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Boni trotz tiefroter Zahlen Thiam verdiente fast 12 Millionen Franken

Legende: Audio Thiam erhält deutlich mehr als im Vorjahr abspielen. Laufzeit 01:04 Minuten.
01:04 min, aus HeuteMorgen vom 24.03.2017.
  • Die Credit Suisse (CS) hat im vergangenen Jahr einen grösseren Verlust erlitten als bislang bekannt.
  • Unter dem Strich musste die zweitgrösste Schweizer Bank einen Verlust von 2,71 Milliarden Franken hinnehmen.
  • Im Februar hatte die Grossbank noch ein Minus von 2,44 Milliarden Franken ausgewiesen.
  • CS-Chef Thiam bekam 11,9 Millionen Franken Lohn und Bonus. 2015 waren es für das Halbjahr noch 4,6 Millionen.
  • Die Credit Suisse hat für 2016 total 3,1 Milliarden Franken an Boni ausbezahlt.

Trotz des erneuten Milliarden-Verlusts seiner Bank streicht Credit-Suisse-Konzernchef Tidjane Thiam für 2016 deutlich mehr Lohn ein als im Vorjahr. Fixgehalt und Bonus summieren sich für 2016 auf 11,9 Millionen Franken, wie aus dem Geschäftsbericht des Instituts hervorgeht. 2015 hatte Thiam für sein erstes halbes Jahr an der Spitze der zweitgrössten Schweizer Bank 4,6 Millionen Franken bekommen.

Im Vergleich zu Sergio Ermotti, dem Konzernchef der UBS, fällt Thiames Vergütung um fast zwei Millionen Franken tiefer aus. Die UBS steht aber weit gesünder da, da sie ihre Altlasten einigermassen bereinigt hat.

Logo.
Legende: Keystone

300 Millionen zusätzlich zurückgestellt

Die Credit Suisse hat zudem ihr Ergebnis für das vierte Quartal 2016 bzw. für das Gesamtjahr 2016 nach unten korrigiert. Die Bank hat nachträglich eine zusätzliche Rückstellung für Rechtsrisiken über 300 Millionen Franken verbucht, was eine zusätzliche Belastung von 272 Millionen Franken nach Steuern ergibt, wie es in einer Mitteilung heisst.

Getätigt wurden die Rückstellungen für einen Grundsatzvergleich mit der amerikanischen National Credit Union Administration Board (NCUA) im Zusammenhang mit der Beilegung des Streits um niederwertige US-Hypothekenpapiere (RMBS).

Aufgrund dieser Anpassung steigt der Reinverlust im vierten Quartal 2016 auf 2,62 Milliarden Franken und im Gesamtjahr 2016 auf 2,71 Milliarden Franken.

Ausserdem hat die Bank Details zur Finanzierung der Dividende bekannt gegeben. Sie stellt der kommenden Generalversammlung den «Antrag zur Erhöhung des genehmigten Kapitals zwecks Bedienung der Wahldividende 2017». Die Dividende von 70 Rappen kann bekanntlich in bar oder neuen Aktien bezogen werden.

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79 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Eine Firma, die 2.71 Milliarden (!) Fr. Verlust einfährt und dem CEO trotzdem einen Jahreslohn von 12'000'000.- Fr. übergibt, ist moralisch einfach mit keiner Entschuldigung zu rechtfertigen! Natürlich, geht es mich (uns) als Rentner, der nach 45 Berufsjahren jetzt mit dem 250igsten Teil davon pro Jahr auskommen muss, nichts an, was dieser Chef-Manager von der CS bekommt! Ich bin kein Kunde bei dieser Bank! Es ist aber einfach unverhältnismässig! So viel Geld kann niemand pro Jahr verdienen!
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
      Mit Verlaub, nichts gegen all die ehrenwerte Berufe, doch z.B. eine Loki durchs Mittelland zu kutschieren ist doch noch etwas anderes als einen solchen Großkonzern zu führen.Erkenne ich hier aus ihren Zeilen blanker Neid? Und doch, man kann so viel Geld verdienen, es übersteigt einfach ihr Auffassungsvermögen.Da sie kein Kunde sind, erachte ich auch ihre Entrüstung als nicht relevant.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
    Was regen sich hier die Kommentatoren auf? Wenn sie Aktionär oder Kunde sind steht es ihnen frei, sich von dieser Bank zu trennen.Anderfalls sollten sie sich doch mit ihrem Entsetzen zurück halten. Kann doch ihnen egal sein, was der Mann verdient, oder?
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    1. Antwort von michele riefoli (carlssonvomdach)
      es sollte uns eben nicht egal sein. so etwas ist mindestens abartig. und wie sollen die menschen einen "gesunden" menschenverstand entwickeln, wenn solche sachen zum Alltag gehören?!? könnte ja auch allen egal werden, wenn ihre Kinder verkauft werden, oder auf der Strasse jemand verprügelt wird. steht ihnen ja frei eine andere Strasse zu nehmen oder die äugen zu verschliessen ...
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
      Sie sollten bedenken, dass dies eine Firma ist, welche Aktionären gehört. Eine Firma kann tun und lassen was sie will.Da haben einigen um den selbstverliebten SR Minder gemeint, sie müssten mit ihrer Abnzockerinitiative einer Firma sagen, was sie tun und lassen soll. Der Versuch ging böse in die Hose.Minder meinte, er müsse sich einmischen.Es steht jedem frei, mit einer CS Geschäfte zu machen.Offensichtlich sind die Aktionäre zufrieden.Ob sie zufrieden sind M.R. Interessiert nicht.
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    3. Antwort von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
      M.R. Ich verdiene zwar keine 12 Mio. CHF, doch gönne ich diesem Manager diesen Lohn. 1. bezahlt er mehrere Mio CHF Steuern und 2. scheint der VR von seinen Qualitäten und Leistungen überzeugt zu sein. Offensichtlich sind wir in unserem Land soweit, dass man neiderfüllt jedem alles zu missgönnen scheint.
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    4. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      @Bächler. 12 Millionen kann gar niemand durch Arbeit verdienen - das ist Abzocke. Derweil werden tausende Stellen gestrichen - und die "Fachkräfte "in die Arbeitslosigkeit geschickt und Kleinsparer mit horrenden Gebühren belastet. Hier zeigt der Neoliberalismus seine hässliche Seite - die Umverteilung von unten nach oben.
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  • Kommentar von Nico Basler (Bebbi)
    OK bekommen wird er sie (die 12 Millionen). Verdient hat er sie nicht.
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