Tödliche Zündschlösser: GM weitet Rückruf aus

13 Jahre nach Entdeckung der ersten Probleme ruft General Motors nun auch die restlichen Chevrolets und Pontiacs mit dem fehlerhaften Zündschloss zurück.

Das Wrack eines Chevrolet Cobalts, in dem 2006 zwei Menschen bei einem Unfall starben. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Einer von vielen tödlichen Unfällen in Chevrolets und Pontiacs mit fehlerhaften Zündungen. Reuters

Im Februar waren es 1,6 Millionen, jetzt kommen 900‘000 hinzu: General Motors ruft erneut Autos wegen problematischer Zündschlösser zurück. Sie können unter anderem dazu führen, dass Airbags nicht ausgelöst werden.

Mindestens 12 Todesopfer

GM muss sich den Vorwurf gefallen lassen, das Problem ein Jahrzehnt lang ignoriert zu haben, denn seine Ingenieure hatten bereits vor 13 Jahren erstmals Probleme mit der Zündung entdeckt. Inzwischen sind deswegen laut GM zwölf Menschen bei Unfällen gestorben. Konsumentenschützer kommen allerdings auf weit höhere Zahlen. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft, ob sich der Detroiter Autobauer damit strafbar gemacht hat.

Im Februar hatte GM die Modelljahren 2003 bis 2007 zurückgerufen. Jetzt müssen auch jüngere Modelle zurück in die Werkstätten. Bei den Autos von 2008 bis 2011 hätten sie zwar verbesserte Zündschlösser eingebaut, doch fürchtet GM, dass alte Teile bei Reparaturen verwendet worden seien. Es sei nicht möglich, den Verbleib aller Bauteile nachzuvollziehen, teilte der Konzern mit. Deshalb habe man sich zu einem Rückruf aller Wagen entschlossen. «In Sicherheitsfragen gehen wir kein Risiko ein», sagte GM-Chefin Mary Barra.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Mächtigste Frau der Branche

    Aus Tagesschau vom 11.12.2013

    Der grösste amerikanische Autokonzern, General Motors, hat Mary Barra an die Spitze berufen und sie damit zur mächtigsten Frau in der Branche gemacht. Die 51-jährige Barra hat ihr ganzes Berufsleben bei General Motors verbracht.