehörden viele zusätzliche Daten und Informationen von Syngenta verlangen, sagte Fyrwald in einer Telefonkonferenz. Diese Fragen gingen hinunter bis zu Einzelheiten über regionale Märkte und sogar bis zu einzelnen Wirkstoffen.

Einer vertieften Überprüfung durch die EU blickt der Syngenta-Chef zuversichtlich entgegen: «Wir haben nur sehr wenige Überlappungen mit ChemChina.» Die Transaktion habe nur sehr geringe Auswirkungen auf den Wettbewerb.

Aus den Gesprächen mit den Behörden habe man überhaupt keinen Anlass zur Besorgnis. Es gebe keine Anzeichen, dass der Kauf durch ChemChina von der EU blockiert werde. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass unser Deal abgeschlossen wird», sagte der Amerikaner, der im Frühling die Nachfolge von John Mack übernommen hatte, nachdem dieser im Oktober 2015 den Konzern wohl auch aufgrund des gescheiterten Deals mit Monsanto verlassen hatte.

Finanzierung gesichert

Bedenken chinesischer Medien, dass bei ChemChina die Finanzierung des 43 Mrd. Dollar schweren Deals unsicher sei, trat der neue Syngenta-Finanzchef Mark Patrick entgegen: «Die Finanzierung ist gesichert und unwiderruflich.» Aktuell gehe es noch um die Details der Schuldenaufnahme. Konkret wolle er sicherstellen, dass Syngenta auch nach der Transaktion ein Investmentgrade-Rating behalte.

Auch die Aufregung durch jüngste Meldungen, dass Syngenta-Käuferin ChemChina selber in Fusionsverhandlungen mit dem anderen staatlichen Chemieriesen Sinochem stehe, versuchte Fyrwald zu dämpfen: «ChemChina hat uns wiederholt versichert, sie stünden nicht in Fusionsverhandlungen mit Sinochem.»

USA gaben schon grünes Licht

Er habe daher keinen Grund, dieses Szenario zu berücksichtigen. Und falls dennoch etwas daran sein sollte: «ChemChina steht absolut zu unserem Deal», sagte der Syngenta-Chef.

Mittlerweile lägen die Genehmigungen der US-Behörde CFIUS sowie elf weiterer Kartellbehörden vor, die grünes Licht für die Transaktion gegeben hatten. ChemChina hatte im März ein Kaufangebot von 43 Mrd. Dollar gemacht.

Umsatzknick im dritten Quartal

Syngenta hat die Zahlen für das dritte Quartal präsentiert. Demnach sank der Umsatz um drei Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Dies vor allem wegen schlechterer Geschäfte in Lateinamerika. Für das gesamte Jahr erwartet Syngenta ebenfalls einen etwas tieferen Umsatz.

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