Transocean-CEO tritt per sofort zurück

Der Konzernchef des Ölbohrunternehmens, Steven Newman, ist «im gegenseitigen Einverständnis mit dem Verwaltungsrat» per sofort zurückgetreten, teilt Transocean mit. Gründe für den abrupten Abgang nennt das Unternehmen nicht.

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Bildlegende: Der bisherige Transocean-CEO Steven Newman: Er wird ad interim vom Verwaltungsratspräsidenten ersetzt. Keystone

Seit 2010 war Steven Newman an der Spitze des Ölbohrunternehmens Transocean. Nun ist er per sofort als CEO zurückgetreten. Bis ein Nachfolger für Newman gefunden sei, übernehme Verwaltungsratspräsident Ian Strachan interimistisch seine Aufgaben, wie Transocean mitteilt.

Weshalb Newman das Unternehmen abrupt verlässt, begründet Transocean nicht. Der Entscheid sei in gegenseitigem Einverständnis mit dem Verwaltungsrat gefällt worden, schreibt das Unternehmen dazu einzig in der Mitteilung.

Newman habe das in Zug ansässige Unternehmen in den letzten fünf Jahren «kompetent geleitet» und «aussergewöhnliche Führungsqualitäten» bewiesen, wird Verwaltungsratspräsident Strachan in der Mitteilung zitiert. Dies in der «herausfordernsten Zeit der Firmengeschichte» in Folge des Macondo-Störunfalls. So bezeichnet Transocean den Unfall auf der Bohrplattform «Deepwater Horizon» im Golf von Mexiko im April 2010.

Zudem habe Newman grundlegende Veränderungen der Flotten- und Kostenstrukturen und Abläufe bei Transocean auf den Weg gebracht.

Probleme mit tiefem Ölpreis

Der stark gesunkene Ölpreis machte dem Ölserviceunternehmen zuletzt zu schaffen. Im vergangenen November meldete es für das dritte Quartal einen Verlust von 2,2 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz reduzierte sich um 7,3 Prozent auf 2,27 Milliarden US-Dollar. Der Rückgang sei enttäuschend gewesen, gestand Newman damals ein.

In Folge des gesunkenen Preises für Rohöl hat die Bereitschaft der Mineralölkonzerne, Geld in die Erschliessung neuer Vorkommen zu investieren, stark abgenommen. Zuletzt hatten sowohl Shell als auch BP ihre Investitionen deutlich zurückgefahren.

Bald Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrates

In einer weiteren Mitteilung hat der Verwaltungsrat nun angekündigt, der Aktionärsversammlung eine Ausschüttung von 0,60 US-Dollar pro Aktie vorzuschlagen. Sie soll erneut in vier Tranchen ausbezahlt werden. Die Ausschüttung aus dem einbezahlten Kapital soll im Juni, September und Dezember 2015 sowie im März 2016 erfolgen. Der Gesamtbetrag belaufe sich auf Grundlage der derzeit in Umlauf befindlichen Aktien auf rund 217 Millionen US-Dollar.

Im vergangenen Mai hatte die Generalversammlung (GV) der Ausschüttung einer steuerfreien Dividende von 3 US-Dollar pro Aktie zugestimmt, deren vierte und letzte Tranche im März gezahlt wird.

Zudem soll an der GV am 15. Mai der bereits im Juli 2014 angekündigte Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrates erfolgen. Merrill A. «Pete» Miller Jr. wird zur Wahl als Verwaltungsratspräsident (VRP) vorgeschlagen. Der derzeitige Vize-VRP soll damit das Amt von Strachan übernehmen, der zum Zeitpunkt der GV bereits 72 Jahre alt sein wird. Damit hat er die statutarisch festgelegte Altersgrenze überschritten. Er scheidet zur GV auch als Director bei Transocean aus.