Tamedia leidet unter Flaute der Zeitungswerbung

Der Gewinn des Medienkonzerns ist im ersten Halbjahr um mehr als einen Fünftel eingebrochen. Auch wegen eines Sonderfaktors in der Vorjahresperiode, aber vor allem wegen sinkender Werbeeinnahmen der Printprodukte.

Titelseiten der drei Regionalzeitungen Zürichsee-Zeitung, Zürcher Oberländer und Landbote auf einem Tisch fotografiert Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die weiter steigende Digitalwerbung konnte den Rückgang im Printgeschäft nicht kompensieren. Keystone

Das Medienhaus Tamedia hat im ersten Semester des laufenden Jahres deutlich unter den rückläufigen Print-Werbeerlösen gelitten.

Das erneut klare Wachstum der digitalen Aktivitäten vermochte den Rückgang im angestammten Publizistikgeschäft nicht ganz zu kompensieren.

Mittlerweile sind die digitalen Angebote für knapp 31 Prozent des Umsatzes und über die Hälfte des Betriebsergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) verantwortlich.

Die wichtigsten Kennzahlen des grössten privaten Medienhauses der Schweiz für das erste Halbjahr:

  • Der Umsatz sank um gut 5 Prozent auf 504 Millionen Franken.
  • Der Ebit nahm dabei überproportional um 15 Prozent auf 61,3 Millionen ab.
  • Der Gewinn betrug noch 55,8 Millionen nach 71,6 Millionen im Vorjahr.

Sonntags- und Wirtschaftspresse leidet besonders

Mit ein Grund für den Gewinnrückgang: Der Vorjahresgewinn fiel durch den Verkauf der Beteiligung an der Kioskgruppe Naville und dem Winterthurer Stadtanzeiger speziell hoch aus. Vor allem aber sind die sinkenden Werbeerlöse im angestammten Printgeschäft dafür verantwortlich, wie Tamedia mitteilt. Besonders stark betroffen sind die Sonntags- und die Wirtschaftpresse. Beide verzeichneten Abnahmen von über 20 Prozent.

Wachstum generiert Tamedia weiterhin im Digitalgeschäft. Der Umsatz wuchs hier um 8,5 Prozent auf 117 Millionen Franken.

Neue Sparprogramme installiert

Um die Wirtschaftlichkeit der regionalen Tageszeitungen, Sonntagszeitungen und Zeitschriften zu erhalten, prüfe Tamedia laufend weitere Massnahmen. So seien per Mitte 2016 bereits weitere Effizienzsteigerungsmassnahmen mit einem erwarteten Effekt von rund 74 Millionen Franken umgesetzt oder entschieden worden.

Bereits im laufenden Jahr sollen 43 Millionen Franken davon wirksam werden.