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Trump zieht auch bei der Pharmabranche Zügel an
Aus Tagesschau vom 31.01.2017.
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Tiefere Medikamentenpreise Trump strafft auch bei der Pharmaindustrie die Zügel

Wie schon die Autobauer, drängt der US-Präsident nun auch die Pharmabranche zu einer verstärkten Produktion in den USA.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der US-Präsident verlangt von der Pharmabranche mehr Produktion im Inland und droht mit einer Grenzausgleichssteuer.
  • Dazu hat er die Branchenvertreter, darunter auch den CEO von Novartis, zu einer Aussprache eingeladen.
  • Trump will Zulassungsverfahren straffen und tiefere Medikamentenpreise.

US-Präsident Donald Trump drängt jetzt auch die Pharmabranche zu einer verstärkten Produktion in den USA – wie schon zuvor die Automobilbranche. Dadurch könnten viele Milliarden Dollar gespart werden – dank tieferen Preisen und mehr Innovationen.

Das sagte Trump nach einem Treffen mit den Chefs führender Pharmafirmen. An der Unterredung war auch der Chef des Schweizer Pharmamultis Novartis, Joseph Jimenez, dabei, zusammen mit Topmanagern der US-Pharmakonzerne Merck, Johnson & Johnson, Celgene, Eli Lilly, Amgen und dem Leiter des amerikanischen Pharma-Branchenverbands.

Rascheres Zulassungsverfahren

Trump beklagte, dass viele Unternehmen ihre Fertigung in andere Länder ausgelagert hätten, weil dort die Währungen abgewertet worden seien. Er forderte, andere Staaten müssten einen fairen Anteil der Entwicklungskosten für neue Medikamente übernehmen.

Der Präsident stellte der Pharmabranche in Aussicht, das Zulassungsverfahren für neue Arzneien zu straffen. Er kündigte die baldige Ernennung eines neuen Chefs der Arzneimittelbehörde FDA an.

USA ist wichtigster Markt

Kurz vor seinem Amtsantritt hatte Trump die Pharmaindustrie harsch kritisiert. Investoren reagierten verunsichert und die Pharma-Aktien gingen auf Talfahrt. Später warf er der Branche vor, bei der Preisgestaltung «über Leichen» zu gehen, und kündigte einen härteren Kurs bei Preisverhandlungen an.

Die USA sind der mit Abstand wichtigste Markt für die Pharmaindustrie mit einem Volumen von 1000 Milliarden Dollar. 40 Prozent der weltweiten Umsätze werden in den USA erwirtschaftet. Zudem verdienen die Unternehmen dort überdurchschnittlich gut, weil ihnen bei der Preisgestaltung kaum Grenzen gesetzt sind.

Trump will nun mit steuerlichen Anreizen und Deregulierung die Industrieproduktion in den USA ankurbeln. Wer dort fertigt, soll Vorteile erhalten. Wer die Produktion ins Ausland verlagert, muss hingegen mit hohen Einfuhrzöllen rechnen.

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Reaktion an den Aktienbörsen
Aus Tagesschau vom 31.01.2017.
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Es droht eine Grenzausgleichssteuer

Man werde erst am Ende sehen, was von der Forderung konkret umgesetzt werde, relativiert SRF-Korrespondent Jens Korte an der New Yorker Börse: «Die gute Nachricht ist, dass die Regulierung für die Pharmaindustrie gedrosselt werden soll und damit neue Medikamente schneller die Marktzulassung erhalten. Auf der anderen Seite kann man sich vorstellen, dass es eine Art Grenzausgleichssteuer geben könnte.»

Dabei könnte eine Steuer von 20 Prozent fällig werden, wenn Produkte im Ausland produziert und dann in den USA verkauft würden. Das sei noch nicht beschlossen, aber bei mehreren Branchen im Gespräch, so Korte.

Warum stiegen die Kurse der Pharma-Aktien?

Ein möglicher Grund für die steigenden Aktienkurse sieht Korte darin, dass man hoffe, insgesamt mehr Medikamente auf den Markt zu bekommen. Von den Medikamenten auf dem amerikanischen Markt würden 40 Prozent der verkaufsfertigen Medikamente im Ausland produziert. Bei den Wirkstoffen, die in Medikamenten enthalten sind, stammten sogar etwa 80 Prozent von ausserhalb der USA. Der Präsident sei der Meinung, dass er mit solchen Massnahmen mehr Jobs in den USA schaffen könne.

An der Wall Street stieg der Branchenindex um ein halbes Prozent, der Biotech-Index der Nasdaq rückte mehr als ein Prozent vor. In Europa dagegen verbuchte der Sektor leichte Abschläge. Die Papiere von Roche verloren 0,4 Prozent an Wert, während die Novartis-Aktien nach einem Einbruch mit einem Plus von 0,9 Prozent schlossen.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Das ist doch mal eine sehr gute Sache die TRump hier einleitet - das muss doch unseren Gesundheitsminister sehr freuen , dass endlich die Wucherpreise und KK - Gebühren sinken .
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Sie haben definitiv keine Klarsicht.Wenn in den USA die Pharmapreise künstlich sinken werden sie bei uns im besten Fall gleich bleiben.
  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Wenn er die Medikamentenpreise wirklich massiv senkt, dann beschleunigt er gleichzeitig auch die Strukturbereinigung. Fast alle grossen Pharmabetriebe haben in den letzten 10 Jahren massiv reduziert, insbesondere auch die Forschung. Dies primär wegen der Zunahme von Generika. Das ist schon ok, wenn es die Gesundheitskosten senkt. Aber wieso steigen denn diese ungehindert weiter?
  • Kommentar von D. Schmidel  (D. Schmidel)
    Für unsere verweichlichte Träumergesellschaft muss Trump ein Schreck sein. Ja dann leiden wir halt, es geschehe nichts schlimmeres.
    1. Antwort von Daniele Röthenmund  (gerard.d@windowslive.com)
      Trump ist Korrupt bis Ihn die Haarspitze und sein Minister auch. Ich gebe Ihnen Recht das viele Träumer sind, nämlich die die meinen er tut für den Bürger etwas. Er hat für die Menschen vorher nichts getan, wieso sollte Er damit anfangen, in seinem Minister Club sind alles Menschen die nichts aber auch gar nichts mit dem Volk zu tun haben. Ich bin Leidensfähig, aber kein Masochist deshalb USR III ablehnen.
    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Weshalb genau sollten wir da etwas zu leiden haben? Meinen Sie wegen Roche und Novartis?
    3. Antwort von D. Schmidel  (D. Schmidel)
      @Röthenmund, wenn Sie auch die zwei anderen Vorlagen klar ablehnen, haben Sie mich überzeugt und ich erkläre mich freiwillig für total korrupt.