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Zwei Stühle stehen unter einem Sonnenschirm an einem Strand mit Blick aufs Meer.
Legende: Eine zusätzliche Woche Ferien für weniger Lohn? Besserverdiener leisten sich das immer öfters. Reuters/Symbolbild
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Wirtschaft Trend bei Bessergestellten: Lohnverzicht für mehr Ferien

In der Finanzbranche geniessen 86 Prozent der Arbeitnehmer mehr als fünf Wochen Ferien pro Jahr. Laut Statistik gilt dieser Trend zu unbezahltem Urlaub aber nicht für alle Branchen. Denn je weniger man verdient, desto weniger kann man es sich leisten, Lohn gegen Ferien zu tauschen.

In der Deutschschweiz neigen sich die Sommerferien auch in den letzten Kantonen dem Ende zu. Die Kinder gehen wieder in die Schule, die Eltern zur Arbeit – es sei denn, sie haben auf einen Teil ihres Lohnes verzichtet und können dafür länger in den Ferien verweilen.

Heutzutage nehmen die Vollzeit-Arbeitnehmenden in der Schweiz durchschnittlich fünf Wochen Ferien jedes Jahr. Vor 20 Jahren war es noch eine halbe Woche weniger, wie die Statistiker des Bundes festhalten.

Das hat zwei Gründe: Einerseits sehen moderne Gesamt-Arbeitsverträge heute mehr als nur das gesetzliche Minimum von vier bezahlten Ferienwochen vor. Andererseits verzichten immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf einen Teil ihres Lohns, um mehr Ferien beziehen zu können.

Besserverdiener können es sich leisten

Adrian Wüthrich vom Gewerkschafts-Dachverband Travail Suisse begrüsst zwar, dass Unternehmen zusätzliche Ferien möglich machen. Aber es sei ungerecht, wenn die, welche es sich leisten können, noch mehr Ferien dazukauften, «während andere – gerade in den Niedriglohnbranchen, wo die körperliche Arbeit strenger ist – sich das nicht leisten können».

Was der Gewerkschafter meint: Während sich gerade mal jeder Zweite im Baugewerbe mehr als fünf Wochen Ferien leistet, sind es in der Finanzbranche 86 Prozent. Die Gewerkschaften würden sich darum dafür einsetzen, dass auch in den Branchen mit tieferen Löhnen mehr Ferien möglich werden – bezahlte Ferien versteht sich, damit sich dies auch alle leisten können.

Kleinbetriebe organisatorisch benachteiligt

Auch die Arbeitgeber haben nichts gegen mehr Ferien, zumindest nicht gegen unbezahlte. Verbandsdirektor Roland Müller betont, dass mehr Ferien, sprich mehr Erholung, auch im Sinne der Unternehmen sei.

Gerade bei kleineren Betrieben sei dies aber oft nicht möglich, so Müller. Deshalb müsse man versuchen, dieses Thema «möglichst gerecht aufzubringen, so dass es insbesondere auch für das Unternehmen organisatorisch zu handhaben ist.»

Was Müller sagt, zeigt sich auch in der Statistik: Je grösser das Unternehmen, desto grösser die Chance auf zusätzliche Ferien.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Charly Ball  (Charly Ball)
    Wo liegt hier das Problem ?? Das ich (Ich kaufe auch mal Zusatzferien) übers ganze Jahr gesehen im Durchschnitt einiges mehr an Arbeitsstunden leiste und keine einzige davon aufschreiben kann - darüber spricht niemand.
  • Kommentar von M. Roe  (M. Roe)
    Das ist der einzige Weg, dem Hamsterrad zu entfliehen. Ich bin überzeugt, dass sich auch Wenigverdiener so etwas leisten könnten. Bei denen würde dies aber heissen, auch auf etwas "unnötiges" zu verzichten. Das können die unteren "Klassen" eben gerade nicht und deshalb haben diese dauernd kein Geld für Wichtiges.
  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Vielleicht denkt man bei SRF auch mal darüber nach, dass die vom Departement Leuthard mit viel Phantasie begründeten, jährlich steigenden Zusatzkosten, inkl. Zwangsabgaben für die SRG genau diejenigen stark treffen, die wenig verdienen. Höhere Stromkosten dank Energiewende + Vignette (geplant) + höhere CO2 Abgaben + höhere Treibstoffzölle + höhere LSVA + höhere Trasseepreise + Billag + + + = Eine Woche unbezahlte Nobel-Hobel-Ferien am Meer für den kleinen steuerzahlenden Büezer.....