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Chefwechsel bei Marenco Turbulenzen bei Schweizer Helikopter-Firma

Die Firma Marenco will im Glarnerland einen neuartigen Helikopter bauen, das Projekt macht stetige Fortschritte. Doch nun verlässt Gründer und Firmenchef Martin Stucki das Unternehmen – es übernimmt ein Manager aus der französischen Rüstungsindustrie.

Helikopter in der Luft
Legende: Testflug des Marenco-Helikopters: Der Prototyp SKYe SH09. Marenco

Die Firma Marenco Swisshelicopter ist ein junger Vorzeigebetrieb der Schweiz: Er steht für Innovation, Hightech und dafür, dass auch ausserhalb grosser Zentren Impulse gesetzt werden können. An den Standorten Pfäffikon (ZH) und in Mollis im Glarnerland entwickeln rund 150 Angestellte einen neuartigen Helikopter.

Der Erfolg des Unternehmens ist nun in Frage gestellt, denn mit Martin Stucki verlässt per Ende Jahr der Mann die Firma, der diese aufgebaut und in den letzten Jahren geprägt hat. Unter Martin Stucki hat Marenco Prototypen entwickelt, die inzwischen von Testpiloten auf Herz und Nieren geprüft werden. Martin Stucki war zudem die treibende Kraft hinter einem Vertrag mit Air Zermatt, die von Marenco als Erstkundin genannt wird.

Helikopter lässt auf sich warten

Marenco liegt in der Entwicklung hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. Eine Auslieferung des ersten Helikopters ist derzeit für 2018 vorgesehen.

Martin Stucki und Marenco sind auch zentral für die Pläne eines Helikopter-Clusters, von dem sich die Glarner Regierung wichtige Impulse für die regionale Wirtschaft verspricht. Martin Stucki wollte sich gegenüber «ECO» nicht zu seinem Rücktritt äussern.

Heute Vormittag trifft sich der Verwaltungsrat der Firma Marenco Swisshelicopter in Pfäffikon ZH zu einer Sitzung. Eine Stellungnahme der Firma steht noch aus.

Der neue Chef war zuletzt im U-Boot-Geschäft

Der neue CEO von Marenco Swisshelicopter heisst gemäss mehreren Quellen Andreas Loewenstein. Der gebürtige Deutsche, der heute die französische Staatsbürgerschaft besitzt, war lange Jahre ein Top-Manager beim Luftfahrtkonzern EADS, bevor er zum französischen Rüstungskonzern DCNS wechselte.

Mit der französischen Doppelführung in Verwaltungsrat und auf Ebene Geschäftsleitung wird Marenco Swisshelicopter zunehmend ausländisch. Auch der Geldgeber stammt nicht aus der Schweiz. Es handelt sich um den russischen Milliardär Alexander Mamut. Er ist via seiner Statthalterin Marina Grönberg im Verwaltungsrat von Marenco Swisshelicopter vertreten.

8 Kommentare

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  • Kommentar von rené studer (rené studer)
    der "AUSTRITT" von gründer martin stucki ist selbstverständlicher globalisten standard bei geschäftsübernahmen oder IDEENKLAU. nicht nur in den usa wurden so x10‘000de bauern von den höfen, oder klein betriebler aus ihren geschäften vertrieben, zugunsten der int. konzerne. die günstigste übernahme variante. im hintergrund ziehen bangster und politiker mit ihren konzern und rüstung verbindungen die fäden und platzieren ihre handlanger zur MONOPOLERWEITERUNG! alles zu lasten der konsumenten
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    1. Der Kanton Glarus war der erste Industriekanton der Schweiz und setzt seit 150 Jahren Impulse. Von wegen "ausserhalb der grossen Zentren". 2. Wer zahlt befiehlt. Letztendlich muss ein Unternehmen irgendwann mal Gewinn abwerfen 3. Warum die Sache schlecht reden? Klar für Stucki muss das eine Enttäuschung sein, sein "Baby" zu verlieren, auf der andern Seite: Wie gut war Stucki wirklich und verfügt er über dasselbe Netzwerk wie Loewenstein? 4. Schaut mal die Geschichte über Horch und Audi nach.
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Französischer Rüstungskonzern-Manager und russischer Financier ohne Reaktionen aus der Politik? so viel zum Märchen über die "neutrale und selbstbestimmende Schweiz"...
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    1. Antwort von Pirmin Häberlin (Pirmin)
      Ähm bei jeder etwas grösseren Firma kommen die grössten Geldgeber aus Russland oder Arabien. Und gerade als Schweizer darf man nie und wirklich nie sich über Geldgeber aus dem Ausland aufregen. Dieses Land wurde auch vor allem wegen dreckigen Geld aus dem Ausland reich. Aber das vergisst man schnell....
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    2. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Danke für Ihre Unterstützung. Mir geht es u.a. darum, die nicht direkt sichtbaren Verlogenheiten ins Bewusstsein zu befördern. (Mir ist aber leider auch bewusst, damit der Polarisierung weiter Vorschub zu leisten; solche Dinge dienen immer mindestens einem der Pole als Steilvorlage. Diesem Konflikt ist nicht auszuweichen.)
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