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Wirtschaft Trotz Fachkräftemangel: Die Einstiegslöhne sinken

Erfahrene Fachkräfte sind Mangelware. Und auch beim Nachwuchs fehlt der Nachschub. Besonders betroffen sind die Handwerksberufe. Abhilfe könnten höhere Einstiegslöhne schaffen.

Legende: Video Einstiegslöhne sinken abspielen. Laufzeit 3:20 Minuten.
Aus 10vor10 vom 08.09.2016.

Sie feilen, schleifen, bohren. Alles mit höchster Präzision. Die Fachkräfte von morgen lernen im Ausbildungszentrum in Effretikon die Grundlagen ihres späteren Berufs: Polymechaniker. Der Branchenverband Swissmechanic hätte gerne mehr von ihnen. Denn immer noch fehlen in dieser Branche Fachkräfte. Und die meisten der gesuchten Spezialisten steigen über eine Lehre als Polymechaniker in den Beruf ein. Schlecht bezahlt ist der Berufseinstieg nicht, doch die Anfangslöhne gehen zurück.

Vielen Firmen fehlt das Geld

Herrscht in einer Branche Fachkräftemangel, müsste der Einstiegslohn steigen. «Denn der Lohn hat einen wesentlichen Einfluss auf die Attraktivität eines Berufes», sagt die Arbeitsmarktökonomin Conny Wunsch. Doch beim Polymechaniker ist das Gegenteil der Fall, wie eine «10vor10»-Recherche zeigt: Die Einstiegslöhne sinken seit einigen Jahren. Von gut 4600 Franken auf heute 4500 im Monat.

Für Lohnerhöhungen fehle vielen Firmen schlicht das Geld, sagt Oliver Müller vom Branchenverband Swissmechanic. «Wegen des starken Frankens und der schleppenden Konjunktur können viele unserer Mitgliederfirmen die Löhne zur Zeit nicht erhöhen». Doch die Fachkräfte seien nach wie vor gesucht, sagt Müller.

Fachkräfte aus dem Ausland

Wolle man neue Fachkräfte finden, brauche es gute Anfangslöhne, sagt Ökonomin Wunsch. «Bisher konnten wir fehlende Fachleute im Ausland rekrutieren, doch das wird nicht ewig so weitergehen. Denn in unseren Nachbarländern spitzt sich der Fachkräftemangel auch zu.» Image-Werbung reiche da nicht, man müsse auch über die Anfangslöhne diese Berufe attraktiver machen, so Conny Wunsch.

Erst wenige Berufe mit fehlenden Fachleuten haben ihre Einstiegslöhne angepasst. Zwei Beispiele: Ein Bäcker-Konditor verdient heute 4000 Franken nach der Lehre. Vor wenigen Jahren waren es noch 3750 Franken. Beispiel zwei: Der Metzger, der heute Fleischfachmann heisst. Auch er musste sich vor sechs Jahren noch mit 3750 Franken im Monat begnügen. Heute erhält er nach Lehrabschluss 4050 Franken.

Gegenüber der Maschinenindustrie haben diese beiden Berufen zur Zeit einen Vorteil: Sie sind nicht vom Exportmarkt und nur sehr gering vom starken Franken abhängig. Das kann einen Einfluss auf den Spielraum für Lohnerhöhungen haben.

Bei den Polymechanikern sind solche Lohnsprünge noch kein Thema. Für die angehenden Spezialisten im ersten Lehrjahr ist deshalb klar: Sie wollen sich weiterbilden. Dann, so sagen die meisten der angehenden Polymechaniker, stimme später auch der Lohn.

13 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Wichtig ist , dass die Politik und die 2% Milliardäre und Multimillionäre in der CH ein sicheres Einkommen haben. Die nahezu 1Million Analphabeten und 300 000 Ausgesteuerten und 150 000 Arbeitslosen sowie die ca.500 000 Sozialhilfe Bezüger, Rentner mit Renten unter dem Existenzminimum, die gehen diesen Leuten aus dem Gesichtsfeld, weil sie so abgehoben Leben , dass ihr Sichtweite sehr getrübt ist. Solange der Karren sich noch dreht, lässt man ihn einfach rennen, bis es Kräscht und Tätscht.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Kennen Sie das Märchen vom Fachkräftemangel? Es gibt dazu eine ARD-Doku - ist im Internet abrufbar. Je grösser der "Arbeitskräfteangebot" ist, desto grösser wird der Druck auf die Löhne - ist doch nur logisch.
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    1. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      So ist es M. Mitulla! Und dennoch hält man weiterhin an dieser Migrations-/+Asylpolitik fest. Eine Million Bevölkerungszuwachs in den vergangenen 10 Jahren werden wir bis Ende 2016 zu verzeichnen haben, bis Ende 2026 wird wohl die 10 Millionengrenze überschritten sein, dank riesiger Auswahl an Arbeitskräften unsre Arbeitslosen- und Ausgesteuertenrate EU-Niveau, der Marktwert jedes einzelnen Menschen einen traurigen Tiefpunkt erreicht haben.
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    2. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Richtig, gegen die Chinesen ist auch die UNIA machtlos. Leider,hat sie noch nicht bemerkt, dass die Arbeitgeber an einer Masseneinwanderung interessiert sind.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
    Dass die CH eine Hochpreisinsel ist dürfte bekannt sein.Der Mechanismus,der dazu führt ist schwer zu durchbrechen,weil jeder mehr Geld haben, aber nicht mehr für die Produkte bezahlen will.Dann marschiert man ins grenznahe Ausland,kauft dort alles billiger ein & denkt dann,man könne mehr Lohn/AHV fordern.Die Kaufkraft ist demnach direkt an die Höhe der Löhne gekoppelt.Fazit: Kleinerer Lohn, günstigere Preise.Doch dies dauert.Der CH ist verwöhnt & viele wollen nur profitieren,statt mittragen.
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    1. Antwort von N. Schmid (Schmid)
      Der Grund weshalb die Schweizer wesentlich mehr für Importprodukte als im Ausland bezahlt werden muss, liegt doch nicht an den Löhnen (das Produkt wurde ja mit 0% Schweizer Wertschöpfung produziert). Wenn dem so wäre, dann müsste die Person, welche an einer Schweizer Kasse arbeitet einen Stundenlohn von einigen tausend und nicht nur einigen zehn Franken aufweisen (d.h. z.B. ein Jahreslohn eines CEO einer Grossbank).
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
      Schon einmal vom Big Mac-Index gehört? Dann löst sich ihr Kommentar in Luft auf....
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    3. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Und einige wollen es mit der oder bei der Welcome-Party verjubeln..... ! Und ich sage, USRIII nein Danke stattdessen US IVplus = 20% mehr Steuern für PFZ-Firmen, damit man die die Ansprueche der Gutmenschen auch finanzieren kann, ohne immer nur auf die Kleinen loszugehen. = Freude herrscht ! NB: Herr Baechler, wir sind ja so reich....!, Ihre Worte mal aufgegriffen....! (smile)
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