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Wirtschaft Touristen suchen Alternativen zu Frankreich und der Türkei

Eine Million weniger Touristen in Paris: Wegen der Anschläge in Frankreich und der unsicheren Lage in der Türkei und Ägypten, reisen Urlauber wieder nach Italien und Spanien. Diese Destinationen müssten ihnen aber mehr bieten, damit sie auch weiterhin kommen, sagt Tourismusforscherin Monika Bandi.

Asiatische Touristen posieren vor der David-Statue in Florenz.
Legende: Von der unsicheren Lage in Frankreich, der Türkei und Ägypten profitiert Italien. Reuters

SRF News: Wie lange wird Paris touristisch an den Folgen der Anschläge leiden?

Monika Bandi: Sicherheit ist für Touristen bei der Reiseauswahl und –planung ein zentraler Aspekt. Das Problem in Frankreich ist, dass sich die Anschläge innert kurzer Zeit gehäuft haben. Man muss davon ausgehen, dass es länger als eine Saison dauern wird, bis sich Frankreich wieder als sicheres Land etabliert hat und die Gäste finden, «doch, da fahren wir wieder hin». Weitere Anschläge würden das Image Frankreichs als unsicheres Land jedoch stetig erneuern.

Spanien, Italien und Griechenland melden rekordhohe Sommertouristenzahlen. Profitieren sie von den Anschlägen in Frankreich?

Dass diese Feriendestinationen direkt davon profitieren konnten, ist zu bezweifeln. Eher kommt ihnen die unsichere Lage in Konkurrenzländern wie Ägypten, Marokko, Tunesien und der Türkei zu gute.

Kann Italien, das in den letzten Jahren stetig Touristen verloren hat, von dem jüngsten Boom nachhaltig profitieren?

Die Konkurrenzsituation hat sich in den Sommermonaten wegen der unsicheren politischen Lage in den Ländern in derselben Flugdistanz wie Italien verändert. Das Land könnte profitieren, wenn die Situation in den Konkurrenzländern unsicher bleibt. Diese werden natürlich alles unternehmen, um von Touristen wieder als sichere Destinationen wahrgenommen zu werden. Damit Italien von der Chance, die sich jetzt bietet, profitieren kann, müsste es einen Effort leisten. Gefragt sind Innovation, gute Produkte, Freundlichkeit.

Das Gespräch führte Iwan Santoro.

3 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Die Schweizer sollten endlich anfangen ihr eigenes Land vor der Verbetonierung +Überbevölkerung retten.Wenn die "faulen" Schweizer +die vielen "gleichgültigen" Ausländer so weiter machen, wird man überhaupt nicht mehr bei uns Ferien machen können.Dabei wäre es so schön!Lieber stellt man massenhaft hässliche "Betonklötze" für Ausländer mitten in die schönsten Landschaften, dabei werden nicht einmal Uferlandschaften verschont.Ein solches Beispiel ist beim Kanderdelta (Gemeinde Spiez) zu bestaunen!
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  • Kommentar von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
    Italien? wunderschönes Land ... und super teuer! Die Italiener machen aus dem Grund Ferien in Deutschland - Ob Paris vorübergehend mal weniger Touristen haben sollte? Ich würd' dennoch nach Paris fahren ...
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  • Kommentar von Robert Flatt (Darum...)
    Marokko ist im Verhältnis zum übrigen Nordafrika ruhig und stabil. Im Süden schützt der Grenzwall gegen Terroristen und die Regierung ergreift knallharte Massnahmen gegen Extremisten. Mir jeden falls ist es wohl in Marrakech und im Süden des Landes! Es lohnt sich, Marokko zu besuchen, sei es am Meer, auf Reisen durch das Atlasgebirge oder bei Trekkings in der Wüste!
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